Porträt

laut.de-Biographie

Ultravox

Ultravox gründen sich 1974 in London, als die Metropole gerade die ersten Geburtswehen von Punk-Rock verspürt. Mit schroff dreinsägenden Gitarrenriffs hat Sänger und Keyboarder Dennis Leigh aka John Foxx jedoch nicht viel im Sinn.

Ganz im Gegenteil: Foxx, Bassist Chris Cross, Keyboarder Billy Currie, Gitarrist Steve Shears und Drummer Warren Cann wollen mit Ultravox ihren Glam Rock-Idealen huldigen. 1977 von Island Records unter Vertrag genommen, gewinnt das Quintett für ihre Debüt-LP den Elektroniktüftler Brian Eno als Produzenten. Doch auch der Ex-Roxy Music-Keyboarder macht den Erstling nicht zum großen Wurf.

Noch bevor die Band zu den Aufnahmen ihres dritten Albums nach Deutschland fährt, verlässt Shears die Band. Dort soll es Produzent Conrad "Conni" Planck richten, der Mann, der sämtlichen Neu!-Releases zeitlosen Glanz verlieh und auch bei den frühen Kraftwerk seine Finger im Spiel hatte. Eine Hoffnung, die sich nicht erfüllt und so lässt Island Records die Band fallen, was Foxx zum Ausstieg bewegt, um fortan auf Solopfaden zu wandeln. Sänger und Gitarrist Midge Ure tritt in die Fußstapfen von Foxx und drückt der Band fortan seinen Stempel auf.

Mit "Vienna" gelingt sogleich der erfolgreiche Angriff auf die Charts. Beinahe zeitgleich ist Ure auch mit Visage in den Hitparaden zu finden. Ultravox bleibt jedoch sein Lieblingsprojekt, das in der Folge mit den Alben "Quartet" und "Lament" zum Dauergast an den Spitzenpositionen der Charts wird. Unvergessen sind Ures pathetische Songwriting-Qualitäten, wie sie etwa in dem 1984er Hit "Dancing With Tears In My Eyes" zu voller Blüte kommen.

Als Midge Ure die Band 1985 verlässt, büßen Ultravox ihre treibende kreative Kraft ein. Zwar versuchen die übrigen Musiker die Band am Leben zu erhalten, an die Klasse vergangener Tage reichen sie jedoch bei weitem nicht heran. Der Abgang von Drummer Warren Cann setzt 1985 erste Auflösungserscheinungen in Gang, die zwei Jahre später bittere Wahrheit werden.

Mit Ultravox' Ur-Gitarrist Robin Simon startet der offensichtlich gekränkte Keyboarder Billy Currie das Projekt U-Vox, später in Humania umbenannt, bis er von seinen Ex-Kollegen den alten Namen Ultravox vor Gericht erstreitet. Doch auch eine Reunion mit dem erfolgreichen Bandnamen im Jahr 1993 samt neuem Album "Revelation" bleibt nur ein kurzes Kapitel in den Annalen der Popmusik beschieden.

Ure etabliert sich als Solokünstler und landet mit "Breathe" 1995 noch einmal einen großen Hit. Im Jahr 2004 veröffentlicht Currie sein Soloalbum "Still Movement", doch erst vier Jahre später jubeln die Fans.

Im Gegensatz zu 1993 giert die Öffentlichkeit inzwischen nach 80er Reunions, so dass Warren Cann, Chris Cross, Billy Currie und Midge Ure erstmals seit Live Aid 1985 wieder gemeinsam für eine UK-Tournee auf die Bühne steigen.

Anlass ist das 30-jährige Jubiläum ihrer Hit-Single "Vienna". Die Tour schweißt die alten Herren wieder zusammen, doch von einem neuen Album wollen Ultravox erst einmal nichts wissen: "Sechs Wochen am Stück zu proben und dann einen Monat lang die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen ist eines, sich nach 28 Jahren aber wieder hinzusetzen, um gemeinsam neue Songs zu schreiben und ein Album aufzunehmen, etwas komplett anderes", so Midge Ure.

Doch die Industrie lässt nicht locker, und so kommt es über Umwege zu einer Kooperation mit der EMI. Nach mehr als 25 Jahren verschanzt sich das Quartett im Jahr 2011 im kanadischen Domizil des Sängers hinter ihren Synthies und präsentiert im Folgejahr mit "Brilliant" das erste Studioalbum seit dem 86er-Werk "U-Vox": "All das hätte auch in einem Fiasko enden können. Ich glaube, wir hatten alle die Hosen voll. Aber es hat funktioniert", berichtet Ure von den Aufnahmen.

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Ultravox - Brilliant: Album-Cover
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  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2012 Brilliant

Kritik von Kai Butterweck

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