Porträt

laut.de-Biographie

The Sea And Cake

Bei The Sea And Cake handelt es ich um eine in Chicago ansässige Band, deren innovative Musik sich als vom Jazz beeinflusster Post-Rock beschreiben lässt, der elektronische Elemente in die Arrangements integriert. Dem engeren Umfeld dieser Independent-Szene in Chicago gehören befreundete Bands wie Tortoise, Isotope 217 und Gastr Del Sol an.

Sänger und Gitarrist Sam Prekop und Bassist Eric Claridge planen gemeinsam ein neues musikalisches Projekt, nachdem ihre Band Shrimp Boat in die Brüche geht. Sie gewinnen den Ex-Coctails Gitarristen Archer Prewitt und den Tortoise-Schlagzeuger John McEntire für sich und gründen 1993 das Quartett The Sea And Cake. Der Bandname geht angeblich zurück auf John McEntires Missverstehen der Textzeile "The C in Cake", die aus einem Gastr Del Sol-Song stammt.

1994 veröffentlichen sie ihr gleichnamiges Debüt auf dem feinen Chicagoer Label Thrill Jockey Records. Feinsinnige und schwebende Gitarren dominieren die aufwändigen, immer ausgesprochen entspannt und unaufgeregt klingenden Kompositionen. 1995 kommen "The Biz" und "Nassau" auf den Markt, auf denen die Instrumenten-Palette um ein Keyboard, eine Farfisa-Orgel und ein Cello erweitert wird.

1997 erscheint "The Fawn". Mit diesem Album beginnt die elektronisch geprägte Phase von The Sea And Cake, eine Drum Machine und Synthesizer sorgen für experimentellere und flächigere Arrangements, dennoch bleiben sie ihrem zugänglichen, post-jazzigem Stil treu.
Anschließend legen die Musiker eine Band-Pause ein, um sich ihren Solo-Karrieren und ihrem Privatleben zu widmen.

Während John McEntire noch immer bei Tortoise aktiv ist und Eric Claridge sich als bildender Künstler verdingt, veröffentlicht Archer Prewitt zwischen 1997 und 2000 drei Solo-Alben ("In The Sun", "White Sky", "Gerroa Songs") auf Carrot Top und 2002 und 2005 zwei Alben auf Thrill Jockey ("Three", "Wilderness"). Als Solo-Artist bevorzugt er einen subtil arrangierten Lounge-Pop und offenbart klassische Singer/Songwriter-Qualitäten.

Der Sänger von The Sea And Cake, Sam Prekop, veröffentlicht 1999 mit tatkräftiger Unterstützung von Jim O'Rourke sein gleichnamiges Solo-Debüt auf Thrill Jockey, dem 2005 "Who's Your New Professor" folgt. Prekop ist musikalisch mehr am Jazz orientiert und verzichtet gänzlich auf elektronisch Zutaten.

Im Jahr 2000 schließen sie sich wieder zusammen und veröffentlichen "Qui", dem sich 2003 das Album "One Bedroom" anschließt, das Jazz und Easy Listening kombiniert und nur dank der rhythmischen Muster und irritierenden Soundeffekte einen Bezug zum Post-Rock hat.

2007 formieren sich The Sea And The Cake erneut und bringen im Mai das ambitionierte "Everybody" auf den Markt. Die Produktion hat dieses Mal Brian Paulson übernommen, und nicht John McEntire wie bisher. Das mag der Grund dafür sein, dass "Everybody" bei aller Leichtigkeit ein wenig dynamischer klingt als seine Vorgänger.

2010 gehts mit Broken Social Scene auf Tour. Prekop fabriziert noch vor dem "Runner"-Release (2012) den Soundtrack für einen Streifen namens "Pavilion" (2011). Insgesamt machen sich The Sea And The Cake aber meistens eher rar - was sich auf die Qualität der Veröffentlichungen positiv auswirkt. Experiment und Eingängigkeit gehen bei den Amis äußerst geschmeidig Hand in Hand.

Alben

The Sea And Cake - Oui: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2000 Oui

Kritik von

Besinnlich, leicht melancholisch, aber doch schön - herbstlich eben. (0 Kommentare)

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