Porträt

laut.de-Biographie

Okay

Was macht ein musikalisch begabter Mensch, der durch eine schwere Krankheit gezeichnet an seinen Wohnort gefesselt ist? Er versinkt in Selbstmitleid. Oder er richtet sich ein Aufnahmestudio ein und frickelt ohne Zeitbegrenzung an seinen Ideen herum, bis etwas Brauchbares zustande kommt. Marty Anderson hat den zweiten Weg gewählt.

Musikalisch macht er zum ersten Mal um die Jahrtausendwende als Mitglied von Dilute auf sich aufmerksam. Das experimentelle Quintett veröffentlicht zwei Alben ("The Gypsy Valentine Curve" sowie "Grape Blueprints Pour Spinach Olive Grape") und geht auch auf Tour. 2001 verschlechtert sich der Gesundheitszustand von Sänger und Gitarrist Anderson so sehr, dass er fortan dazu gezwungen ist, täglich Infusionen zu erhalten.

Er zieht zurück zu seinen Eltern nach Fremont in der Bay Area San Franciscos. Seit seiner Kindheit leidet er an einer seltenen Form des Morbus Crohn, einer unheilbaren und wiederkehrenden Erkrankung des Magen-Darm-Systems. Dennoch ist er gewillt, sich weiter mit Musik zu beschäftigen. Während Dilute für unbegrenzte Zeit eine Schaffenspause einlegen, beteiligt sich Anderson an mehreren Projekten. So gründet er das Ambient-Duo Howard Hello und veröffentlicht altes Solomaterial unter dem Namen Jacques Kopstein. Neuere Stücke nimmt er dagegen unter dem Pseudonym Okay auf.

"Jeder hat Dinge, mit denen er zurecht kommen muss. Meine Krankheit sollte nichts damit zu tun haben, ob du meine Musik magst oder nicht", erklärt Anderson. 2005 veröffentlicht er unter dem Namen Okay die Alben "High Road" und Low Road", die auch außerhalb der USA auf positive Resonanz stoßen und deutlich positivere, um nicht zu sagen poppigere, Töne anschlagen als zuvor. Beteiligt ist auch Dilute-Schlagzeuger Jay Pellicci.

Gelegentlich tritt Anderson mit wechselnder Begleitung in San Francisco und Umgebung auf. Doch verbringt er die meiste Zeit zuhause und arbeitet an neuem Material. "Songs zu schreiben ist für mich wie scheißen. Wie oft scheißt du am Tag?", erläutert er in einem Interview den Umfang – nicht aber die Qualität – seines Outputs. So entsteht sein drittes Album "Huggable Dust", das in Deutschland im Dezember 2008 erscheint.

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