Porträt

laut.de-Biographie

Pimpulsiv

Mit einer vollen Kanone Selbstironie erobern Timi Hendrix (Raps) und Skinny Shef (Raps und Beats) in den Nullerjahren beachtliche Teile des Deutschrap-Undergrounds. Wer aus dem mythenumrankten Running Landkartengag stammt, nämlich "Bat Country" Bielefeld, nimmt sich im Game eben immer noch am besten selbst auf die Schippe.

Hervorgegangen aus der Rapkombo Bad Taste beschließen Timi und Skinny anno 2005, ihren Kollegen DJ Fellbaum zukünftig nur noch bei Auftritten einzusetzen, darüber hinaus aber als Duo weiterzumachen. Im Februar 2006 kommen sie als Pimpulsiv beim Bielefelder Label 667onemorethanthedevil (zeitweise unter anderem Heimat des Wahl-Bielefelders Casper) unter. Die EP "Hoodstock" liefert einen ersten Vorgeschmack, bis im darauffolgenden Jahr das Pimpulsiv-Debüt "Hoetry" erscheint.

In ihren Texten augenzwinkern Hendrix und Shef oft hart um die Wette. Man positioniert sich hier als von links- wie rechtsextremen gehasster Act, rappt dort von Frauen, Drogen, Geld und Geschlechtsverkehr und brüstet sich dabei mit dem Bewusstsein, es eigentlich besser zu wissen, aber den Anti-Intellektualismus einfach reizvoller zu finden. Shefs Beats sind unterdessen durchaus merklich von amerikanischem Südstaaten-Sound inspiriert.

Im ausgehenden Jahrzehnt trennen sich die Ironie-Pimps von 667onemorethanthedevil und gründen gemeinsam mit der Berliner Rapgruppe DNP das Label Trailerpark. Deren Motto: "Das Sprachrohr für eine Jugend geprägt von Komasaufen, YouPorn-Clips und exzessivem Nihilismus. Musik für Hartz4-Empfänger, Kinder mit Kindern und Minderbemittelte mit RTL-Realityshow-Erfahrung." Die elektronisch verhauchte Gratis-LP "H.U.R.Z." steht bald darauf im Netz.

Im Mai 2010 veröffentlichen Pimpulsiv auf Trailerpark das zweite Album "Hepatitis P". Anfang 2011 ist dann leider wieder Schluss mit lustig: Via Internet-Post gibt Skinny das Ende des Rapduos bekannt – der Parallelstress von Musikerdasein und Studium sei einfach zu viel. Timi Hendrix nutzt das Ende seither, um mit den inzwischen zu Trailerpark gestoßenen Alligatoah und Sudden die Deutschrap-Welt in ihren Grundfesten zu erschüttern.

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