Porträt

laut.de-Biographie

Kinky Friedman

In den 70er Jahren mischt Kinky Friedman - the first fullblooded Jew to ever appaer on the Grand Ole Opry Stage - die amerikanische Country & Western-Szene auf. Wenn er mit seinen "Texas Jewboys" durch die Clubs tourt, sorgen sie wohl eher mit Kinkys pointierten Texten für Furore: "They ain't makin' Jews like Jesus anymore" oder "I'm proud to be an asshole from El Paso" sprechen für sich, ohne dass dabei neue musikalische Maßstäbe gesetzt würden.

Heute sorgt the Kinkster - wie er sich selber tituliert - mit seinen "Crime & Mystery" novels für Aufsehen. Die Annäherung an die Person Kinky Friedman, mit bürgerlichem Namen Richard, ist trotz acht veröffentlichter Alben und zehn novels nicht ohne weiteres zu bewältigen, da man nie weiß, ob der reale Kinkster agiert oder der Held seiner Krimis, Kinky Friedman seines Zeichens: "I think there's a small line between fiction and non-fiction and I always attempt to erase it if at all possible."

Tatsächlich spielen in den Krimis autobiographische Elemente eine große Rolle, die meisten der Charaktere existieren wirklich in Kinkys Leben und seine Vergangenheit holt den Amateurdetektiv immer wieder ein. Aber wen interessiert es eigentlich, dass Kinky 1944 in Texas zur Welt kam und dort aufwuchs, an der University of Texas studierte, zwei Jahre im Peace Corps auf Borneo diente ... Besser ist da doch schon die Auszeichnung als "Chauvinist Pig of the Year", verliehen von einer amerikanischen Frauenorganisation für den Song "Get your Biscuits in the Oven and your Buns in the Bed" oder sein Verhältnis zu Garth Brooks: "I refer to him as the Anti-Hank".

In den 80ern verfällt der König des politisch Unkorrekten New York und seinen Drogen. Es kursieren diverse Legenden darüber, wie er auf den rechten Weg zurückfindet. Warum nicht gleich diese: nachdem er eine Frau vor einem Überfall bewahrt hatte, war es Jesus, der ihm sagte, von den Drogen abzulassen, so sah es zumindest Tom Waits. Wie auch immer, seit the Kinkster schreibt, geht es steil bergauf.

Inzwischen kauft man Kinky-Fanartikel unter www.kinkyfriedman.com, und kommt man in den Genuss einer live performance des Künstlers, so bietet sich einem the Kinkster als Fiktion, gesteuert von etwas, das direkt auf dem Kopf sitzt: dem Cowboyhut. Ein Held, eine Legende, ein Mythos zu Lebzeiten.

So passt es auch ins Bild, dass seit Ende 1998 ein Kinky Friedman Tribute Album auf dem Markt ist. Altstars der Country-Szene ehren den Songwriter Kinky Friedman unter dem Titel "Pearls in the Snow". Nach einer Einladung von Bill Clinton ("Dear Kinky: I have now read all your books. More please. I really need the laughs.") ins White House spinnen sich die Gerüchte um einen Gang nach Hollywood. Die Frage, wer wohl den Private Dick darstellen sollte, verbietet sich selbstredend.

Vielleicht überspringt Kinky aber auch das Kapitel Hollywood und geht direkt in die Politik. Als unabhängiger Bewerber schafft er es auf den Stimmzettel für die im November stattfindenden Wahlen zum Gouverneur im US-Bundesstaat Texas - mit dreimal so vielen Stimmen wie nötig. Dabei klingen Friedmans Ziele geradezu nach einer Palastrevolution: Der Zigarrenliebhaber will das Glücksspiel erlauben und damit Schulen finanzieren. Er befürwortet die Schwulenehe und ist gegen die Todesstrafe, und er will dem mexikanischen Militär Prämien zahlen, um illegale Immigranten zu stoppen.

Er brauche den Job, so Friedman, weil seine Garderobe mittlerweile den Platz im Gouverneurspalast benötige und er acht seiner Freunde den Posten als Oberaufseher der texanischen Frauengefängnisse versprochen habe. Doch aus der anfänglich als Joke gedachten Kandidatur wird schnell Ernst; mangels Alternativen räumen ihm politische Beobachter durchaus eine (Außenseiter-)Chance ein.

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