Nicki Minaj wird zur Impfgegner-Ikone. Hanybal füttert Spatzen, RIN ist kein "Certified Lover Boy" und Drake macht endlich wieder gute Musik.

Augsburg (lei) - Nicki Minaj hält sich selbst für den Staatsfeind Nr. 1, Scarfaces Sohn schenkt ihm eine neue Niere, Lil Ugly Mane macht jetzt Shoegaze, und ich darf heute mal wieder die Doubletime schreiben (so langsam sollte ich mir auch mal 'nen Spitznamen zulegen ...): Verrückter wirds nicht, meint ihr? Dann wartet mal ab, bis ich euch erzähle, wie sich Vanessa Mai in diese Kolumne verirrt hat, wer RXK Nephew ist, und wieso die Teletubbies schwule Ausgeburten der Hölle sind.

Ihr seht schon, in all den Monaten seit meiner letzten Doubletime hat sich ganz schön viel Wahnsinn angestaut, über den es sich zu reden lohnt. Zuerst verarzten wir allerdings noch schnell die Modus Mio-Patienten der letzten Woche. Es tut auch nur ein ganz kleines Bisschen weh, versprochen.

Tatü-Tata

Zu viel auf einmal? Versteh' ich. Hier gibts wie immer die Themen der Woche in leichter verträglichen Dosen (Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen)

Ausschließlich handverlesene Lieblingstracks, wöchentlich ergänzt um frische Empfehlungen aus der jeweils aktuellen Doubletime-Ausgabe, gibts im Programm von laut.fm/zwo. Dein Hip Hop-Radio. Danke, gut.

Yo Grandma Fromm und dieser Yannik™ sammeln und kredenzen wöchentlich Diverses aus dem Hip Hop-Universum. Anträge, Bier, Blumen oder Punchlines an doubletime@laut.de.

Fotos

Nicki Minaj

Nicki Minaj,  | © Universal (Fotograf: Hype Williams) Nicki Minaj,  | © Universal (Fotograf: Hype Williams) Nicki Minaj,  | © Universal (Fotograf: Hype Williams) Nicki Minaj,  | © Universal (Fotograf: Hype Williams) Nicki Minaj,  | © Universal (Fotograf: Hype Williams) Nicki Minaj,  | © Universal (Fotograf: Hype Williams)

Weiterlesen

25 Kommentare, davon 21 auf Unterseiten

  • Vor 29 Tagen

    Da die Trackempfehlungen dieser Woche richtig harter Tobak sind, mache ich mal meine positivity Runde und fasse meine persönlichen neuen Lieblingstracks der Woche zusammen:

    Zunächst sollte erwähnt werden, dass Solemn Brighams Soloalbum heute rauskam. Ich habe nur morgens beim Joggen reingehört, also habe ich noch nicht viel Zeit gehabt, um alles komplett aufzunehmen. Es ist aber eine sehr schöne Platte. Vom ersten Hören an irgendwo zwischen Marlowe 1 und 2, was heißt, dass die vielleicht eine Top 5 Platte des Jahres mindestens ist, komplett zu hören auf:
    https://www.youtube.com/watch?v=Tpj-vnnXyH…

    Am Besten kauft ihr die Platte gleich auf seinem Bandcamp, wenn ihr sie mögt!
    https://solemnbrigham.bandcamp.com/album/s…

    Dur Brain - Flava
    https://www.youtube.com/watch?v=gZyeE1MORCU

    Schöner Track mit Liveband, erinnert mich an XL The Band aus Kanada, die letztes Jahr ein sehr schönes und sehr unterschätztes Album herausgebracht haben, hier eine Empfehlung daraus
    https://www.youtube.com/watch?v=erWvjqI6myc

    El Da Sensei ist insbesondere für Writer als Hälfte der Artifacts eine Legende und bringt bald mit Produzent Jake Palumbo, der für mich bis dato ein unbeschriebenes Blatt war, eine Platte raus. Was man bislang davon gehört hat, ist außerordentlich gut
    https://www.youtube.com/watch?v=4cArW9x_hYg
    https://www.youtube.com/watch?v=967TaLp8lZE

    S eyes Finest x Rome Streetz x Daniel Son - All Blakk
    https://www.youtube.com/watch?v=TuoRINKqmZQ
    Das Video ist eine schöne Hommage an alte MTV Cartoons und Animes.

