Porträt

laut.de-Biographie

King Gizzard & The Lizard Wizard

Auf die Produktivität dieser Combo aus Melbourne ist sicher so manche Band neidisch. In nicht einmal einem Jahrzehnt schmeißen King Gizzard & The Lizard Wizard mehr Alben auf den Markt als einige Acts, die zwanzig, dreißig Jahre länger unterwegs sind. Und das beste: Qualitativ gibts bei dem von Stu Mackenzie angeführten Jam-Kollektiv eigentlich nie was auszusetzen.

Fotos/Review: King Gizzard & The Lizard Wizard in Hamburg
Fotos/Review King Gizzard & The Lizard Wizard in Hamburg
Live-Marathon im Stadtpark bei Dauerregen: Stoner, Normals und Metaller huldigen den Aussies.
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2010 schart Mackenzie (Vocals, Gitarre, Flöte) Ambrose Kenny Smith (Vocals, Mundharmonika, Keyboard, Synthesizer), Cook Craig (Gitarre, Sitar, Vocals), Joey Walker (Gitarre, Vocals), Lucas Skinner (Bass), Eric Moore (Schlagzeug, Percussion, Theremin) und Michael Cavanagh (Schlagzeug, Percussion) um sich. Nachdem das Septett sich zunächst nur zum Jammen trifft, wird die Sache ernster, als ein Freund ihnen nahelegt, einen Gig zu spielen. Kurzfristig muss ein Name her und weil Mackenzie "Gizzard Gizzard" ein Kollege aber Jim Morrisons Spitzname "Lizard King" am besten findet, einigt man sich auf King Gizzard & The Lizard Wizard. Die erste Single "Hey There – Ants & Bats" folgt auf dem Fuße, im Jahr darauf erscheinen die EPs "Anglesea" und "Willoughys's Beach".

2012 folgt schließlich das Full-Length-Debüt "12 Bar Bruise". Mit hübscher Eidechse im vom baldigen Stammkünstler Jason Galea gestalteten Artwork, fuhrwerkt die Truppe darauf in Garagen- und Noise-Rock-Gefilden herum. Exzentrisch klingt nur das Ergebnis, sondern waren auch die Aufnahmemethoden. Die Vocals etwa sang Mackenzie nicht über handelsübliche Recording-Mikros ein, sondern übers iPhone.

Weil der Bandleader Western-Filme mag, gehts beim Nachfolger "Eyes Like The Sky" konzepionell in diese Richtung. Die Musik passen King Gizzard & The Lizard Wizard entsprechend an. Die Gitarren spielen heroische Melodien, gewandet in Vintage-Sound. Und Singer/Songwriter Broderick Smith erzählt währenddessen eine verschwurbelte Geschichte von Kindersoldaten, Mexikanern, Indianern und Revolverduellen. Als verschwurbelt lässt sich auch die dritte Platte "Float Along – Fill Your Lungs" beschreiben, die noch im selben Jahr (2013) erscheint. Allerdings diesmal vor allem deswegen, weil die Band auf psychedelischen 70er-Rock-Pfaden wandelt. Zwischen ausufernd spacige Gitarrensoli schiebt Mackenzie auch gern mal Sitar.

King Gizzard & The Lizard Wizard - The Silver Cord
King Gizzard & The Lizard Wizard The Silver Cord
Die Prog-Haudegen huldigen Moroder und Kraftwerk.
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Weniger chaotisch geht es auf "Oddments" zu, obwohl auch dieser Output seine ganz eigene Duftmarke trägt. Die laidback-bluesige Garagenrockatmosphäre mit gehörigem Weed-Einschlag durchbrechen Anleihen an die Beatles. "I'm In Your Mind Fuzz" dreht dann wieder eine Groove- und Geschwindigkeitsstufe nach oben – textlich begeben sich die Gizzards in Science Fiction-Welten.

Das rahmengebende Konzept beim bereits sechsten Album in dreieinhalb Jahren, "Quarters", ist ein technisches: Jeder der vier enthaltenen Songs ist exakt zehn Minuten und zehn Sekunden lang. Jazz-Einflüsse kommen nun zum Tragen. Anlässlich des Releases veranstaltet die Band zum ersten Mal das sogenannte Gizzfest. In Melbourne wächst sich dieses zum dreitägigen Event aus, außerdem reisen die Musiker unter dem Banner für jeweils einen Tag nach Adelaide, Perth, Sydney und Brisbane. Die Line-Ups variieren jeweils. Ab sofort wiederholt sich das Happening jährlich.

