Porträt

laut.de-Biographie

KayCyy

Wer das Rollout von Kanye Wests "Donda" miterlebt hat, der hat auch von KayCyy gehört. Der an mehreren Songs der Platte beteiligte Songwriter hat sich in den Wogen der immer weiter verschobenen Platte zu einer Art Botschafter des teils gar nicht kommunizierenden Kanyes erhoben. So mehr oder weniger: Im Grunde hat er einfach nur die Chance genutzt, um Woche für Woche mit nebulösen Release-Hinweisen auf seinen Twitter-Account hinzuweisen – und parallel dazu natürlich mächtig Werbung für sein anscheinend bald kommendes "Who Is KayCyy"-Tape zu machen.

KayCyy - Get Used To It Aktuelles Album
KayCyy Get Used To It
Wenn es ein paar hippe Rapper zu viel auf einmal sein sollen.

Gute Frage, eigentlich. Wer ist denn nun KayCyy? Der 1997 geborene Rapper erblickt das Licht der Welt in Kenia, zieht aber im Alter von acht Jahren mit seinen Eltern nach Minnesota. bald verliert er die Lust an der Provinz und verdrückt sich nach New York und sukzessive Los Angeles, um sich um eine Karriere im Showgeschäft zu bemühen. Und wenn die meisten Leute ihn als neues Gesicht im "Donda"-Rollout kennenlernen, hat er allen Grund, aus dieser Gelegenheit etwas zu machen, immerhin hat KayCyy zu diesem zeitpunkt schon eine ganze Menge Grind hinter sich.

2016 nimmt ihn der Produzent Reefa unter Vertrag und KayCyy macht seine Runden in der Industrie hinter den Kulissen. Immerhin hat der Junge Talent, aber auch noch einen weiten Weg vor sich. Er arbeitet an seinem Handwerk, bis er sich 2020 das erste Mal bereit fühlt. "Patient Enough" heißt das erste Studioalbum, inzwischen schon als Songwriter mehr oder weniger in der Szene vernetzt, was auch Features mit etablierten Artists wie Lil Keed einbringt. Aber der Sound klingt sehr nach Atlanta, sehr eindimensional – und wie sein damaliger Künstlername KayCyy Pluto beweist, extrem von Future beeinflusst. Nach einem zugezogenen YSL-Wannabe ohne externen Marketing-Push kräht 2020 aber eben kein Hahn.

Auch sein im Folgejahr erscheinendes Tape "Up's & Down's" schafft keine Trendwende, auch wenn es ästhetisch schon einen deutlichen Schritt nach vorne macht. Die generischen Trap-Videos sind gestern, jetzt bekommen wir ein hübsches, artsy Albumcover und Musik, die ein bisschen mehr mit R'n'B und Neo-Soul spielt. Klingt schön, aber auch harmlos. Noch fehlt es KayCyy einfach, um sich richtig aus der Konkurrenz hervorzuheben. Gleichzeitig schreibt er an Blockbuster-Alben wie Lil Waynes "Funeral" mit und bekommt den Kontakt, der die Karten wirklich neu mischt: Kanye West.

Und KayCyy ist dieses Mal nicht unvorbereitet. Zielsicher nutzt er jede Gelegenheit, um auf sich aufmerksam zu machen: 'Hey, guckt mal, hier bin ich.' Abgesehen von Backing-Vocals auf "Keep My Spirit Alive" und "Hurricane" ist er zwar selbst nicht zu hören, trotzdem könnte man meinen, er sei ein Protagonist der Geschichte. Er erneuert seinen Deal, teast weiter "Who Is KayCyy" und haut dann vorab die Kollabo-EP "TW20 50" mit Gesaffelstein raus, die so cool und futuristisch klingt wie eine Kollabo mit dem finsteren EDM-Veteran auch klingen sollte.

Nur wenig später gibt es schon ein Vorab-Mixtape namens "Get Used To It", auf dem er Features mit Lancey Foux und 070 Shake droppt und ein bisschen mehr verrät, was von ihm zu erwarten ist: mysteriöser Zeitgeist-Sound. Vielleicht ein bisschen zu mysteriös und zu zeitgeistig, weswegen "Get Used To It" kritisch noch ein wenig durchwachsene Reaktionen hervorruft. Aber ein XXL Freshman-Cosign folgt trotzdem, denn man merkt: Dieser Junge hat sich starken Rückhalt gesichert, eine Menge Talent und extrem viel Hunger. Unwahrscheinlich, dass das nicht irgendwo hinführt.

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