Porträt

laut.de-Biographie

Radian

In der österreichischen Hauptstadt Wien geht es manchmal zu wie in einem Kuriositätenkabinett. Der Eindruck kommt nicht ganz von ungefähr, schließlich haben hier schon so bizarre Acts wie die Technoanarchisten von Ilsa Gold das Licht der Welt erblickt. Darüber hinaus bereichern Experimentalmusiker wie Christian Fennesz die dortige Szene mit ihren experimentellen Releases. Auch das Trio Radian entstammt dem Wiener Untergrund und findet mit seinen Produktionen im Umfeld von Post-Rock Bands wie Tortoise eine zweite Heimat.

Bis ins Jahr 1998 reichen die ersten musikalischen Gehversuche von Martin Brandlmayer, Stefan Németh und John Norman zurück. Vom Konzept her einer richtigen Band nicht ganz unähnlich klingt die Musik von Radian viel eher wie computergenerierte Electronica, nicht weit entfernt von den experimentellen Tracks von Oval oder Autechre.

Noch im selben Jahr geben sich Radian mit dem selbstbetitelten Debüt, das beim Wiener Label Rhiz Records erscheint, die Ehre und überraschen damit gehörig. Ihre Mischung aus live eingespielten Instrumenten und elektronischer Nachbearbeitung beschert ihnen erste internationale Aufmerksamkeit. Diese steigert sich gar noch, als zwei Jahre später nach dem Wechsel zu Mego Records, wo so radikale Soundkonstrukteure wie Merzbow veröffentlichen, der Longplayer "TG11" in die Plattenläden kommt.

Gerade in kunstsinnigen Kreisen, die sich gerne kopflastigem Post-Irgendwas-Experimenten hingeben, stehen die Österreicher hoch im Kurs. Kein Wunder, dass man in Chicago beim Label Thrill Jockey spätestens jetzt hellhörig wird und Radian unter Vertrag nimmt. So kommt das 2002er-Release "Rec.extern", bei dem Jim O'Rourke an den Reglern sitzt, erstmals einer breitgesträuten internationalen Hörergemeinde zu Ohren. Gute Kritiken rund um den Globus stellen sich in der Folge ein und ermutigen Brandlmayer, Németh und Norman, ihren musikalischen Output mit Projekten wie Trapist, Lokai oder Kapital 1 Band weiter zu forcieren.

Da verwundert es nicht weiter, dass der Nachfolger von "Rec.Extern" erst 2004 in Form der Langrille "Juxtaposition" zur Veröffentlichung ansteht. Dem Titel entsprechend stellen Radian hier Analoges und Digitales, live Eingespieltes und per Computer generiertes, spontan Entstandenes und konzeptionell Vorgegebenes nebeneinander. Das klingt nach viel Kopf und wenig Bauch. Ein Vorurteil, fordern Radian ihre Hörer doch auf, "Juxtaposition" am besten laut und über Kopfhörer zu genießen.

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