Den Veröffentlichungsrhythmus beeinträchtigt das wenig. Schon Ende 2015 steht mit "Paper Mâché Dream Balloon" die nächste LP bereit. Diesmal steht alles ganz im Zeichen akustischer Instrumente. Klanglich lassen mal wieder die Beatles und auch Folk grüßen und Mackenzie packt die Flöte aus. Ungleich lauter und hektischer wird es auf "Nonagon Infinity", dem "niemals endenden Album", wie es Mackenzie ausdrückt. Die neun, teils überlangen Tracks münden nahtlos ineinander – und ja: das gilt auch für die letzte und erste Nummer, so man denn schnell genug auf Replay drückt.

Schon auf "Nonagon Infinity" greifen King Gizzard & The Lizard Wizard auf mikrotonale Intervalle (sprich Töne außerhalb des gewöhnlichen Halbton-Musiksystems) zurück. Wie der Titel schon nahelegt, intensivieren sie diese Art des Musikmachens auf "Flying Microtonal Banana", dem Auftakt zum bislang produktivsten Jahr der Bandgeschichte. Ganze vier weitere Scheiben sollen 2017 noch folgen und wie es der Tradition gebührt, haben die Musikanten auch nicht vor, sich dabei stilistisch zu wiederholen.

Für "Murder Of The Universe" engagiert sich die Bande mal wieder einen Erzähler, diesmal Landsfrau und Folk-Musikerin Leah Senior. Die führt durch ein in drei Aufzügen dargelegtes apokalyptisches Szenario, in dem unter anderem ein Roboter mit seiner Kotze Angst und Schrecken verbreitet und der "Lord Of Lightning" gegen "Balrog" kämpft.

Weil King Gizzard & The Lizard Wizard keine Unmenschen sind, versorgen sie ihre in der Postapokalypse zurückgelassenen Fans auf "Sketches Of Brunswick East" mit entspannendem Lounge Jazz. Mackenzie beschreibt das Album als Reaktion auf große Veränderungen in der Welt: "Das ist unser Versuch, Schönheit an einem Platz zu finden, an dem wir so viel Zeit verbrachten." Sowas tut man idealerweise in guter Gesellschaft und so rekrutiert Mackenzie Mild High Club-Mastermind Alex Brettin, um die Songs auszuarbeiten und der Bandname auf dem CD-Sleave wird noch länger: King Gizzard & The Lizard Wizard with Mild High Club.

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Die Australier performten drei Stunden lang live., Hamburg, Stadtpark Freilichtbühne, 2024 | © laut.de (Fotograf: Rinko Heidrich) Die Australier performten drei Stunden lang live., Hamburg, Stadtpark Freilichtbühne, 2024 | © laut.de (Fotograf: Rinko Heidrich) Die Australier performten drei Stunden lang live., Hamburg, Stadtpark Freilichtbühne, 2024 | © laut.de (Fotograf: Rinko Heidrich) Die Australier performten drei Stunden lang live., Hamburg, Stadtpark Freilichtbühne, 2024 | © laut.de (Fotograf: Rinko Heidrich)

Köln, Carlswerk Victoria, 2019 Der König in Köln: live und zum Anfassen.

Der König in Köln: live und zum Anfassen., Köln, Carlswerk Victoria, 2019 | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Der König in Köln: live und zum Anfassen., Köln, Carlswerk Victoria, 2019 | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Der König in Köln: live und zum Anfassen., Köln, Carlswerk Victoria, 2019 | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Der König in Köln: live und zum Anfassen., Köln, Carlswerk Victoria, 2019 | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Der König in Köln: live und zum Anfassen., Köln, Carlswerk Victoria, 2019 | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Der König in Köln: live und zum Anfassen., Köln, Carlswerk Victoria, 2019 | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Der König in Köln: live und zum Anfassen., Köln, Carlswerk Victoria, 2019 | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Der König in Köln: live und zum Anfassen., Köln, Carlswerk Victoria, 2019 | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Der König in Köln: live und zum Anfassen., Köln, Carlswerk Victoria, 2019 | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Der König in Köln: live und zum Anfassen., Köln, Carlswerk Victoria, 2019 | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Der König in Köln: live und zum Anfassen., Köln, Carlswerk Victoria, 2019 | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Der König in Köln: live und zum Anfassen., Köln, Carlswerk Victoria, 2019 | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Der König in Köln: live und zum Anfassen., Köln, Carlswerk Victoria, 2019 | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Der König in Köln: live und zum Anfassen., Köln, Carlswerk Victoria, 2019 | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Der König in Köln: live und zum Anfassen., Köln, Carlswerk Victoria, 2019 | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Der König in Köln: live und zum Anfassen., Köln, Carlswerk Victoria, 2019 | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Der König in Köln: live und zum Anfassen., Köln, Carlswerk Victoria, 2019 | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Der König in Köln: live und zum Anfassen., Köln, Carlswerk Victoria, 2019 | © laut.de (Fotograf: Alex Klug) Der König in Köln: live und zum Anfassen., Köln, Carlswerk Victoria, 2019 | © laut.de (Fotograf: Alex Klug)

