Porträt

laut.de-Biographie

Wolverine

Um alle Missverständnisse gleich auszuräumen: Die Schweden Wolverine haben sich tatsächlich nach dem gleichnamigen Helden aus der Marvel-Comicserie X-Men benannt. Allerdings sieht keiner von ihnen aus wie Hugh Jackman, tritt im gelben Kostüm aus den Comics auf und auch musikalisch sind sie inzwischen eher weniger in Bereichen unterwegs, die man mit dem wilden Kämpfer in Verbindung bringen würde.

Schon 1993 spielen Marcus Losbjer (Drums/Vocals) und Stefan Zell (Vocals/Bass) im Teenageralter zusammen in ihrer ersten Band. Doch es dauert noch einige Inkarnationen und vor allem Beseztungswechsel, ehe sich mit Wolverine eine ernstzunehmende Truppe entwickelt. Anfangs steht neben Marcus und Stefan noch Björn Renström an der Gitarre, doch schon bald seteigt auch Stefans Bruder Mikael an der zweiten Gitarre ein.

Mikael bleibt der Band treu, doch die andere Gitarre ist anfangs einem häufigen Wechsel unterworfen. Erst 1998 kommt mit Andreas Baglien (Keyboard) und Carl-Henrik Landegren (Gitarre) eine gewisse Stabilität ins Line-Up. Vom melodischen Death Metal-alter Tage ist nicht mehr viel geblieben, denn die Band bewegt sich inzwischen in deutlich sanfteren, progressiveren Gebieten.

Mit diesem Sound ergattern sie einen Deal bei der Zizania Entertainment Group und spielen ihre letztes Demo "Fervent Dream" teilweise neu ein. Die EP erscheint im November '99 und ist relativ schnell ausverkauft. Als Carl-Henrik seinen Platz im Laufe des nächsten Jahres für Per Broddesson frei macht, unterschreiben Wolverine beim deutschen Label Emerald Factory und veröffentlichen "Fervent Dream" im April 2001 ein drittes Mal. Auf dem Album spielen auch jede Menge Gastmusiker an Instrumenten wie Violine, Didgeridoo oder Cello.

Zwei Monate später entern sie das Spacelab Studio der beiden Everon-Recken Oliver Philipps und Christian Moos und nehmen mit diesen "The Window Purpose" auf. Inzwischen haben sie sich musikalisch in eine progressivere Richtung entwickelt und legen deutlich mehr Wert auf melodischen Gesang. Bevor das Album jedoch erscheint, trennen sich Wolverine von Emerald Factory und die Scheibe veröffentlicht das kleine DVS Records-Label. Außerdem ist mit Thomas Jansson inzwischen ein Bassist in der Band, da sich Stefan so besser auf die Vocals konzentrieren kann.

Mit den kanadischen Prog-Thrashern Into Eternity absolvieren sie daraufhin eine kleine Tour durch Europa. Anschließend steht bereits wieder der nächste Labelwechsel an, denn Wolverine unterzeichnen bei Elitist Records, einem Sublabel von Earache und veröffentlichen dort im Herbst 2003 "Cold Light Of Monday".

Erneut arbeiten sie mit den beiden Everon-Musikern und präsentieren ein Album, das wesentlich nachdenklicher und langsamer ist als der Vorgänger. Im September steigt Per aus der Band aus, da er sich lieber auf sein Projekt The Doomsday Cult konzentrieren will. Das hält die anderen aber nicht davon ab, als Quintett weiter an neuen Songs zu arbeiten.

Bevor es aber neues Material der Schweden gibt, legen Elitist eine neu gemasterte Version von "The Window Purpose" erneut auf. Das Album klingt in dieser Version nicht nur wesentlich besser, sondern ist weltweit erhältlich, weist ein anderes Cover auf und mit "Again!" einen gelungenen Bonustrack. Als sich die Band im Sommer 2005 wieder ins Studio begibt, zeigen sich Earache über das Ergebnis allerdings alles andere als glücklich. So trennt man sich in beidseitigem Einvernehmen und Wolverine kommen bei Candlelight Records unter.

Im April des folgenden Jahres bekommt Keyboarder Andreas dann allerdings seine Papiere, da sein Enthusiasmus scheinbar ziemlich flöten gegangen ist. Der neue Mann an den Tasten hört auf den Namen Per Henriksson, ist aber auf dem neuen Album "Still" noch nicht zu hören. Die Scheibe erscheint Anfang Juli 2006 und ist noch besinnlicher als "The Window Purpose".

Es folgen ein paar wenige Konzerte, doch dann liegt die Band zwei Jahre lang mehr oder weniger auf Eis. Erst langsam kommt wieder Bewegung in die Sache und schließlich gehen sie 2010 tatsächlich die Arbeiten zu einem weiteren Album an. Die Aufnahmen finden in mehreren Studios in Schweden statt. Den Mix übernimmt überraschenderweise Jacob Hansen, der sonst eher für heftige Sounds der Marke Raunchy oder Hatesphere zuständig ist.

"Communication Lost" erscheint Ende Juni und ist ein prachtvolles Stück Musik für Fans von Bands wie Anathema oder My Dying Bride.

Alben

Wolverine - Still: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2006 Still

Kritik von Michael Edele

Meilenweit entfernt von alten Death Metal-Wurzeln. (0 Kommentare)

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