Porträt

laut.de-Biographie

John Tejada

Wenn es jemanden im Bereich elektronischer Musik gibt, der annähernd einen großen produktiven Output hat wie ein Hakan Lidbo, dann ist es John Tejada. In Wien geboren, wächst der Sohn einer Sopranistin und eines Dirigenten in Los Angeles auf. Der klassische Hintergrund seiner Familie hindert ihn nicht daran, im Alter von elf Jahren ausgiebig dem Hip Hop zu frönen. Später releast dann sogar Eazy E auf Ruthless Records ein paar Scheiben von John Tejada unter dessen Alias Blood Of Abraham.

1991 beginnt er Techno-Tracks zu produzieren, von denen 1994 das A13 Label aus London ein paar auf den Markt bringt. Auch R&S in Belgien, Multiplex oder deFocus gehören zu den dankbaren Abnehmern Tejadas musikalischer Schaffenswut. Ebenso ist Daniel Bell gerne bereit, bei 7th City Johns speziellen Detroit Sound zu veröffentlichen. Bestärkt durch den Erfolg seiner Platten, gründet er 1996 Palette Recordings, um vor allem eigenen, mehr House orientierten Produktionen eine Plattform bieten zu können. Sein Auswurf an Releases hält weiter an: Moods And Groove, Sino, Playhouse oder Plug Research bringen John Tejada-Scheiben an den Start. Auch für Remixe ist er sehr gefragt.

John Tejadas Studio liegt im San Fernando Valley. Dort schreibt er auch Musik, die für das Fernsehen und für Werbespots verwendet werden. So zählen bereits der Sportkanal ESPN sowie Fox zu seinen Kunden und ein Polaroid Commercial wurde ebenfalls durch Tejadas Sound unterlegt - das zweite Standbein des Musik-Workaholics. Neben Detroit Techno, House, Elektronika oder Hip Hop schaut sich Tejada auch noch in anderen Bereichen um: Gemeinsam mit Takeshi Nishomoto steht er hinter I Am Not A Gun, einer Art Post Rock-Ding, das als "Everything at Once" bei Plug Research erscheint. Sogar seine Mutter Carmen ist sich als gelernte Sopranistin nicht zu schade, dem Sohnemann für einen Beitrag zu einer Plug Research Compilation ihre Stimme zu leihen.

Tejada schreckt selbst vor der Produktion von Drum'n'Bass-Tracks nicht zurück. Kollaborationen mit angesehenen Acts wie Polar oder Klute zollen ihm Respekt und Anerkennung, was für die manchmal recht eigenbrötlerischen Drum'n'Bass-Szene Englands nicht typisch ist. So sind für Labels wie Klutes Commercial Suicide, Vortex oder Krush Grooves Veröffentlichungen anberaumt bzw. gemacht worden. Nichtsdestoweniger gründet Tejada sein eigenes Drum'n'Bass-Label Sonikore Recordings. Mit einer Vielzahl an Stücken ist auch der Name Arian Leviste verbunden, den John als seinen besten Freund bezeichnet. Dieser unterstützt ihn mehr oder weniger von Beginn an beim Produzieren. 2003 kommt bei Playhouse ihr gemeinsames Album "Fairfax Sake" heraus, eine zweite Palette Compilation sowie das Tech-House-Album "The Toiling Of Idle Hands" auf dem US-Label Immigrant.

2004 geht der Reigen munter weiter: Es erscheinen u.a. "Logic Memory Center" bei Plug Research und "Our Lives On Wednesdays" von I Am Not A Gun. Mit den EPs "Mono On Mono" und "Sweat On The Walls" feiert er zugleich seine bislang größten internationalen Erfolge. Mit Kumpel Arian produziert Tejada schließlich das zweite gemeinsame Werk "Back For Basics", das 2005 in die Plattenläden kommt.

2008 erscheint Tejadas elftes Studioalbum mit dem Titel "Where". Darauf zu hören ist auch Ex Massive Attack-Chanteuse Nicolette, die seit kurzem ebenfalls in Los Angeles zu Hause ist.

Alben

John Tejada - Where: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2008 Where

Kritik von Daniel Straub

Techno aus LA? Auch das gibt's. (0 Kommentare)

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