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    The Home of Gizz and Wizardry.

    http://kinggizzardandthelizardwizard.com
  • Facebook

    King of the Faces.

    https://www.facebook.com/kinggizzardandthelizardwizard/

2 Kommentare mit 22 Antworten

  • Vor einem Jahr

    Von King Gizzard reden ja gerade fast alle in meinem erweiterten Subkulturenbekanntenkreis... Mein Brudi hat mich aber zu King Buffalo aus NY State mitgenommen... Haben hier kein Profil, trotz zweier im letzten Jahr veröffentlichten Alben und einem weiteren, das noch diesen Sommer kommt, keine Rezi hier...

    ...jedenfalls kamen wir gerade eben aus dem Wiesbadener Schlachter gestolpert wo sie ihre aktuelle Deutschland-Tour begonnen haben. Mein lieber Exoplanet... Die sind zu dritt, machen mit Korgs, Soundscapes und Pedal-Overkill locker Atmosphäre für 7 Bandmitglieder und alle Menschen, die die verträumt melodischen Aufbauten von Tool, Oceansize oder auch mogwei who? xD lieben, aber keinesfalls auf den staubtrockenen Groove oder die Riffwalzen klassischer Desert- oder Stoner-Rock-Granden wie bspw. Kyuss, Monster Magnet und Baroness verzichten können werden von King Buffalo echt zur vollsten Zufriedenheit bedient.

    War mir vorm Konzi heute völlig unbekannt und nach der Erfahrung gleich Mal Instant Top 20 Live-Erlebnisse. Lange auch nicht so spezifisch in meinem Geschmack abgeholt worden von einer mir unbekannten neuen Band - absolute dringende Austest- und Kaufempfehlung für alle, die sich durch den o.g. Stil- und Referenzmix angesprochen fühlen. Und Red. bitte Mal ne Rezi zu den 3 Herren gleich nach VÖ der Everything Everything-Rezi ca. 2069, hm? Danke. :)

    • Vor einem Jahr

      kannte ich gar nicht. top, danke! eine der besten empfehlungen der letzten jahre hier... hör mich erst in die disko ein, aber burning ist ja sowas von ein geiles prog stoner brett

    • Vor einem Jahr

      Bin ebenfalls noch am Anfang der disko, Brudi meinte aber schon richtigerweise, dass die sich aus fast schon bluesig dezenter Instrumentierung über 3 Alben langsam aber stetig zu diesem Stoner-Prog-Monster entwickeln, das sie auf den beiden Alben aus letztem Jahr und wahrscheinlich dann wohl noch mächtiger auf der demnächst erscheinenden Platte entfesseln.

      Wäre sicher skeptisch gewesen, ob sie ihre atmosphärischen Albenversprechen live zu dritt wirklich einlösen können, aber Wiesbaden hat da alle Zweifel ausgeräumt - gerade das Looptrack-Game des Gitarristen/Sängers... da ist einfach jede Spur vom Album auch live präsent, selbst seine zweistimmigen Soli... Einfach nur mitreißend, auch wegen der Spielfreude der anderen beiden auf technisch bemerkenswertem Niveau.

      Sie sind aktuell noch einige Dates im deutschsprachigen Raum am spielen und ich kann nur sagen, dass ich für nen Ticketpreis von ca. 20€ (Schlachthof WI, je nach Venue evtl. paar €s mehr...) schon viele Jahre nicht mehr so ne in vielen Punkten voll überzeugende Liveshow von einer Band erlebt hab. Mein Bruder und ich haben tags drauf gleich beschlossen, Tickets für ihrn Gig Anfang August in KA zu organisieren.

