Porträt

laut.de-Biographie

Icebreaker International

Icebreaker International machen Musik für globale Märkte und freien Handel. Was sich anhört wie ein dem Zeitvertreib geschuldeter Treppenwitz von Studenten der Politik- und Verwaltungswissenschaften, kommt der Wahrheit tatsächlich bedenklich nahe. Denn der New Yorker Konzeptkünstler Alexander Perls (Bild) und der aus London stammende Simon Break vertonen als Duo politisch ambitionierte Projekte. Ihr erstes Album "Distant Early Warning" trägt den Titel einer Reihe von amerikanischen Radar-Frühwarnsystemen aus der Zeit des Kalten Krieges, die sich allerdings noch heute (2003) an der nördlichen Seite Kanadas und Alaskas erstrecken.

Dass sich Pearls und Break das nicht selbst ausgedacht haben, liegt auf der Hand. Niemand geringeres als das transatlantische Bündnis der NATO sponsert nämlich indirekt die elektro-akustischen Klangexperimente des Duos. Die korrekte Bezeichnung der 1999 gegründeten Organisation ist NATOarts, die aber mit keinem der souveränenen Staaten verbunden ist. Allerdings setzt sich das Vorstands-Kommittee aus jeweils einem Repräsentanten der 19 NATO-Mitgliedsstaaten zusammen, die das Ziel verfolgen, die globale und internationale Sicherheit und Stabilität durch Ausstellungen von konzeptioneller Kunst zu unterstützen.

Klingt abenteuerlich, ist es auch. Für das zweite Album "Trein Maersk" schickt NATOarts das Duo Anfang 2000 auf Schiffsreise von Japan bis Kanada, wo Perls und Break fleißig ihre Laptops geöffnet halten, um nicht am Ende ohne den vereinbarten Soundtrack an Land zu gehen. Ziel ist, ein musikalisches Porträt der globalisierten Welt zu schaffen, ohne dass dies mit speziellen kulturellen Eigenheiten ausgestattet sein muss. Perls dazu: "Wir wollten zeigen, dass Menschen auf der ganzen Welt eine gemeinsame Kultur haben können, und wie es aussieht, ist das die von Amerika geprägte Kultur. Wenn du nach Djibouti gehst, trinken die Leute Cola, hören Destiny's Child und sind dabei sehr glücklich. Wir wollen das nicht kommentieren, aber so sieht die Realität aus." (aus einem Interview mit www.diskant.net)

Nach eigenen Angaben kann NATOarts dem Duo allerdings keine Themen befehlen. Die Organisation macht Vorschläge, die im besten Fall angenommen werden. Man könnte Icebreaker International also als elektronische Globalisierungslobbyisten bezeichnen, die sich die Aufgabe zu Eigen gemacht haben, einen "Lehrauftrag" mit Entertainment zu verbinden. Auch mit einem Londoner Wirtschaftsprofessor arbeiteten sie 2000 bereits zusammen, als ihnen für ihr Live-Konzept eine Mischung aus Konzert und Lesung vorschwebte. Dort treten die beiden dann im Secret Service-Agentenstyle auf, d.h. dunkler Anzug, weißes Hemd und Krawatte, wärend hinter ihnen Visuals ablaufen, die auch mal das Videotagebuch ihrer gesponserten Weltreisen dokumentieren. Im Sommer 2003 erscheint in Kooperation mit dem dänischen Musiker Jonas Munk von der Instrumentalband Manual das Album "Into Forever".

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