laut.de-Kritik

Erhöhen sie die Schlagzahl, bitte.

Review von

Nachdem Gary Barlows zweites Soloalbum "Twelve Months, Eleven Days" im Jahr 1999 nicht mal mehr in der eignen Heimat auf offene Ohren stieß, hatte das Take That-Mitglied so gut wie keiner mehr auf der Rechnung.

Es folgte eine über zehnjährige Pause, ehe der Urheber von Hits wie "Back For Good", "Pray" oder "Patience" im Sommer 2012 mit Hilfe der Commonwealth Band plötzlich wieder Höhenluft schnupperte ("Sing"). Scheinbar euphorisiert vom neuerlichen Ritt auf der Erfolgswelle legt der smarte Barde knapp anderthalb Jahre später nach und präsentiert seiner immer noch zahlreichen Gefolgschaft die Scheibe "Since I Saw You Last".

Der Opener "Requiem" beginnt mit dem typisch britischen Piano-Pop. Nach einer Minute wendet sich das Blatt jedoch: Während im Background kompakte Streicher und klassischer Bandsound beschwingt zum Tanze bitten, versucht sich Barlow als Lennon-Klon – mit Erfolg. Der Einstieg gelingt.

Weiter gehts mit locker flockigem Folk-Pop, den der Brite mindestens ebenso unbekümmert aus dem Ärmel schüttelt, wie die vielen Kollegen, die damit seit mehreren Jahren Lobgesänge ernten ("Let Me Go").

Danach schiebt sich die erste Ballade ins Programm ("Jump")- es soll nicht die letzte bleiben. Mit "6th Avenue", "We Like To Love" und "Dying Inside" sorgen noch drei weitere Zartbitter-Pralinen für reichlich Tränen im Reich gebrochener Herzen. Für eine Genesung reicht es allerdings nicht, denn keines der Klangtrostpflaster kommt auch nur annähernd an die aufwühlende Dramatik vergangener Tage ran.

Weitaus gehaltvoller präsentieren sich da schon die zahlreichen flotteren Nummern aus der Feder des mittlerweile leicht ergrauten Boyband-Beaus. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Sänger Arm in Arm mit Sir Elton John gen Motown-Heaven fliegt ("Face To Face"), mit Pilzkopf-Anleihen Abbey Road-Erinnerungen weckt ("Small Town Girls", "The Song I'll Never Write") oder simplen, aber nachhaltigen Arena-Pop zum Besten gibt ("Since I Saw You Last"): Sobald sich die Schlagzahl erhöht passt der Deckel auf den Topf.

Trackliste

  1. 1. Requiem
  2. 2. Let Me Go
  3. 3. Jump
  4. 4. Face To Face
  5. 5. God
  6. 6. Small Town Girls
  7. 7. 6th Avenue
  8. 8. We Like To Love
  9. 9. Since I Saw You Last
  10. 10. This House
  11. 11. Dying Inside
  12. 12. More Than Life

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3 Kommentare mit 2 Antworten

  • Vor 7 Jahren

    Ich muss ganz ehrlich sagen: Take That sind mein großes musikalisches Laster. Ich kann mir nicht helfen, ich find' die total spitze.

    Das Barlow-Album hier ist nun so la-la. Die plumpe Mumford-Imitation "Let Me Go" ist mir schwer unsympathisch, und überhaupt schläft man über die Länge des Albums ein. "Requiem" und "Smalltown Girls" gehen klar, der Rest dümpelt so vor sich hin - wobei man "Dying Inside" im Gegensatz zu den meisten Barlow-Balladen sogar irgendwie ernst nehmen kann.
    Für mich raushauen tut's die Produktion, die steckt in der Beziehung nämlich sämtliche Take That-Alben in die Tasche.

    • Vor 7 Jahren

      Wieso denn Laster Schnuddelino?
      Wenn dir die Musik gefällt, dann ist es egal ob die hip und trve sind oder als Hausfrauenband gelten!
      Übrigens haben die aber auch wirklich einige richtig gute Lieder, gute Popmusik eben.

  • Vor 7 Jahren

    "Since I saw you last" ... der ist doch Muttersprachler?!?

  • Vor 7 Jahren

    Ahh, endlich was neues vom Dinosaur Jr Bassisten.