      Freut mich, dass es dich gefunden hat und anspricht! :)

    • Vor einem Jahr

      Sehr guter Tip mal wieder. Scheitern aber trotz größerer Finesse wie die Kollegen von Prisma dann dennoch auch spätestens am stimmlichen und Songwriting-Part im Tool-Vergleich. Kyuss ist auch 'ne sehr großzügige Referenz. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass die live sehr gut reingehen. Auf Kopfhörern bleibe ich aber eher bei ausgewählten Perlen von King Gizz.

      Grüße gehen raus

    • Vor einem Jahr

      Gebe dir bzgl. stimmlicher Qualitäten recht - das ist mir live schon auch aufgefallen, dass er kein Maynard ist (der er aber auch nicht sein will, imo), jedoch das, was er auf dem Alben macht, das bekommt er live auch uneingeschränkt hin. Im Songwriting steeckt schon unglaublich viel Entwicklung vom Debut bis zu den Platten aus letztem Jahr. Meinte auch bzgl. der Tool-Referenz eher, dass die melodischen Parts schon immer mal wieder an Tool erinnern, jedoch für sich selbst betrachtet - so geschickt mit dem Restsong verwobene Leitmotive wie bei dem L.A.-4er suchst Du im Moment bei King Buffalo häufig noch vergebens.

      Und zur Kyuss-Referenz hat sicher beigetragen, dass ich sie erst mal live gesehen hab bei einer Show, die die Band im Nachhinein selbst als außergewöhnlich gelungenen Tourauftakt beschrieb. Gewöhnlich läuft's bei mir wie den meisten ja andersherum und in der Reihenfolge gehört sind sie schon eher im Feld guter bis herausragender Stonerbands wie bspw. OM anzusiedeln als bei den Desertrock-Genregründern. Dass sie jedoch live noch so viel mehr Druck, Groove und Riffgewalt in ihre Kompositionen zu bringen wissen, dass es mir in dem Moment die Kyuss-Referenz entlockt sehe ich aber als zusätzliches Qualitätsmerkmal für King Buffalo. ;)

      Viele Grüße zurück!

    • Vor einem Jahr

      Bitte nicht vergessen, daß die Kyuss- und Stoner-Anleihen vielleicht mal auf ein paar Platten auftauchen. Sie haben insgesamt 20 Stück geschrieben, darunter war halt auch Jazz, Boogie, Pop, Hip-Hop usw.

      Was die Band so auszeichnet ist, daß sie eben nicht wie jede dahergelaufene Rockband ein Pferd komplett totreitet!

    • Vor einem Jahr

      @Ragi: Bitte nicht nur die letzten zwei Zeilen jedes Posts lesen, hm? Danke!

    • Vor einem Jahr

      Mehr als zwei Zeilen haste aber nicht geschrieben :)

    • Vor einem Jahr

      Insofern sich das nur auf meinen letzten Kommentar bezog, wollte ich dir damit nur eine Hilfestellung geben ;)

    • Vor einem Jahr

      Lieb von Dir!

      Jedenfalls: Warte mal ab, was aus der relativ gewöhnlichen Frühphase später wurde! Im Moment eine der Handvoll Bands, die Rockmusik endlich mal den Stock ausm Arsch ziehen.

    • Vor einem Jahr

      Dieser Kommentar wurde vor einem Jahr durch den Autor entfernt.

    • Vor einem Jahr

      Diggi, wir reden hier über King Buffalo, die leider noch kein Profil und keine Rezi auf laut.de haben, weswegen ich den Tipp hier zu King Gizzard gepackt hab, da die eh gerade in vieler Munde sind und sich deren Fanbase u.U. auch mit King Buffalo anfreunden kann.

      Werde das Gefühl nicht los, dass Du Valle hier gerade eine Band empfiehlst, die er bereits allzu gut kennt und zu der er nach ner Hörprobe bei King Buffalo nun wieder zurückkehrt, denn anders interpretiert machen deine Einwürfe im Fred irgendwie gerade nicht so wirklich Sinn für mich...

    • Vor einem Jahr

      Ich meine es ergibt Sinn. Sie fangen beide mit King an. Und King Crimson war dem Doc nicht gut genug.

