20. Oktober 2014

"Ich bin Rockstar, ich bin 50 - wat weeß ick schon?"

Interview geführt von

Leicht verspätet hetze ich hoch zur Bar am Badeschiff, wo ein glücklicherweise gutgelaunter, freundlicher Rockstar wartet, um über sein neues Album "Faszination Weltraum" zu sprechen. Dass ich mich kurz vorher mit dem Fahrrad heftig aufs Maul gelegt habe, fällt dem erst amüsierten ("Kennst du dieses Lied: 'Schon wieder ein Wessi, der in den Tramschienen klebt ...'"), dann mütterlich besorgten ("Soll ich das desinfizieren?") Farin Urlaub gleich auf.

Du bist ja nicht so wahnsinnig oft im Fernsehen, aber kannst du dich vielleicht noch an die Sendung Roche & Böhmermann erinnern, zu der Die Ärzte eingeladen waren?

Farin Urlaub: Naja, ich war ja nicht da.

Kurz schon, oder?

Nee, ich war draußen, ich war vor Ort. Also, das war so: Wir haben auf dem Weg nach Köln irgendwo an der Tanke angehalten, und Rod hat sich ganz viele Zigaretten gekauft. Und ich so: 'Wieso kaufst'n jetzt Zigaretten?' - denn er raucht eigentlich nicht mehr beziehungsweise ist auf E-Zigaretten umgestiegen. Er: 'Naja, wir fahren jetzt zu dieser Fernsehsendung, wo ganz viel gesoffen und geraucht wird'. Und als mir dann klar wurde, dass Rod keinen Witz gemacht hat mit dem Whiskey und dem Rauchen, hab ich gesagt: Nö. Das mit dem Whiskey ist mir scheißegal, aber ich geh doch nicht freiwillig in ein Umfeld, wo ganz viel geraucht wird. Ich versuch mich ein ganzes Leben lang schon, davon fern zu halten. Das hab ich Charlotte gesagt, und beide Moderatoren waren total bestürzt und sagten: 'Aber deine Kollegen wissen ja, dass du nicht rauchen willst, dann machen die das doch bestimmt nicht ... Hahaha'. Und tja, dann bin ich halt gefahren.

Aber die beiden rauchen doch auch auf Tour, oder?

Nicht in meiner Gegenwart!

Echt, so komplett kannst du dich dem entziehen? Wie ist das denn auf Reisen?

Es gibt nur wenige Situationen, in denen es nicht geht. Ich fahre ja am Liebsten dorthin, wo gar keine Menschen sind, und dann wird da eben auch meist nicht geraucht. Höchstens mal, wenn da ein Waldbrand ist, aber dann hau ich auch eher ab. Das wurde dann total hochgekocht, dabei wars ne ganz einfache Sache: Ich will nicht da sein, wo geraucht wird. Ich hab mich ja auch nicht empört hingestellt und gesagt, 'Wie unmöglich!', das ist nur eben einfach nicht meine Welt.

Es gibt in der Zeit eine Kolumne namens Gesellschaftskritik, da wird ein Klatschthema schön elaboriert in einen größeren Kontext umgedeutet. Da haben sie sich anhand deines Beispiels überlegt: Das Nichterscheinen ist der neue Affront gegen den Moderator. So wie Klaus Kinski oder Helmut Berger früher besoffen die Talkmaster anpöbelten, hast du so elegant dein Unbehagen gegenüber der Sendung ausgedrückt.

Haha! Um Gottes Willen, ich wusste nicht, dass ich da so ne Katastrophe raufbeschwöre! Ich hab die Sendung auch nie gesehen, ich gucke wirklich nie fern, deswegen hab ich das mit der Raucherei auch für einen Witz gehalten. Charlotte kenne ich, und dachte, die ist bestimmt super. Ich dachte, da sind ja noch genug Leute da, die können ja weiterreden. Aber Felsenheimer hat mir später gesagt: 'Haste super gemacht, wir haben nur über dich geredet!' Oh Gott, das wollte ich auf gar keinen Fall!

Tja, wärst du dageblieben, hättest du mitreden können, wenn es um deine Person geht. So wird eben über dich diskutiert.

Genau! Ich bin eigentlich ganz anders, als ihr alle behauptet! Ja, ich weiß, das ist blöd. Aber darum gings mir halt gar nicht.

Verstehe. Dann lass uns doch über das Album reden: Kannst du etwas über das Stück auf "Faszination Weltraum" erzählen, in dem du Städte sprengst?

Jaa! Ich bin zu feige dafür, aber es ist ein kleiner Denkanstoß.

Weil du was ätzend findest?

