Porträt

laut.de-Biographie

Fred Wesley

Am 4. Juli 1943 erblickt in Moblie, Alabama ein kleiner Junge das Licht der Welt, der in seinem späteren Leben maßgeblich an dem Output der Musiklegende James Brown beteiligt ist und später mit George Clinton und Bootsy Collins den Funk auf eine neue Ebene führt. Doch während der ganzen Zeit bleibt seine größte Liebe der Jazz. Der Einfachheit halber hört er auf den gleichen Namen wie sein Vater, Fred Wesley.

The J.B.'s & Fred Wesley - The Lost Album Aktuelles Album
The J.B.'s & Fred Wesley The Lost Album
Auf den mit Funk geteerten Straßen der Blaxploitation.

Bereits im Alter von drei Jahren bekam er seine ersten Klavierstunden bei seiner Großmutter. Doch die Liaison mit den schwarz-weißen Tasten endete in der Middle School. Zuerst rückt noch die Trompete in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, doch schlussendlich wird alles andere von der geliebten Posaune auf die hinteren Plätze verwiesen. Mit zwölf tritt er erstmals mit der Big Band seines Musiklehrers auf. Es folgen schnell Auftritte mit lokalen R'n'B-Bands.

Noch während seines Studiums der Musik an der Alabama State University wird er zum Militärdienst einberufen. Doch selbst dort lässt die Musik nicht von ihm ab. Er spielt in der 55th Army Band und beendet noch dort sein Studium.

Nachdem er sich weiterhin in seiner eigenen Band, The Mastersound, einen Namen macht erhält er 1967 einen Anruf, der sein Leben verändern wird. Waymon Reed, seinerzeit der Mann an der Trompete im Rücken vom 'Godfather Of Soul', macht ihm ein Angebot, dass er nicht ablehnen kann. Fortan erklingt die Posaune von Fred Wesley auf James Brown-Titeln wie "Say It Loud (I'm Black And Proud)", "Mother Popcorn" oder "Licking Stick".

Ende der Sechziger überwirft sich Brown bei einem Streit über Zahlungen mit seiner Backing-Band. Wesley geht mit Sam & The Goodtimers wieder seinen eigenen Weg. Brown gründet im März 1970 mit Musikern wie Bobby Byrd, den Brüdern William "Bootsy" und Phelps "Catfish" Collins und John "Jabo" Starks die legendären The J.B.'s.

Doch bereits im Dezember 1970 steht Wesley im Line-Up der J.B.'s, übernimmt schnell deren musikalische Leitung und ist maßgeblich an der musikalischen Entwicklung des 'Hardest Working Man in Show Business' beteiligt. Der Soul tritt zurück, der Funk betritt die Bühne. In diese Schaffensperiodes fallen Alben wie "Black Caesar", "Hell" und "The Payback", die ohne die Mitwirkung von Wesley undenkbar wären. Im Jahre 1975 überwirft sich Fred Wesley ein zweites Mal aus kreativen und finanziellen Gründen mit James Brown. Diesmal kehrt er der Band für immer den Rücken.

Er folgt seinem ehemaligen Bandkollegen Bootsy Collins auf das Mutterschiff, zum P-Funk. Zusammen mit den Horny Horns nimmt er Ende 1975 an den Aufnahmen zur Parliament-Platte "Mothership Connection" auf. Mit George Clinton trifft er auf einen ganz andere Typus Bandleader, der ihm auch die Freiheit zugesteht, mit "A Blow From Me, A Toot For You" sein Solo-Debüt aufzunehmen.

Der Jazz lässt Fred Wesley über all die funkenden Jahre nicht los. 1979 verlässt er Parliament und schließt sich dem Count Basie Orchestra an, wechselt zunehmend in die Rolle des gefragten Sideman. Er arbeitet mit Barry White, Ray Charles, The SOS Band oder auch De La Soul, arrangiert Alben von Curtis Mayfield und Terry Callier.

Erst im Jahr 1988 veröffentlicht er mit "To Someone" seinen ersten Jazz-Longplayer unter eigenem Namen, dem in regelmäßigen Abständen weitere Aufnahmen folgen. Anfang der Neunziger findet er nochmals mit den Kollegen aus den alten Zeiten mit James Brown zusammen. Zusammen mit Pee Wee Ellis und Maceo Parker geht er als The JB Horns auf Tournee. Nachdem Ellis die Band verlässt, nennen sie sich The Maceo Parker Band. 1996 gründet er Fred Wesley & The New JBs, seine eigene Band.

Mit "Hit Me, Fred" veröffentlicht Wesley im Jahr 2002 seine Autobiographie. Zwischen 2004 und 2006 unterrichtet er als freier Professor an der School Of Music University Of North Carolia at Greensboro in Jazz.

Auch nach dem Ende seiner Zeit als Professor tourt der wohl bekannteste Sideman der Musikgeschichte über die Bühnen und durch die Klassenzimmer der Welt. Er lässt nicht von seinem Projekt ab, unsere musikalischen Scheuklappen zu öffnen und uns seine Liebe für den Funk und Jazz näher zu bringen.

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