Porträt

laut.de-Biographie

Yucca

Viel ist schon geschrieben worden über den "Sound of Hersbruck" oder "Hersbruck Rockcity". Gerade Fanzines haben der mittelfränkischen Kleinstadt nördlich von Nürnberg einen stilprägenden Sound und eine Banddichte zugeschrieben, wie man sie sonst nur in der Metropole Hamburg, im englischen Brighton oder in Portland an der amerikanischen Westküste vorfindet.

Yucca - Make Up Aktuelles Album
Yucca Make Up
Dance-Punk in neuen, alten Kleidern.

Yucca, 2001 unter anderem aus der juvenilen Schülerband "A Tuny Sonic" hervorgegangen und seit 2006 in einer eingespielten Besetzung, gelten in der doch recht überschaubaren Musikszene Nürnbergs lange als zwar eifrige, aber eben nur durchschnittlich talentierte Nachzügler mit zu viel Druck im Kessel.

Während sich The Robocop Kraus originell am Erbe der Talking Heads abarbeiten, The Plane Is On Fire die goldenen Jahre des Discopunk mitprägen und The Audience den R'n'R der 60er Jahre revitalisieren, gelingt der fünfköpfigen Band um die beiden Sänger Christian Mertel und Matthias Scharrer trotz ihrer hochenergetischer Auftritte nicht direkt der Sprung ins Rampenlicht.

Ihr erstes Album "Quick, Let's Beat It" aus dem Jahr 2006 ist ein ordentlicher Verschnitt aus zackigem Post-Punk der Marke Gang Of Four und druckvollem Dance-Rock, wie er von New Yorker Bands wie LCD Soundsystem oder The Rapture zu jener Zeit zum Zeitgeist hochgejubelt wird. Yucca fliegen bei weitem nicht so hoch, können jedoch neben Support- und Festivalgigs immerhin einen Auftritt bei den "Bavarian Open", dem Zündfunk-Festival einheimsen.

Im Jahr 2011 stehen die Vorzeichen anders. Yucca sind als "Bayerische Band der Woche" erneut bei der Jugendwelle "On3" zu Gast, wo sie auch lakonisch über ihre größte Krisensituation aus dem Juni 2008 berichten. Damals steht ihr Proberaum nach einem plötzlichen Wolkenbruch unter Wasser, Equipment im Wert von 25.000 Euro ist reif für den Sperrmüll. Und das drei Wochen vor den Aufnahmen zum wegweisenden zweiten Album.

Mit einem Kredit, geliehenen Instrumenten und viel Zuspruch aus der Nürnberger Musikszene – im MUZ-Club wird ein Benefizgig für die klamme Band organisiert - kann "A Different Time In A Different Place" doch noch eingespielt werden. Es ist ein überdrehtes Album im Fahrwasser von Bloc Party, dessen schneidende Gitarren, elektronische Schnörkel und unbedingt hymnischen Gesangslinien von Ärzte- und Slut-Produzent Oliver Zülich konsequent herausgearbeitet werden.

Dennoch kommen Yucca nicht von der Stelle und wagen mit ihrem dritten Album "Make Up" eine Kurskorrektur, die durchaus so wirkt, als würden die Franken 2011 alles auf eine Karte setzen. Poppiger, elektrifizierter und großformatiger klingen ihre Songs nun, Vorbilder sind dabei nicht mehr so einfach auszumachen. Vom Sound ihrer Heimat haben sich Yucca jedenfalls eine Stück weit emanzipiert.

Alben

Yucca - Make Up: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2011 Make Up

Kritik von Christoph Dorner

Dance-Punk in neuen, alten Kleidern. (0 Kommentare)

  • Offizielle Seite

    Im Blog hält die Band stets auf dem Laufenden.

    http://www.yucca-music.de

Noch keine Kommentare