Porträt

laut.de-Biographie

Times New Viking

Irgendein bekannter Schriftsteller soll einmal gesagt haben, dass eine gute Schwäche besser sei als eine schlechte Stärke. Diesen Spruch müssen Times New Viking irgendwann aufgeschnappt haben, um seinen Realitätsgehalt an der leiderprobten Musik zu testen.

Dazu ein kleiner Auszug aus einem Interview: "Ich hab noch nie vorher Keyboard oder so was ähnliches gespielt, bevor wir das starteten", sagt Keyboarderin und Sängerin Beth Murphy. Trommler und Sänger Adam Elliott: "Ich konnte nicht singen. Ich kann’s immer noch nicht." Und befragt, wie viele Gitarrenstunden Jared Phillips hatte: "Keine".

Dem ein oder anderen wird das natürlich sehr bekannt vorkommen. Dem Rest sei gerne nachgeholfen: Do it Yourself - Bands, die eher schlecht als recht ihre Instrumente beschrubbeln sind wirklich keine Neuheit und sprossen in den Siebzigern wie Unkraut aus dem Punk-Nährboden. Bands wie die Germs seien hier als legendäres Beispiel genannt.

Deren Wahlsolgan war noch "No Future". Inzwischen sind aber mehrere Jahrzehnte ins Land gezogen. Gibt es also doch eine Zukunft? Times New Viking probieren es zumindest. 2005 setzten sich die drei Kunststudenten aus Columbus, Ohio das erste Mal ins "Studio" und krächzten sich "Dig Yourself" zusammen. Aber bleiben wir ehrlich: Es war in einer verdammten Garage.

Die Lautstärke drehen sie derart auf, dass man die musikalische Unvollkommenheit gar nicht erst bemerken könnte, der Erfolg ist da, aber doch eher bescheiden. Mit einem braunen Bus touren sie durch Amerika und können gerade mal ihre Benzinrechnung bezahlen. Das ändert sich auch mit "Present The Paisley Reich" zwei Jahre später nur geringfügig. Immerhin touren sie aber mit Yo La Tengo und müssen Vergleiche mit den frühen Guided By Voices über sich ergehen lassen.

Im Untergrund sind sie durchaus beliebt und so wird schließlich ein größeres Label auf sie aufmerksam. Matador Records übernimmt die Band und sorgt für ein weiteres Album. "Rip It Off" erscheint 2008 in bekannter Manier. Die Band spielt die Stück zusammen in einem Take runter, stellt einen Recorder in den Raum und überspielt das dann auf ein billiges, x-mal überschriebenes Kassettentape. Das ist extrem kostengünstig und heraus kommt Raw Sound. Garantiert.

Alben

Times New Viking - Rip It Off: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2008 Rip It Off

Kritik von Volker Rueß

Als würde man ein Nagelbett die Kreidetafel hinunterziehen. (0 Kommentare)

Videos

Video Video wird geladen ...

Noch keine Kommentare