Porträt

laut.de-Biographie

Freddie Hubbard

Virtuosität, Temperament und Vielseitigkeit - diese Parameter prägen den Stil des amerikanischen Jazz-Trompeters Freddie Hubbard. Beeinflusst von den Avantgardisten seiner Zeit, liefern ihm Bebop und Freejazz schier unbändige Inspiration. Eine Vielzahl beachteter Aufnahmen und Konzerte machen Hubbard zu einem der wichtigsten Vertreter des Hard- und Post-Bop.

Der begabte Musiker kommt am 7. April 1938 in Indianapolis, Indiana als Frederick Dewayne Hubbard zur Welt. Mit elf Jahren beginnt er Trompete zu spielen. Sein Bruder, ein Jazz-Pianist, bringt ihm den Sound Charlie Parkers, Bud Powells und Dizzy Gillespies zu Gehör. Freddie ist begeistert von der hohen Kreativität dieser Musik und verpflichtet sich bereits im Teenager-Alter dem Jazz.

Er übt fleißig und mit Erfolg. Schon bald tritt der Jungmusiker in den lokalen Clubs auf. Nach seiner Schulzeit studiert er Trompete am heimischen Arthur Jordan Conservatory. Gemeinsam mit dem Saxophonisten James Spaulding und dem Bassisten Larry Ridley gründet Hubbard die Band The Jazz Contemporaries, die ihm ein regelmäßiges Einkommen beschert. Nebenbei jammt er mit den Brüdern Wes und Monk Montgomery.

Um seine musikalische Karriere weiter auszubauen, zieht der Newcomer 1958 nach New York. Dort erlebt er eine Zeit der Armut und Selbstzweifel. Dennoch findet Hubbard nach dieser schwierigen Eingewöhnungsphase, Beachtung auf den angesagten Sessions. So spielt er schließlich mit Größen wie Philly Joe Jones, Sonny Rollins, Slide Hampton, Quincy Jones und John Coltrane.

Auch die Plattenfirma Blue Note findet an dem Trompeter gefallen. Das Label verlegt 1960 Hubbards Debüt-Album "Open Sesame", auf dem auch der Pianist McCoy Tyner zu hören ist. Unterstützung der ganz besonderen Art erhält der aufstrebende Künstler im selben Jahr vom Jazzpionier Ornette Coleman. Hubbard darf auf Colemans bahnbrechendem Album "Free Jazz" mitspielen.

Im folgenden Jahr hilft er John Coltrane auf dessen Platten "Olé Coltrane" und "Africa/Brass" aus. Außerdem spielt Hubbard im August 1961 sein berühmtes Album "Ready For Freddie" ein. Prominenter Mitstreiter des Projekts ist der Saxophon-Experte Wayne Shorter.

Mit dem musiziert der Trompeter neuerdings in Art Blakeys Hard Bop-Ensemble The Jazz Messengers. Dieser Formation gehört Hubbard bis 1964 an und beteiligt sich während dieser Zeit an zahlreichen Aufnahmen der Gruppe. Er verläßt Blakey, um die ersten ganz eigenen Projekte ins Leben zu rufen. Dabei findet der Virtuose seinen persönlichen Sound. Den läßt er 1965 auch in die meisterhaften Alben "Ascension" von John Coltrane und "Maiden Voyage" von Herbie Hancock einfließen.

Nach acht Leader-Veröffentlichungen bei Blue Note, nimmt Hubbard in den Siebzigern etliche Scheiben für CTI Records auf. Die bescheren ihm beste Verkaufszahlen. Das Album "First Light", auf dem unter anderem Herbie Hancock, George Benson, Ron Carter und Jack DeJohnette gastieren, gewinnt 1972 sogar einen Grammy. Kritiker werfen dem Startrompeter jedoch einen zu kommerziellen Sound vor, da er zunehmend mit dem Smooth Jazz liebäugelt.

Von 1977 bis 1979 tourt Hubbard mit Herbie Hancock, Tony Williams, Ron Carter und Wayne Shorter, die dem Miles Davis Quintet der Mittsechziger angehörten. Unter dem Namen VSOP veröffentlicht die Formation drei Live-Alben.

In den Achtziger Jahren geht die Jazz-Größe mit eigener Band auf Reisen. Begeistert lauscht das Publikum in Europa und den USA Hubbards Mischung aus Hard-Bop und modalem Jazz.

Die ausgiebigen Tourneen und Recording-Sessions fordern 1992 einen schweren Tribut. Der Trompeter erleidet einen Riss in der Oberlippe, der sich stark entzündet. Diese Verletzung legt das künstlerische Schaffen der Legende für viele Jahre auf Eis. Erst 2001 meldet sich Hubbard mit dem Album "New Colors" zurück - nun allerdings am Flügelhorn, das weniger Lippenspannung beansprucht. 2006 erhält er die NEA Jazz Masters Fellowship, eine der höchsten Auszeichnungen für amerikanische Jazz-Musiker.

Freddie Hubbard stirbt am 29. Dezember 2008 in einem Krankenhaus in Los Angeles an den Folgen eines Herzinfarkts.

"Wenn du keinen eigenen Sound hast, wird man dich vergessen. Jazz ist nicht wie Pop, wo du Millionen von Platten mit einem Hit verkaufen kannst. Dein Geist und deine Seele sind in der Popmusik nicht wichtig. Aber Jazz ist wie klassische Musik. Wenn die Leute dich mögen, werden sie sich erinnern und du wirst ewig existieren." (Freddie Hubbard)

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