Unmenschliche Innenstädte! Ich mag moderne Architektur, aber heutige Innenstädte sagen dem Menschen, dass sie ihn dort eigentlich nicht haben wollen. Ich kenne keine modernen Innenstädte - außer vielleicht Tokio in Teilen - in denen ich mich als Mensch wirklich willkommen und wohl fühle statt als störendes Element. Der Verkehr muss durchfließen, der Warenfluss muss gewährleistet sein, aber du als Fußgänger - du sollst einkaufen, ins Kino gehen und ins Café. Aber dass du einfach nur sein willst, scheint nicht okay zu sein: Moment mal, das wollen wir ja hier nicht haben!

Ja, oder der Raum wird kommerzialisiert, sodass du dir den öffentlichen Raum zurückkaufen musst und gefälligst eine Tasse Kaffee trinken musst, um an einem Platz sitzen zu dürfen.

Genau. Sowas nervt mich total. Und das ist gepaart mit der unfassbar einfallslosen oder noch schlimmer: originellen Architektur, die an menschlichen Bedürfnissen vorbeigeht. Die ist dann entweder total protzig oder hässlich aus meiner Sicht. Das hat mich dann zu diesem schönen Sprengstoffattentat gebracht.

Und konstruktiver gefragt: Wo fühlst du dich am wohlsten?

Am wohlsten fühl ich mich eigentlich außerhalb von Städten, aber ich mag Paris total. Eine Stadt, die eigentlich wenig Bäume hat, wenn man mal genau hinguckt, aber doch so gemütlich ist, dass Millionen von Menschen da jede Woche hinpilgern. Die Innenstadt ist natürlich ein Openair-Museum. Ich kann daher verstehen, wenn jemand sagt: Da lebst du aber im falschen Jahrhundert. Schon, aber es ist eine Stadt, die doch irgendwie mehr Menschlichkeit hat als Bielefeld. Zum Beispiel.

Oft sind die Vorstädte ja noch schlimmer: Die Pariser Banlieus scheinen ja auch nicht wirklich für Menschen gemacht zu sein.

Furchtbar! Als die gebaut wurden, hat Tati einen sehr bösen Film gedreht, in dem quasi die ganze Welt nur noch in Bauklötzen lebt. Ich weiß auch, dass ich ewiggestrig bin. Und dass man keine 200 Jahre alten Häuser nachbaut, ums gemütlich zu haben, ist mir schon klar. Aber den Menschen und seine Bedürfnisse so komplett zu ignorieren, das finde ich nicht schön.

Ging es auch ein bisschen um Berlin?

Es ging auch um Berlin - Stichwort Potsdamer Platz - aber es ist kein Lied gegen Berlin, sonst wäre ich deutlicher geworden. Ich sehe halt viel auf Reisen und sowas kotzt mich an. Und es ist ein neues Thema! Architekturkritik, das gabs noch nicht! Ich dachte, es ist Zeit, das zu bearbeiten.

Was muss ein Reiseziel eigentlich bieten, damit du gerne hinfährst?

Ich vermeide jetzt nicht grundsätzlich Städte, aber die meiste Zeit versuche ich dort zu sein, wo man auch zelten kann.

Würde Ost-Timor da nicht rausfallen?

Stimmt, das ist wirklich dicht besiedelt. Im Osten hab ich zwei lange Strände gesehen, aber sonst sind überall Menschen.

Was hat dich dorthin geführt?

Ein komischer Zufall: Ich hab mal in einem Interview erzählt, dass ich alle Länder dieser Welt bereisen will, daraufhin kam von einem UN-Mitarbeiter aus Berlin eine Mail: 'Hey, Timor kennst du bestimmt noch nicht, ist super, komm vorbei und guck es dir an'. Und ich dachte: Wie nett, na klar. Ich war gerade in Australien, und es lag auf dem Weg. Ein Glück, ich war insgesamt anderthalb Monate da.

Auch zum Fotografieren, richtig?

Auf jeden Fall, ich fotografiere ständig, wenn ich reise und bin schon ein Junkie, was Equipment angeht. Mittlerweile hab ichs ein bisschen reduziert, jetzt hab ich nur noch zwei Kameras dabei.

Bist du immer alleine unterwegs?

Nicht immer, aber ich fummel dann schon mal ewig an einem Bild rum - es gibt schon Fotos, die dauern echt lange. Ich muss dann eben auch um 4:30 Uhr aufstehen, weil ich genau dieses Licht brauche, und da gibts nicht viele Leute, die sagen: Klar, super!

Könnte man dich auch engagieren?

Auftragsarbeiten mach ich nie, aber ich spende mein Honorar, in diesem Fall an eine Klinik vor Ort, die mir empfohlen wurde.

Und was steht noch an in deiner Reiseplanung?

