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Platz 79: Hildegard Knef - Knef

Höhenflüge und Abstürze, dazwischen gab es wenig im Leben von Hildegard Knef. Aber: "Nichts geht verloren / der Schmerz, der uns klein macht / die Größe der Hoffnung / verlässt uns, zieht weiter / verloren geht sie nicht." ("Eisblumen"). Ein Leben zwischen Realität und Traum, und selbst auf der Überholspur immer Angst vorm Abstellgleis. Selbstironisch textete sie schon 1967: "Von nun an geht's bergab". Doch das Gegenteil traf ein. Im Folgejahr erschien ihr größter Hit "Für mich soll's rote Rosen regnen", beide in Kooperation mit dem Wiener Komponisten Hans Hammerschmid entstanden, mit dem sie 1970 das Meisterwerk "Knef" aufnimmt.

Später sollte sie ihr gesamtes Vermögen verlieren und in der Gunst des Publikums und der Kritiker fallen, was sie aber nur teilweise störte. Knef wusste sich stets wortgewaltig zu wehren, etwa in den 80ern aus ihrer Wahlheimat Kalifornien: "Ich kann mich mit deutschen Kritikern nicht über meine Konzerte unterhalten. Ich rede auch nicht mit Eunuchen über Liebe." Nach einem gefeierten Album mit Till Brönner im Jahr 1999 stirbt sie 2002 in Berlin. Nicht wie Marlene Dietrich in stiller Abgeschiedenheit. Sondern ein Jahr nachdem Roger Willemsen ihr den Echo für ihr Lebenswerk mit dem Satz überreichte: "Hilde, wir waren glücklich, dass du gelebt."

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