    Cashus King x Blu x Donel Smokes - j&j&j
    https://www.youtube.com/watch?v=1qzkbLHHSPs
    Blu ist einer der produktivsten Menschen überhaupt und auf diesem Track auch gut hörbar. Sehr entspannt.

  • Vor 29 Tagen

    Pumpt hier keiner das Hitler 8-(Doppel-)Album von Westside Gunn? Einige Highlights drauf, z.B. der Track mit AZ

    https://www.youtube.com/watch?v=tSVQX3-R9is

    Rome Streetz und Conductor Williams sind jetzt btw bei Griselda gesignt, guter Griff imo.

  • Vor 28 Tagen

    Diesmal keine neuen Veröffentlichungen von mir, sondern ein kleiner Text zu einem Album, dass hier sonst leider nicht stattfinden würde:

    Torky Tork
    AKA DER COACH
    VÖ: 27.08.2021 (Ohne Moos Nix Los)

    Torky Tork 4 Bundestrainer!

    Torky Tork kann auf eine lange Geschichte im Untergrund zurückblicken, vor etwa 15 Jahren veröffentlichte er seine erste Instrumentalplatte. Danach folgten viele weitere, immer mit einem sehr eigenem Stil, teils mit verrückten Samplekonzepten, und auch Produktionen für Rapper und Sänger. Außerdem immer auch enge Kooperationen mit anderen Künstlern. So hat er zum Beispiel die instrumentale Musik auf "Normaler Samt" von Audio und Yassin fast vollständig zu verantworten, ein Instrumentalalbum mit Fid Mella gemacht und eines mit Suff Daddy, ein RnB-Album mit C.S. Armstrong aus L.A., ein Album mit Eloquent, fast ein ganzes Album mit Mädness und Döll (und bald ein ganzes mit Döll) und vier Alben mit Doz9. Was bis jetzt fehlte, war ein Produzentenalbum, auf dem er verschiedene Rapper auf seinen Beats zusammenbringt. Und genau das hat er jetzt rausgebracht.

    Wobei "verschiedene Rapper" das Ganze schon sehr gut trifft. Die Featureliste liest sich sehr interessant, auf dem Album vertreten sind Wandl, Donvtello, Jamin, Opti Mane, Doz9, Döll, Longus Mongus, Lugatti, Nico K.I.Z., Al Kareem, Ziry, Holy Modee, Neromun, John Known und morten. Gemeinsam haben alle eigentlich nur die Bekanntschaft zu Torky Tork. Einige haben sicherlich schon mal zusammen musiziert, der SILK MOB ist fast vollständig, Döll und Eloquent featuren sich gegenseitig öfters und passen zueinander, Longus Mongus und Lugatti geben auch eine gute Kombination ab.

