Porträt

laut.de-Biographie

Wilson Pickett

Von der Kirchenmusik zum Soul-Sänger - kein unüblicher Werdegang in der Biografie klassischer Künstler des Genres. So auch im Falle des am 18. März 1941 im US-anerikanischen Prattville, Alabama geborenen Wilson Pickett. Das Singen von Liedern begleitet ihn als Hobby seit frühester Jugend, nach einem Umzug lebt er in Detroit seine Leidenschaft als Kirchenchor-Sänger aus.

Weitere gesangliche Fertigkeiten erarbeitet sich Wilson als Mitglied der Gospel-Formation The Violinaires. Für die Band The Falcons geht er als Frontsänger an den Start. Von Picketts Fähigkeiten überzeugt, ermuntert ihn Produzent Robert Bateman, sein Glück als Solist zu versuchen. Als Songwriter bereits für die Falcons erfolgreich, taucht der Nachwuchskünstler mit "If You Need Me" 1963 erstmals in den Charts auf. Das begleitende Album "It's Too Late" schlägt sich bei Kritikern und Musikfans mehr als achtbar.

Doch erst die Unterzeichnung eines Plattenvertrags bei Label-Riese Atlantic Records bringt den entgültigen Durchbruch. 1964 erscheint der Longplayer "Saturday Night At The Uptown". Mit dem 1965 folgenden Werk "In The Midnight Hour" gelingt ihm dank des Titeltracks der entgültige Durchbruch als anerkannter Künstler. Bis hinein in die frühen siebziger Jahre zählt Pickett zu den gefragtesten Soul-Sängern. Regelmäßig bringt er in den Charts erfolgreiche Singles heraus, die heute zu den Klassikern jener Epoche zählen, wie z. B. "Land Of 1000 Dances", "Mustang Sally" (beide 1966), oder "Everybody Needs Someone To Love" (1967). Weltweite Auftritte steigern seine Popularität.

Die Zeit des klassischen Soul geht Anfang der siebziger Jahre vorüber, die bereits latent am Musik-Himmel lauernde Disco-Welle führt im Lauf des Jahrzehnts zu einer Verwässerung der ursprünglichen Herangehensweise. Kommerziell agieren Acts wie Barry White, die Pointer Sisters oder The Three Degrees höchst erfolgreich, doch Urgesteine wie Pickett haben beruflich wie künstlerisch schwer zu kämpfen.

Deren Verkaufszahlen sinken rapide, das öffentliche Interesse gestaltet sich immer geringer. Obwohl Pickett weiterhin regelmäßig Alben veröffentlicht, kann er nicht mehr an die erfolgreichen Sechziger anknüpfen. Ab den frühen Achtigern fällt Wilson mehr durch rüpelhaftes Benehmen in Form eines Bad Guy auf, als durch bahnbrechende neue Songs. Er liefert sich Schlägereien mit Musiker-Kollegen und Plattenfirmen-Angestellten, mißhandelt seine Freundin, und bekommt Ärger mit der Justiz durch Drohgebärden mit gezogener Schusswaffe gegenüber einem Kontrahenten.

Hochprozentigem spricht Pickett in diesen Tagen mehr zu, als ihm guttut, ebenso anderen Drogen. In den Neunzigern verletzt er beim Fahren unter Alkohol einen Fußgänger schwer, was ihm ein Jahr Gefängnishaft einbringt. Sein Leben hat Wilson immer weniger unter Kontrolle, der Abstieg scheint nicht aufhaltbar. Eine Entziehungskur bringt nicht die erhoffte Besserung, durch unerlaubten Kokain-Besitz folgt eine weitere Haftstrafe.

Fast zehn Jahre nach seinem bis dahin letzten Studio-Album "American Soul Man" erscheint 1999 mit "It's Harder Now" ein unerwartetes Lebenszeichen - und bringt ihm eine Grammy-Nominierung ein. Zum letzten Mal streht Pickett in größerem öffentlichen Interesse.

Der Tod ereilt ihn in Form eines Herzinfarktes in Reston/Virginia. Viele Musiker-Kollegen zollen bereits zu Lebzeiten mit ihren Covern von Pickett-Songs dem Altmeister Tribut, darunter B.B. King, Rolling Stones und Solomon Burke. "Everybody Needs Someone To Love" entwickelt sich durch den Kultfilm "Blues Brothers" zu einem seiner bekanntesten Tracks.

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