In einem Interview spricht Jon Bon Jovi über seinen Drogen dealenden Manager, Richie Sambora etc.

New York (ebi) - Seit weit über 30 Jahren kennen Bon Jovi nun das Rockbusiness von oben - und haben einiges erlebt, wie Frontmann Jon Bon Jovi im aktuellen Spiegel-Interview berichtet.

Als 18-Jähriger startete er seine Weltkarriere quasi als Praktikant in den Manhattaner Power Station Studios, die einem Verwandten, Tony Bongiovi, gehörten: "Ich sah Cher, Madonna, Aerosmith, die Rolling Stones, Nile Rodgers und Chic, Bryan Adams - alle nahmen dort auf. Ich war auch live dabei, als David Bowie mit Queen den Hit 'Under Pressure' einspielte. Hinter einer Glasscheibe beobachtete ich Freddie Mercury und David Bowie beim Singen. Mit den Musikern sprechen durfte ich nicht, nur Kaffee bringen".

Verdient habe er wenig, bekam aber Studiozeit: "Tony half bei der Produktion meines Songs "Runaway" und organisierte Profimusiker, etwa Bruce Springsteens Keyboarder Roy Bittan, die Band Bon Jovi existierte ja noch nicht. Dafür wollte Tony Prozente an "Runaway". Die Nummer wurde später mein erster Hit, es hat sich für ihn gelohnt", so Jon.

Wind Of Change

1989 spielten Bon Jovi dann in der Sowjetunion beim Moscow Music & Peace Festival: "Es war abenteuerlich. Ich hatte keine Ahnung, dass mein Manager Doc McGhee im Nebenjob Drogendealer war und damit seine Bands finanziert hat, also uns, Mötley Crüe und später die Scorpions. Eines Tages wurde er verurteilt, weil er ein Drogenkartell beim Schmuggeln von Marihuana unterstützt hatte. Ein Teil der Strafe war Community Service. Da kam ihm die Idee zu einer Anti-Drogen-Kampagne mit Musikfestival. Doc hatte kurz zuvor Stas Namin kennengelernt, ein russisches Rock-Urgestein. Sie heckten den Plan für ein Friedens-Festival in Moskau aus. Das schlug Doc dem Richter vor, der willigte ein - und daraus wurde ein "Woodstock des Ostens".

Die Polizei vor Ort hab sich damals zwar mehr um die Sicherheit des vom Hardrock Café London gesponsorten Hamburgerstands im Backstage-Bereich gekümmert als um die Sicherheit der 200.000 Fans oder die der Bands.

Dennoch: "Wir haben da kulturelle Barrieren eingerissen. Und wir mussten hinnehmen, dass uns die Scorpions bei ihrem Auftritt musikalisch eine Lektion erteilten: They kicked our asses! Das Publikum rastete komplett aus bei Nummern wie "Rock You Like A Hurricane" und "The Zoo". Die Scorps rockten wie die Hölle. Ich dagegen erzählte auf der Bühne nette Storys, die wohl kaum einer verstand, unsere Songs waren in Russland auch nicht so geläufig. Wir hatten einen ganz schweren Stand. Beim zweiten Konzert machten wir es besser. Ich schnappte mir frech die Schirmmütze eines Polizisten und stürmte damit auf die Bühne. Das kam ganz gut an".

"Ein absolutes Missverständnis"

Die aktuelle Platte "This House Is Not For Sale" ist nun die erste ohne Gitarrist Richie Sambora - auf die Frage, ob er ihn tatsächlich gefeuert habe, meinte Jon: "Ein absolutes Missverständnis. Und ich stand deshalb bei unseren Fans als Buhmann da. Niemand hat Richie gefeuert. Er erschien einfach nicht mehr zur Arbeit. Er musste in den Drogenentzug - und kehrte nie wieder zur Band zurück. Ich habe seit dreieinhalb Jahren nichts von Richie gehört".

Die Band müsse aber weitergehen, und jetzt hoffe er, Sambora komme von Alkohol und Drogen wieder weg, so der Bon Jovi-Boss weiter. Zuletzt wurde er für sein Charity-Engagement mit dem Clinton Global Citizen Award ausgezeichnet.

"Darauf bin ich ziemlich stolz. Mit meiner Frau Dorothea, die ich 1980 auf der Highschool kennengelernt habe, betreibe ich die Jon Bon Jovi Soul Foundation. Wir haben 500 Wohnungen und Häuser für Bedürftige gebaut, dazu zwei Restaurants mit einem Konzept, das es so noch nie gab: Gäste, die es sich leisten können, zahlen freiwillig etwas mehr. Und wer sich Restaurantessen normalerweise nicht leisten kann, zahlt nichts. Das kommt gut an. Bisher haben wir in beiden Läden über 50.000 Mahlzeiten verkauft".

Fotos

Scorpions und Bon Jovi

Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Christoph Cordas) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Christoph Cordas) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Christoph Cordas) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Christoph Cordas) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Christoph Cordas) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Christoph Cordas) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Christoph Cordas) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Christoph Cordas) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Christoph Cordas) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Christoph Cordas) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Christoph Cordas) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Christoph Cordas) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Christoph Cordas) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Christoph Cordas) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Christoph Cordas) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Christoph Cordas) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Christoph Cordas) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Scorpions und Bon Jovi,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

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1 Kommentar mit 6 Antworten

  • Vor einem Jahr

    Heutzutage braucht es keine scorpions um die von der Bühne zu spielen

    • Vor einem Jahr

      Bist du so verbittert ob deines eigenen Lebens, dass du dich dazu angetrieben fühlst, solche Kommentare zu schreiben? Ich bin kein bon-Jovi-Fan, aber ich finde es immer wieder erschreckend, dass man öffentlich abfällig über Leute schreibt, die man nicht einmal kennt. Musikgeschmack kann man auch für sich behalten oder hate persönlich mit deinen Freunden...wenn möglich...

    • Vor einem Jahr

      Bist du so verbittert ob deines eigenen Lebens, dass du dich dazu angetrieben fühlst, solche Kommentare zu schreiben? Ich bin kein bon-Jovi-Fan, aber ich finde es immer wieder erschreckend, dass man öffentlich abfällig über Leute schreibt, die man nicht einmal kennt. Musikgeschmack kann man auch für sich behalten oder hate persönlich mit deinen Freunden...wenn möglich...

    • Vor einem Jahr

      Dann ist man hier falsch.. Bist du so gelangweilt von deinem leben das du sowas so bitter ernst nimmst? Armer Kerl... Pass auf sonst kriegst du noch en Magengeschwür

    • Vor einem Jahr

      Und sowas schreibst du unter einen extrem zahmen Kommentar, der keinen Menschen persönlich angreift?
      Man kann natürlich seinen Musikgeschmack für sich behalten, aber dann fragt man sich natürlich schon, wieso es auf einer Musikseite überhaupt eine Kommentarsektion gibt, bzw. wofür man diese benutzen sollte, wenn nicht, um seine Meinung auszudrücken.

    • Vor einem Jahr

      Eben.... Find gerade die Kommentarfunktion hier extrem unterhaltsam und zwar auch dann wenn es meine "Lieblinge" trifft... Just sports.... Und die Aussage das es heutzutage keine Scorpions mehr benötigt um Bon Jovi von der Bühne zu rocken ist absolut gerechtfertigt da genügt schon Nickelback (die übrigens live durchaus was reißen)

    • Vor einem Jahr

      Da genügt sogar Unheilig. Das waren mal echte Helden bis These Days - der traurigste Abstieg einer (ehemaligen) Rockband!