Porträt

laut.de-Biographie

Axxis

Irgendwann in der frühen Steinzeit (also so etwa Mitte der 80er) formieren sich Bernhard Weiss (Gesang), Walter Pietsch (Gitarre), Werner Kleinhans (Bass) und Richard Michaeski (Drums) zur Band Axxis. Schon mit ihrem ersten Demo kommen sie bei EMI Electrola unter und sorgen dort für eine kleine Sensation. Immerhin verkauft sich das 1989 erscheinende Debüt "Kingdom Of The Night" über 100.000 Mal, für eine deutsche Hardrock-Band mehr als beachtlich.

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Das Label macht entsprechend auch ein wenig Kohle locker und bezahlt der Band den Openerslot für Black Sabbath im Herbst des selben Jahres. Natürlich wollen Axxis auf diesen Erfolg aufbauen und schieben schnell das nächste Album hinterher, dem sie den schlichten Titel "II" geben. Kommerziell gelingt ihnen der Anschluss durchaus, aber von vielen Seiten muss sich die Band den Vorwurf anhören, sich zu sehr dem Mainstream anzubiedern. Das kratzt die Jungs aber wenig.

Zusammen mit Keyboarder Harry Oellers (der seit "II" mit dabei ist), gehen sie auf ihre erste Headlinertour durch Europa. Dort lassen sie die Bandmaschinen mitlaufen und schneiden die Aufnahmen für ihre Live-Scheibe "Access All Areas" mit, die 1991 erscheint.

Da der Aufwärtstrend anhält, wagen sie nun auch den Schritt auf den amerikanischen und asiatischen Markt. So finden die Aufnahmen zu "The Big Thrill" in Philadelphia statt. Auch Japan zeigt langsam aber sicher Interesse an Axxis. Dort erscheint sogar exklusiv die "Profile"-Scheibe, die Bernhard und Walter mit einer Akustiktour bewerben. In Europa drehen sie mit der russischen Band Gorky Park ein paar Runden.

Um am Ball zu bleiben, muss für die Produktion von "Matters Of Survival" ein großer Name her. Keith Olsen (unter anderem Whitesnake, Scorpions, Fleetwood Mac) zeichnet für den Sound des Albums verantwortlich, was sich abermals auszahlt. So belegen sie beim Rock Am Ring-Festival eine der oberen Plätze. Trotzdem, oder gerade deswegen gehen Axxis auf "Voodoo Vibes" das Wagnis ein, selbst als Produzenten zu fungieren. Das kommt vor allem Walter sehr entgegen, der seine Gitarre prägnanter als früher einsetzen darf. Zusammen mit U.D.O. machen sie sich auf eine Co-Headlinertour durch Europa.

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Um so überraschender kommt 1998 die Nachricht, dass Walter aus der Band ausscheidet und auch Basser Markus Gfeller seine Koffer packt. Davon lassen sich Bernhard, Harry und Richie aber nicht entmutigen, Sie suchen so lange, bis sie in Guido Wehmeyer (Gitarre) und Udo Niemeyer (Bass), die richtigen Leute finden.

Über ihre Homepage kann man sich 1999 das Compilation-Album "Pure & Rough" im MP3-Format ziehen, ehe sich Axxis zur Jahrtausendwende mit "Back To The Kingdom" über Massacre Records zurück melden. Mit Pink Cream 69 machen sie die Straßen unsicher und schieben im selben Jahr die Live-EP "Collection Of Power" nach.

Ohne sich lange mit anderen Dingen aufzuhalten, stehen sie im September 2001 schon mit "Eyes Of Darkness" in den Startlöchern, um mit Kamelot Anfang 2002 Europa abzuklappern. Als es aber an die Aufnahmen zu "Time Machine" geht, müssen Axxis auf die Dienste von Pink Cream 69-Drummer Kosta Zafiriou zurück greifen, da Ritchie schon seit über einem Jahr verschwunden und auch von der Polizei nicht mehr aufzutreiben ist. Da sie mit Pink Cream 69 und Crystal Ball auch auf Tour gehen, spielt Kosta eben beide Sets.