Ich hab ganz viel vor, aber das erzähl ich nicht. Nicht, weil sonst jemand hinterher fährt, aber ich hab halt ein sehr privilegiertes Leben. Wenn ich erzähle, wo ich überall hinreise, dann sagen alle: Der Arsch hat so viel Geld!

Äh, das wäre ja wohl auch nicht gelogen.

Klar, aber ich würde auch reisen, wenn ich weniger Geld hätte. Das ist nicht der Grund - das wissen die Leute nur nicht. Wir sind in Deutschland, Neid ist sehr üblich bei uns.

Hast du denn auch in Berlin oft das Gefühl, dass die Leute neidisch sind?

Nee, die finden mich vielleicht nicht unbedingt gut, aber da ist ein tendenzielles Wohlwollen unter der Überschrift: 'Eener von uns'. Auf der letzten Rückreise nach Berlin guckt der Polizist in Tegel auf meinen Pass und meint: 'Och, das ist aber schön, sind se wieder da, willkommen'. Das war mir fast ein bisschen zu persönlich ... ging mir irgendwie nah.

Vielleicht, weil jemand so ungefragt in deine Komfortzone eingedrungen ist. Ansonsten hältst du dein Privatleben ja sehr konsequent außen vor.

Och, das ist total einfach. Meinst du, so laufe ich normalerweise rum? Das mach ich nur, wenn ich Promo mache oder Konzerte gebe. Sonst hab ich meine grau-schmutzigblonden Haare, setz eine Mütze auf und dann erkennt mich keener.

"Mit 50 biste eher der greise Weise"

Generell ist "Faszination Weltraum" sehr straight geworden, oder? Ein wenig zu wenig überraschend ...

Okay ... hättest du erwartet, dass ich Polka mache?

Findest dus überraschend?

Ich wollte ein Rockalbum machen, und die Männer, die hier waren, meinten alle: Whoa, was für'n geiles Rockalbum! Vielleicht haben sie das auch gesagt, weil sie was Nettes sagen wollten. Aber ich hatte eben das Gefühl, es ist mal wieder Zeit für harten Rock. Das ist nicht originell, gebe ich zu, Musiker halt - der macht Rock, erwartbar - aber wenn du dir die Alben davor anhörst, war ich all over the place, und dieses Mal bin ich recht konzentriert bis auf einen Ska und eine Ballade bei dem Rockthema geblieben. Wenn du dann sagst, es ist wenig überraschend, hab ich dem wenig entgegenzusetzen. Tja, okay. Es ist ein wenig überraschendes Rockalbum.

Was hast du noch vorgehabt, außer ein weiteres Rockalbum zu machen?

Das setzt einen Metagedanken voraus, den gibts nicht. Der Metagedanke bei mir ist: Ich will ein Album machen. Und dann guck ich mal, was mir einfällt. Das, was mir davon am Besten gefällt, das trag ich dann zusammen und mach ein Album draus. Das waren alles neue Ideen bis auf zwei oder drei Stücke.

Wenn ich überraschen wollen würde, würde ich ganz andere Sachen machen, aber darum gehts mir gar nicht. Denn es gibt so viele unheimlich originelle Leute da draußen, mit denen jetzt auch noch in Konkurrenz treten? Och nö. Ich trete ausschließlich in Konkurrenz zu mir, und wenn ich ein Lied zu einem Thema schreiben muss, dann muss es entweder viel besser sein als mein letztes Lied zu dem Thema, oder es muss ganz was Neues sein.

Du bist ein intelligenter Typ. Hattest du in deiner Musikerkarriere mal das Gefühl, intellektuell unterfordert zu sein?

Nee, schön wärs. Ich würde jetzt gerne ja sagen und mich unheimlich schlau aussehen lassen. Aber es ist eine coole Fangfrage.

Ich meine, vielleicht kommst du ja in die Versuchung, mehr in die Texte reinzupacken, als jeder auf Anhieb kapiert?

Schon, ich finde es immer gut, wenn ein Song oder Film auf mehreren Ebenen läuft. Also für die, die gerne alles als bare Münze nehmen, ist es vielleicht ein schönes Mitsinglied. Und für die, die sich etwas mehr auskennen, funktionieren die Liedern im Idealfall doppelt.

Die aber nicht jedes Lied hat, zum Beispiel "Sommer"?

Genau, das Lied ist, was es ist, da ist nicht mehr drin. Es ist kein super originelles Bild, aber der Kerngedanke ist der Optimismus eines Roadmovies: Uns wird schon nix passieren, alles ist gut, alle Ampeln sind grün. Ich kenne dieses Gefühl tatsächlich, und da dachte ich: Machste mal mal wieder ein Lied drüber. Gibt ja so Tage und alles flutscht, du bist unverwundbar, und der ausgespuckte Kaugummi landet punktgenau im Müll.

