Porträt

laut.de-Biographie

Todd Bodine

Dierk Draeger kommt in Berlin zur Welt. Dort legt er in den frühen 90er Jahren den Grundstein für seine Tätigkeit als DJ und Produzent. Das große Angebot an Clubs und Parties im Nachwende-Berlin bringt Draeger mit elektronischer Clubmusik in Berührung.

Einen bleibenden Eindruck hinterlässt der am Potsdamer Platz gelegene Kultclub Tresor. Nach zahllosen bewundernden Blicken in Richtung DJ-Pult ist für Draeger klar: zwei Plattenspieler samt Mixer müssen her. Ein nicht unerheblicher Teil der Zeit wird fortan in den Plattenläden der Hauptstadt auf der Suche nach guten Tracks verbracht.

"Ich komme vom relativ harten Techno à la Jeff Mills und habe früher auch nur so aufgelegt, bis ich dann Leute wie Dan Bell kennen gelernt habe, die mir gezeigt haben, dass es auch anders geht. Nämlich etwas langsamer und etwas subtiler", sagt Bodine in einem Interview. Der deutlich hörbare Einfluss von Produzenten und DJs aus Detroit bleibt eine der Konstanten in der Karriere des Berliners.

Für seine Auftritte als DJ legt er sich schließlich das Pseudonym Todd Bodine zu. Als Ideengeber dient Draeger ein Rennen der amerikanische Nascar-Serie, bei der auch Brett Bodine seine Runden im Oval mit den Steilkurven dreht. Draeger übernimmt den Namen Bodine und gibt sich selbst den Vornamen Todd.

Der Zufall will es, dass Brett Bodine einen Sohn namens Todd hat, der auf den Spuren seines Vaters folgt und ebenfalls eine Karriere als Nascar-Fahrer einschlägt. Der Todd Bodine aus Berlin sieht seine Zukunft nicht auf der Rennstrecke sondern im Club.

2002 steuert er den Track "Finish Summer" zur "Headquarters_Berlin"-Compilation des Tresors bei. Ein wichtiger Schritt, der seinen Ruf weiter festigt und in den Monaten danach zu weiteren Releases führt. 2003 gibt Bodine mit der Maxi "Digital Madness" zum einen sein Debüt auf dem Berliner Label Highgrade Records. Zum anderen erscheinen zwei Maxis bei den beiden Schweizer Labels Tongut und Morris Audio Citysport Edition.

Auf Letztgenanntem veröffentlicht er 2005 mit "Different Engines" sein erstes Album. Wichtige Produzenten, die Todd bei seiner Arbeit im Club und im Studio als Inspirationsquelle dienen, sind Richie Hawtin und Daniel Bell.

2006 folgt ein weiteres Album mit dem Titel "Surfaces". Dieses Mal erscheint es auf Tresor Records, wo Bodine zuvor einzelne Tracks sowie zwei Maxis zu Buche stehen hat. Als besonders dauerhaft erweist sind jedoch die Verbindung zu Tom Clark alias Thomas Haertel, Kopf von Highgrade Records. Das Label gilt als ein Kristallisationspunkt für die Berliner Szene. Format B, Jens Bond, Tigerskin, Phage & Daniel Dreier und nicht zuletzt Tom Clark selbst sind hier mit Releases vertreten.

Mit einigen Maxi-Releases gehört auch Todd Bodine zum festen Kern 2009 der Highgrade-Artists. Einen Status, den "Forms" untermauert.

Alben

Todd Bodine - Forms: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2009 Forms

Kritik von Daniel Straub

Berliner Afterhour-Techno zum Abgewöhnen. (0 Kommentare)

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