Im Juli 2004 macht sich Udo wieder vom Acker und reicht seine Axt an den Cyberia-Basser Rob Schomaker (Ex-Regicide) weiter. Am Schlagzeug findet sich André Hilgers ein, der auch bei Silent Force und einigen anderen Combos aktiv ist. In dieser Besetzung arbeiten sie 2005 nicht nur an einem neuen regulären Studioalbum, sondern auch an einer Akustik-Scheibe. Dafür erscheint Mitte Januar 2006 aber "Paradise In Flames" über AFM Records. Sängerin Lakonia (die auch schon auf früheren Alben zu hören ist) trägt wieder ihren Teil bei. Dass der Sound deswegen ein wenig in Richtung Within Temptation geht, ist sicher kein Zufall.

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Zunächst stehen einige Auftritte mit Helloween für den Februar 2006 an, ehe sie mit den Schweizern Krokus im Mai die Hallen füllen. Im September deutet Gitarrist Guido an, er werde bald nicht mehr zur Verfügung stehen. Ende des Jahres nimmt er seinen Hut. Zuvor haben Bernhard und Harry schon eine Rock-Oper mit dem Namen "Prometheus Brain Project" geschrieben, die am Landestheater Schwaben Anfang Oktober uraufgeführt wird.

So fleißig Axxis Alben veröffentlichen, so kräftig dreht sich das Besetzungskarussell um Bernhard und Harry. Allein Basser Rob ist seit 2003 fest im Line-Up. Drums und Gitarre sind immer wieder Wechseln unterworfen. Allerdings kein Grund zur Panik: 2009 folgt bereits "Utopia", auf dem zum 20-jährigen Geburtstag ein zwölfminütiger Jubiläumstrack mit Andi Deris (Helloween), Doro Pesch (Doro), Schmier (Destruction), David Readman (Pink Cream 69), Claus Lessmann (Bonfire), Rolf Stahlhofen (Ex-Söhne Mannheims) und Walter Pietsch zu hören ist.

In der Zeche Bochum lassen sie ein vierstündiges Konzert von den Fans mitfilmen und arbeiten aus den vielen Zusendungen die DVD "20 Years Of Axxis" aus. Dabei kommt der Gedanke auf, sich von Labels und vertrauten Marketingwegen zu lösen, und so gründen Axxis zum seit 2002 existierenden Phonotraxx Publishing Musikverlag, noch ihr eigenes Label. Dort nehmen sie auch Dawn Of Destiny unter Vertrag und gehen mit den Jungs auf Tour.

Da sie auf dem eigenen Label nun tun und lassen können, was sie wollen, machen sich Axxis den Spaß und nehmen 2012 "reDISCOver(ed)" auf. Darauf finden sich nur Coverversionen von teils obskuren Disco-Songs, weswegen die Scheibe weitgehend übel zerrissen wird. Axxis kratzt das wenig. Sie nehmen Mercury Falling unter Vertrag, spielen mit der Band ein paar Shows und konzentrieren sich auf das nächste Studioalbum.

Das nennt sich "Kingdom Of The Night II" und erscheint in einer schwarzen und einer weißen Ausgabe. Die schwarze bietet die härtere, metallischere Kost, die weiße die ruhigere, rockigere Seite der Band. Vor allem der Song "21 Crosses", der den Opfern der Love Parade in Duisburg gewidmet ist, bleibt hier in Erinnerung.

Im Anschluss spielen Axxis ein paar Shows und konzentrieren sich dann auf die Produktion der nächsten DVD, die Anfang Oktober 2015 unter dem Titel "25 Years Of Rock And Power" erscheint.

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Axxis - Coming Home: Album-Cover
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2024 Coming Home

Kritik von Yan Temminghoff

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Bang Your Head 2012 Hatten viel zu erzählen zwischen den Songs

Hatten viel zu erzählen zwischen den Songs, Bang Your Head 2012 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Hatten viel zu erzählen zwischen den Songs, Bang Your Head 2012 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Hatten viel zu erzählen zwischen den Songs, Bang Your Head 2012 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Hatten viel zu erzählen zwischen den Songs, Bang Your Head 2012 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele)

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