    • Vor einem Jahr

      Infame Unterstellungen ma wieder, hab doch geschrieben, dass ich es v.a. aufgrund der mMn momentan häufig angepriesenen und weiterempfohlenen King Gizzard zu denen gepackt hab. :D

      Mit der Fanbase von King Crimson könnten sicher auch leicht Überschneidungen entstehen, denke aber, dass hier und zumindest momentan schon noch 3-5 mehr Musik-Geeks pro Monat aufs KIng Gizzard- als aufs King Crimson-Profil klicken...

    • Vor einem Jahr

      So Ragi, dann wollen wir doch mal wenigstens deine Top 20 an KGLW-Songs haben :D

  • Vor 7 Monaten

    King Buffalo haben vorhin zum ersten Mal live in Frankfurt gespielt... War wie immer auf angenehmste Weise bewusstseinsverändernd und im Vergleich zu letztem Jahr auch schon deutlich dichter gedrängt vor der Bühne, aber was muss eigentlich noch alles geschehen bis sich endlich auch jemand bei laut.de dieser NYC-Jungs annimmt und hier mal ein Profil für sie erstellt? Nach der aktuellen Tour werden sie erst 2025 wieder in Europa zu sehen sein...

    • Vor 7 Monaten

      Neid, thy name is me - habe den Gig natürlich nicht mal mitbekommen :(

      Erinnert mich aber an unser loses Date fürs Freak Valley. Hast Du Tix? Oder sonst wer? :)

    • Vor 7 Monaten

      Ich mag Gizz ja sehr. Zumindest einzelne Platten. Bin aber nie zum Fanboi geworden, weil sie mMn. ihre Kreativität nie stark genug in ein Album gebündelt hatten. Würden sie nur alle zwei Jahre ne Scheibe herausbringen, und darauf wirklich nur die besten Stücke präsentieren, wären sie ganz weit oben im Rock-Olymp.

      Und auch wenn ihr Gig in Köln letztens ziemlich cool war, war es dann doch irgendwie enttäuschend nach all dem Hype und all den fanatischen, tendenziell als "flaumbärtig, aber mindestens 10 Jahre älter" zu beschreibenden Gizzheads im Saal. Die spielten sehr für sich, auf nem extrem hohen Niveau, aber der Funke sprang bei mir nicht ganz über.

      King Buffallo wird sehr bald ausgecheckt. Hast auf jeden Fall mein Grundvertrauen in Deine Einschätzungen, souli!

    • Vor 6 Monaten

      @souli
      Naise, war hoffentlich töfte!
      @Duri
      Ich hab ehrlich gesagt die Tage erst geschaut, und FV24 ist leider schon ausverkauft :(
      Was mich umso mehr betrübt hat, als ich gesehen habe, dass Amyl and the sniffers spielen, hab nur Gutes von deren Shows gehört...
      Aber 25 wird auf jeden Fall dick im Kalender eingetragen; meine Perle, die wirklich nicht auf Festivals steht, hat sich sogar auch intrisirt gezeigt :)

    • Vor 6 Monaten

      Jau, sind leider immer super schnell weg die Tix und die Menschen, die das veranstalten, wollen es wohl auch nicht größer werden lassen (was ich sehr löblich finde).

      Schade, aber 25 wird unser Jahr! :kiss: :D

    • Vor 6 Monaten

      Sieht damit jedenfalls auch bei mir und meinem Brudi eher nach 25 aus.

      Nächstes Mal KB mach ich definitiv nochmal bissl vorher Werbung hier, dieses Mal hatte das besagter Brudi alles koordiniert und eindeutig klarer auf dem Schirm als ich. :D

      Selbe Location helmet im November braucht mensch die jungen, progressiven Recken von hier ja wohl eher nicht mit einkalkulieren...

