Porträt

laut.de-Biographie

Operator Please

Ungefähr zehn Jahre nach Silverchair hat Australien endlich wieder eine Teenie-Sensation zu bieten. War es bei Daniel Johns und seinen Schulfreunden noch der rohe Sound des Grunge, den die drei High School-Jungs aus Newcastle perfekt und zum richtigen Zeitpunkt intonierten, platzen Operator Please pünktlich zum Hype der englischen Underage/New Rave-Szene auf die Bildfläche. Mit bunten Videos, hyperaktiven Songs und Geburtsdaten von 1988 bis 1991 passen sie perfekt ins Bild einer dynamischen DIY-Jugend.

Die Geschichte der Band beginnt in der beschaulichen Stadt Gold Coast an der Ostküste Australiens. Außer ehemals schönen Stränden, die inzwischen mit Bettenburgen zugepflastert wurden, und den perfekten Surfer-Wellen hat der Ort nicht viel zu bieten. Auf der musikalischen Landkarte Australiens spielt Gold Coast eigentlich keine Rolle.

Operator Please gründen sich aber eher aus einer Not als aus einer Tugend heraus. Sängerin, Gitarristin und Kopf der Band Amanda Wilkinson sucht für den "Battle Of The Bands"-Wettbewerb an ihrer High School noch eine Band und rekrutiert sich diese schnell aus ein paar Mitschülern. Neben Amandah machen nun noch Schlagzeuger Tim Commandeur, Keyboarderin Sarah Gadiner, Bassist Ashley McConnel und Violinistin (!) Taylor Henderson das Line-Up von Operator Please aus. Befreundet ist zu diesem Zeitpunkt niemand der Mitglieder. Es geht nur darum, schnell einsatzbereit zu sein. Die Rechnung geht auf und die Fünf gewinnen den Wettbewerb.

Die Band bleibt darüber hinaus bestehen und erspielt sich mit ihren energischen Live-Shows und der ersten selbstproduzierten EP "On The Prowl" eine kleine lokale Fanschar. Es spricht sich schnell rum, dass Operator Please mehr sind als nur eine weitere Schülerband. So landet ihre zweite EP "Cement Cement" beim australischen Jugendsender Triple J, der für so ziemlich jede Rockband des Landes den Startpunkt ihrer Karriere markiert.

Der Song "Crash Tragic" schafft es dort tatsächlich in eine hohe Rotation und von da an kennt die Karriere der fünf High School-Schüler nur noch eine Richtung: nach oben. Operator Please sind plötzlich die heißeste Band in Australien und spielen sogar ein Showcase in New York, das ihnen einen Deal mit Virgin/Emi in Australien und dem Indie Brille Records (Good Shoes, The Knife) in England einbringt.

Als dann auch noch der Celebritiy-Gossip-Blogger Perez Hilton, Amandah und ihre Mitschüler als seine neue Lieblingsband und als "the next big thing" anpreist, greift das Feuer längst um sich. Die Eintrag auf perezhilton.com bringt der Band Millionen von Klicks auf MySpace bzw YouTube und katapultiert fünf australische High School-Kids zum Internet-Phänomen: "Es kam total unerwartet, aber nach seinem Blog-Eintrag hatten wir so viele Besucher auf unserem MySpace-Profil, dass es schon lächerlich war", erinnert sich Sängerin Amandah an diese aufregenden Tage.

Danach geht alles nur noch schneller: Die Single "Just A Song About Ping Pong" steigt in den australischen Charts bis auf Platz 12 und die Band spielt die legendären britischen Reading- und Leeds-Festivals. Dass Operator Please auch großzügig in der Buzz-Sektion des NME vorgestellt werden, versteht sich von selbst. Ist die Band doch grade so alt wie die meisten Leser des Magazins und kann sich mit jenen auch auf enge bunte Hosen einigen.

Der Sound von Operator Please wird gerne mit den B-52's verglichen, obwohl Amadah die Band angeblich nur kannte, weil Homer in einer Simpsons-Folge mal deren Song "Rock Lobster" sang. Angesichts ihres zarten Geburtsjahrs 1988 darf man dieser schönen Geschichte wohl ruhig Glauben schenken, wenngleich die Phrase "Operator Please" starke Assoziationen an den B-52s-Heuler "6060-842" weckt.

Im November 2007 erscheint dann endlich ihr Debütalbum "Yes Yes Vindictive". Mit etwas Verzögerung im März 2008 dann auch in Deutschland. Das Werk zeigt, dass Operator Please auch noch etwas anderen können als nur den hyperaktiven Abhott-Song und belegt darüberhinaus ein Gespür für den melodischen Popsong.

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