    Doch Torky meint den Titel des Albums sehr ernst, oder der Titel wurde wegen seiner Arbeit gewählt: Hier spielen nicht 15 Individualisten nebeneinander, und es bilden sich auch keine kleinen Grüppchen von Leuten, die wissen, wie sie zusammenspielen können. Nein, Torky der Coach formt seine Spieler, lässt sie sein Spiel spielen. Er bringt ihre Stärken hervor, versteckt ihre Schwäche und lässt sie harmonieren. So kommt es nach dem sehr chilligen Opener "Wasche Wäsche" mit Wandl zum ersten Aufeinandertreffen von Künstlern, die mensch normalerweise nicht auf einem Lied erwartet: "Die Welt dreht sich" um Donvtello, Doz9, Jamin und Opti Mane. Der alte Untergrundhaudegen Doz fügt sich gut bei den Jungspunden ein, auch wenn er nicht ganz die Smoothness hat. "Smooth" ist auch ein Wort, dass sehr oft fallen würde, wenn ich einzeln auf die Stimmung der Tracks eingehen würde. Egal ob traurig oder fröhlich, selbst bei den Liedern die mehr nach vorne gehen, die Musik hat eine Weiche und Ruhe, die sich durchs ganze Album zieht. Auch "Ohne Dich" mit Döll ist da keine Ausnahme. Hier geht es jetzt - sehr Döll-typisch - um Trennung und Herzschmerz. Auf Albumlänge ist mir das bei Döll oft zu anstrengend, aber zwischendurch mal seine sehr tiefgründigen, introspektiven Betrachtungen aus dem Leben zu hören finde ich gut. Der langsamste Track auf der Platte, Döll klingt sehr modern, Hall sehr gut eingesetzt, ebenso die gescrewten Zeilen.

    Modernität ist ein weiterer Aspekt, der dem Album die Kohärenz gibt, die niemand beim Blick auf die Features erwarten würde. Sei es Döll, Nico K.I.Z. auf "Gar nicht mal so schlecht" (mit Longus Mongus und Lugatti) oder Al Kareem auf "Schau nicht zurück" (mit Ziry und Lugatti), sie alle klingen mindestens so aktuell wie ihre jungen Kollegen. Zwischen diesen beiden Tracks sind noch Eloquent und Escape und "Rennen ohne Grund", der zertifizierte Banger des Albums. "Levelang" mit Holy Modee am Mic geht dann schon hart in Richtung Mumble Rap. Eigentlich absolut nicht meins, hier aber sehr passend zum leiernden Sample/Synth. Modus Mio in gut. Auch hier die Effektbearbeitung der Stimme vorbildlich, die Intrumentspuren wie überall unaufdringlich, abwechslungsreich und präsent. Neromun ist vielen wahrscheinlich eher als Negroman bekannt, fühlt sich mit Döll auf der nächsten Anspielstation wie ein "Bastard" und klingt so up to date, dass ich ohne Websuche nicht darauf gekommen wäre, dass das Negroman mit neuem Namen ist, von dem ich durchaus schon ein paar Alben hörte.

    John Known ist in "Magen knurrt" am Mic und murmelt mit Kopfstimme was von menschlichen Abgründen. Und ich liebe es, was zu einem großen Teil an dem sehr ausgefeiltem Instrumental liegen mag. Den Abschluss macht morten mit "Morgen". Sehr melancholisch und gefühlvoll, Text, Beat, Vortrag und Engineering machen einen hervorragenden Track daraus. Wie bei eigentlich jedem der zehn Tracks. Ausfall? Keiner. Eher schwach? Keiner. Angeblich sind alle oder viele der Lieder in einem Sammelordner auf Torkys Festplatte gelandet, weil sie nicht in Projekte passten, aber zu schade zum nicht rausbringen waren. Das kann ich kaum glauben.

    Der Wahl-Amsterdamer aus Berlin hat meiner Meinung nach mit diesem Album ein großartiges Meisterstück erschaffen. Kenne kein (deutsches) Produzentenalbum, dass da auch nur ansatzweise heran reicht. Atmosphäre ist dicht, Produktionen sind unglaublich detailverliebt, es wirkt wie aus einem Guss, trotz der unterschiedlichen MCs, die Dank Torkys Coaching mit Spitzenform und als Team auflaufen. Die leider nicht auf Spotify verfügbare Instrumental-Seite lässt sich übrigens hören wie ein waschechtes Instrumentalalbum und müsste sich auch als dieses nicht vor Konkurrenz verstecken, im Gegenteil.

    Bewertung: 5/5