    • Vor 6 Monaten

      Helmet hab ich als spätgeborener Millenial erst durch den GTA:SA-Soundtrack kennengelernt, und war in "Unsung" auch instant fairliebt damals.
      Naja, die Nullerjahre; Geld ist eigentlich nur für Weed, Bier, Dosen und anderen Scheiß draufgegangen, die Wahlloshörerey hatte noch lange keine allgegenwärtigen lautuserschen Ausmaße angenommen, weswegen es auch paar Jahre bei "Unsung" blieb. 2009 dann miese Krise, Daheim verbarrikadiert und in völlig destruktiver Nostalgie schwelgend die Zeit totgeschlagen, wodurch auch GTA:SA wieder den Weg in mein Laufwerk fand. Damalige Kumpeline plus hat mir dann eine Best Of von Helmet geschenkt und ich hab zum ersten Mal ein paar mehr Songs von dieser Band, von der ich mir sicher war, dass sie genau mehrere sweet spots von mir treffen würde, aufmerksam gehört. Und naja, ich war leider maßlos enttäuscht. Ich weiß, dass der knochentrockene Sound als Gütesiegel bei denen gilt, aber für mich hat sich das schon vor knapp 15 Jahren zu antiquiert angehört. Dazu diese allen Songs irgendwie innewohnende Monotonie, das imo eher nicht so spannende Songwriting... ich wollte die wirklich mögen, aber ich glaube, das ist so eine von diesen Bands, wo man "dabei gewesen" sein muss.

      tl;dr: Bei Helmet bin ich leider raus.

    • Vor 6 Monaten

      Als bedauernswert ganz knapp zu spät für GenX Geborener war das Anfang bis Mitte der Neunziger bei mir schon ne knappe Geschichte und v.a. Indoktrination des älteren Cousins und dessen Freundeskreis, dass ich helmet tatsächlich noch halbwegs bewusst während ihrer drei besten Alben Anfang bis Mitte der 90er mitbekam...

      ...und auf mich wirkt das heute ebenfalls überwiegend antiquiert. helmet funktioniert(t)en IMO v.a. auf einer perkussiv verschrobenen Ebene: An sich eher konventionelle Parts wurden durch subtile Verschiebungen der Akzentuierungen, Variationen durch Auslassungen vorher bereits gespielter Noten, dissonante Gitarren-Soli und zackig-abgehackte Fills an den Drums, die oft als das bisschen schnörkelige Lametta zwischen den beinahe militant reduktionistischen "2*(Strophe+Refrain)+Bridge+Refrain"-Formeln ausreichen müssen, aufgebohrt.
      Kann schon gut verstehen, dass mensch da nicht mehr wirklich reinkommt, wenn es nicht während der Hochphase der Band mitgelebt wurde. Der Drummer aus dieser besten Phase zwischen "Meantime" und "Aftertaste", John Stanier, ist ja in den 00ern nochmal mit dieser Battles unterwegs gewesen, dieser sehr spielerisch-mprovisiert und ohne Regeln anmutemden Indie-Band, die z.B. auch auf dem "Little Big Planet"-Soundtrack äußerst passend auftauchte. In der Zeit hat er oft erzählt, wie sehr er dort diesen Kontrast zu dem staubtrockenen, aber militärisch exakt organisierten Kram bei helmet schätze.

      Mein Bruder ist Mitte der 90er geboren, der geht da auch nur aus reiner Nostalgie mit hin, weil er helmet noch von unseren Bamdparties kennt, auf denen er als 6-7jähriger ab und an zwei Stündchen rumhängen durfte, bevor er zu Bett musste. :D

      Dann bleibt es wohl wie erwartet bis auf Weiteres bei FV25. :)

    • Vor 6 Monaten

      "An sich eher konventionelle Parts wurden durch subtile Verschiebungen der Akzentuierungen, Variationen durch Auslassungen vorher bereits gespielter Noten, dissonante Gitarren-Soli und zackig-abgehackte Fills an den Drums"

      Ist jetzt zwar auch schon gut 13 Jahre her, aber auf sowas habe ich damals (obv) gar nicht geachtet. Glaube zwar nicht, dass mir das die Band jetzt nochmal groß eröffnen wird, aber ein guter Hinweis ist es allemal. Danke dafür.
      Sehr lieb mit deinem Brudi auch, finde es eh toll, dass ihr ein anscheinend so gutes Verhältnis habt ;)
      Probiere meinen kl Bruder ja auch so bisschen zu teachen, aber der ist nur zwei Jahre jünger als ich und macht außerdem (im Gegensatz zu mir) gerade seinen Doktor und naja, bei uns verschiebt sich die teacher-student-Ebene etwas zu konstant vielleicht :D
      Aber er war zumindest letztes Jahr mit recht großem Freundeskreis (Mathematiker, Fische->Fass und so) bei Tool in FFM mit am Start, mit dem grundguten Paramann auch, und ich hoffe und denke und glaube, dass wir uns auch noch mal etwas mehr auf so einer special interest-Ebene annähern werden :^)