Porträt

laut.de-Biographie

Lopango Ya Banka

"Kongo Bololo", "Kongo ist bitter". Dennoch blicken die Mitstreiter der Wuppertaler Hip Hop-Initiative Lopango Ya Banka mit Stolz auf ihre Wurzeln in Zentralafrika. Mit unermüdlichem sozialen Engagement nötigen sie junge Landsleute, sich im Kampf für eine bessere Zukunft auf ihre Seite zu schlagen: "Mpo Na Kongo", "Steh auf für den Kongo!"

Beim Kongo handelt es sich um ein reiches Land. Üppig vorhandene Bodenschätze und andere Rohstoffe brachten jedoch Unerfreuliches mit sich. Bürgerkriege, Unterdrückung, Korruption und Ausbeutung regieren den im Herzen des Schwarzen Kontinents gelegenen Staat. Buza und Mangenge bekommen die Auswirkungen der Diktatur Mobutus am eigenen Leib zu spüren.

Ihre Flucht führt die beiden in Kinshasa geborenen Künstler nach Deutschland, wo sie sich mit neuen Problemen konfrontiert sehen. Behördenwahnsinn und allgegenwärtiger Rassismus erschweren das ohnehin wenig lustige Leben in Flüchtlingslagern und Asylbewerberheimen.

Verzweifeln kommt jedoch nicht in Frage: Um anderen kongolesisch-stämmigen Jugendlichen die Chance zu geben, die eigenen Wurzeln nicht zu verlieren, gründen Buza und Mangenge in Wuppertal den Verein EZIBELI, der sich unter anderem die Pflege der Muttersprachen Lingala, Kikongo, Tshiluba und Kiswahili auf die Fahnen geschrieben hat.

"Alle diese sind reiche und wunderschöne Sprachen. Allerdings wollen die sogenannten 'modernen' Kongolesen leider nichts davon wissen. Oft betrachten sie ihre Sprachen als rückständig. Eine Kultur der Sprachpflege und Erneuerung ist anders als zum Beispiel in Europa praktisch nicht bekannt und auch nicht erwünscht", heißt es auf der Homepage des Vereins, der diese Umstände ändern will.

1997 rufen Buza und Mangenge zudem die Initiative Lopango Ya Banka, "Grundstück der Ahnen", ins Leben. In diesem Rahmen finden sich Landsleute, die das Schicksal ebenfalls nach Deutschland oder Frankreich spülte. Hier pflegt man die Heimatverbundenheit in erster Linie über die Musik.

Nach Engagement in musikalischen Projekten wie bei Brothers Keepers entdecken Buza und Kollegen um 2002 den Rap als ideales Transportmedium für ihre Anliegen. Sie fusionieren Hip Hop-Beats mit traditionell kongolesischer Musik, "1a Rumba Congolaise". Ihre politisch motivierten Texte verfassen die Herren hauptsächlich auf Lingala, zuweilen auch auf Kikongo oder Tshiluba.

Das erste Album, "Kongo Bololo", erscheint Ende Juni 2008 pünktlich zum Unabhängigkeitstag der Demokratischen Republik Kongo und verdeutlicht die bei Lopango Ya Banka herrschende Überzeugung: ohne fundierte Kenntnis der Vergangenheit keine bessere Zukunft. Neben den engagierten Lyrics kommen in zahlreichen Skits Persönlichkeiten wie der 1961 ermordete Präsident Patrice Lumumba, die im belgischen Exil lebende ehemalige Präsidentschaftskandidatin Marie-Thérèse 'Mama' Landu und der Bürgerrechtler Ne Muanda Nsemi zu Wort.

"Kongo Bololo", "Kongo ist bitter." Der Titel bleibt Programm: "Bololo" beschreibt eine bitter schmeckende Naturmedizin. "Unsere Texte sind zwar bitter, aber sehr heilsam. Sie reinigen von innen, mit der Wahrheit."

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