Porträt

laut.de-Biographie

Seelenluft

Wer bei dem befremdlich klingenden Namen Seelenluft an wild auftoupierte Grufties mit barocken Schminkformationen im Gesicht denkt, hält sich an das Naheliegende. Im Falle des Schweizer Komponisten, DJs, Produzenten und Multiinstrumentalisten Beat Solèr führt die schwarze Schublade indes gewaltig in die Irre.

Seelenluft - Birds And Plants And Rocks and Things Aktuelles Album
Seelenluft Birds And Plants And Rocks and Things
Einen Schweizer bringt so schnell nichts aus der Ruhe.

Mit seinem Erstling "Bellatrax" schafft der Zürcher 1996 eine bunte Mischung aus Drum'n'Bass-Rhythmen, sanftem Easy Listening und eingesampelten Tierstimmen, die sich zum originellen Sound à la Seelenluft verbinden. Bereits sechs Jahre zuvor drückt Solèr erstmals die Aufnahmetaste am Rekorder und spielt sein Debüt "The Flame Of Acapulco" ein. Die Heimzimmeraufnahme mit Gitarre, Bass, Drumcomputer und Gesang erscheint jedoch lediglich als Kleinstauflage. Fünf Kassetten werden vom Seelenluft-Blueprint in Produktion gegeben.

"Der Grund, warum ich überhaupt Musik mache, ist die große Leidenschaft, die ich für sie empfinde. Ich lebe immer für sie", bringt Solèr in einem Interview den eigentlichen Kern seines Projekts auf den Punkt. Diese Leidenschaft treibt schon früh erste Blüten. Mit 15 Jahren beginnt er an der St. Galler Jazz-Schule ein Studium der klassischen Kompositionskunst und spielt in seiner Freizeit in New Wave- und Punk-Combos Bass und Gitarre. Der vielschichtige Zugriff auf seine Leidenschaft, die Musik, charakterisiert auch alle Seelenluft-Releases, so verschieden sie auch sein mögen.

Ruht Seelenluft vorübergehend, dann komponiert Solèr Soundtracks, arbeitet für Theater- und Performanceprojekte oder legt sich eine Scheibe aus seiner großen Easy Listening-Sammlung auf den Plattenteller. 2000 holt das Wiener Label Klein Records, wo auch die Sofa Surfers zuhause sind, den Schweizer in ihr Artist Roster. Erstes Klein-Release ist der Longplayer "The Rise And Fall Of Silvercity Bob", eine zitatenreiche Reise zu Solèrs Easy Listening-Wurzeln. Alles natürlich elektronisch aufbereitet.

Ein längerer Aufenthalt in Los Angeles gibt den Anstoß zum Album "Out Of The Woods" und beschert Seelenluft mit dem Track "Manila" 2002 zudem den ersten internationalen Hit. Vor allem auf den britischen Inseln bringt der Ewan Pearsons "Manila"-Remix die Clubber scharenweise zum Tanzen. Die Stimme des Songs, der damals zwölfjährige Michael Smith, bleibt trotz des Erfolges von "Manila" bei seinem Berufswunsch: er möchte Feuerwehrmann werden.

2004 ist die Geburtsstunde des bislang ambitioniertesten und zugleich auch zugänglichsten Seelenluft-Albums. Elektronische Sounds, live eingespielte Instrumente und dunkle Vocals prägen den Höreindruck. The Jesus & Mary Chain--Sänger Jim Reid leiht "I Can See Clearly Now" seine Stimme, während die meisten Songs von der schönen Stimme Olivera Stanimirovs getragen werden. Die Single "I Come Along" nimmt mit Remixen des französischen Produzenten Joakim und der Get Physical-Macher M.A.N.D.Y. die Clubs gezielt ins Visier und landet deshalb nicht nur bei Karotte im Plattenkoffer.

Danach wird es ruhig um Seelenluft. Das hängt auch damit zusammen, dass Beat Solèr seinen Wohnsitz von Zürich nach Berlin verlegt. 2007 erscheint mit der Maxi "Horse With No Name" ein erstes Lebenszeichen, gefolgt von dem Album "The Birds And The Plants And The Rocks And Things", das 2008 auf DJ Hells Gigolo Records scheint.

Alben

  • Klein Records

    Portrait und Diskographie beim Wiener Label von Seelenluft.

    http://www.kleinrecords.com/website/artists_seelenluft.asp
  • Seelenluft.net

    Offizielle Seite mit Videos, Diskographie und Hörproben

    http://www.seelenluft.net/

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