Was hat dir textlich am meisten Spaß gemacht außer der Architekturkritik?

Das Reimen bei "Herz? Verloren": 'Sei mir nicht bös / ich bin polyamorös'. Da dachte ich, harhar, der sitzt! Wann man sein Herz verliert, weiß man ja gar nicht. In dem Moment, wo es passiert, ist man ja schon mittendrin. So ein Gedanke reicht meistens, ich lass das liegen und weiß, daraus bastele ich dann eine Story. Dann war auch schnell klar, dass der Text eskalieren muss.

Das ist ein Stilmittel, das du gern benutzt, oder?

Sowas mag ich, Eskalation en masse. Das ist überhaupt meine Art von Humor, Monty Python haben das ja zum Beispiel auch oft gemacht. Man nimmt eine Idee, bearbeitet sie immer weiter und lässt sie ins Absurde abgleiten, dadurch erschafft man Situationen, die komplett unvorhersehbar sind. Ich liebe sowas.

Und oft lässt du auch einen Text stur in eine Richtung laufen und deutest ihn dann in der letzten Strophe komplett um.

Ja, auf jeden Fall. Hast du die B-Seite von der Single gehört? Hör mal an. Bei dem Text habe ich tatsächlich mal versucht, literarisch anspruchsvoll eine richtig umfangreiche Geschichte zu erzählen. Es ist kein lustiger Song, aber ich bin echt stolz drauf. Wäre auch beinahe aufs Album gekommen, aber der ist fünf Minuten lang. Weil ich da echt was zu sagen hatte, und das ging nicht schneller. Da dachte ich, nee, das Album ist jetzt schon fast ne Stunde lang. Ich hab gerade das Master gekriegt, 52 Minuten und ein paar Sekunden. Die Aufmerksamkeit hat heutzutage eigentlich keiner mehr.

Das heißt, dass du mittlerweile viel über Themen schreibst, die dich total nerven ...

... oder freuen. Ich schreibe nie über mich, über mein Leben, weil ich das nicht ausbreiten will. Viele Leute ziehen daraus ja ihre Hauptinspiration. Ich nicht. Aber meine Interessen tauchen schon auf, wenig verhohlen zum Beispiel in "Heute Tanzen". Das Lied geht um Literatur, also ... du weißt schon. Das interessiert mich.

Deswegen hast du ja auch diese nette Rubrik auf deiner Website, das Buch des Monats. Ich hatte in der Vorbereitung beim Durchlesen deiner riesigen FAQ das Gefühl: JEDE Frage, die auf der Welt schon mal aufgekommen ist, wurde dir ...

... zweimal gestellt, ja. Manche dreimal.

Du kriegst unglaubliche Fanmails!

Ey, da sind so lustige dabei, also ... ich veröffentliche ja die härtesten Sachen anonymisiert als Mail der Woche.

Und kriegst du die denn auch immer alle ungefiltert weitergeleitet oder gibt es jemanden, der das für dich vorsortiert?

Briefe - also klassische Fanpost - gibt es ja kaum noch, aber die E-Mails krieg nur ich, kein anderer. Ich weiß nicht, ob ich das sagen soll, denn da ermutige ich vielleicht noch mehr Leute - es gibt unheimlich viele gerade sehr junge Menschen, die mir so ihr Leben offenbaren und um Hilfe bitten. Also, die Mailadresse ist momentan und meistens geschlossen, aber wenn sie offen ist, dann kommen da Sachen, das glaubst du gar nicht! Da kann ich dann nur schreiben: Bitte geh sofort zum Jugendamt, zum Psychologen, ganz ganz furchtbare Sachen. Die Leute wissen zum Beispiel nicht, dass es eine Antifa gibt, also von wegen 'Auf dem Weg zur Schule werde ich immer verprügelt' usw., 'Ich bin allein' - ganz hart.

Die haben offenbar kein Umfeld und keinen Freundeskreis, der ihnen helfen könnte. Und dann versuche ichs halt manchmal, aber - ich meine, ich sitz in Berlin, ich bin Rockstar, ich bin Fuffzich - wat weeß ick. Ich hab jetzt nicht so den direkten Zugang. Aber offenbar sind da Leute, die haben gar keine Ahnung, wie das Leben funktioniert. Da kann ich dann niemanden zwischenschalten, da würde ich mich fühlen wie'n Arsch. Denn die sind auch ganz fest der Meinung, dass sie mir schreiben. Und da will ich sie nicht enttäuschen.

Das ist sehr edel von dir und nicht eben selbstverständlich…

... aber ich kanns auch nicht das ganze Jahr durchziehen. Ich mache das so zwei Wochen im Jahr.

Klar, du bist ja auch nicht hauptberuflich Psychologe.

Nee. Diese zwei Wochen im Jahr sind echt der Hammer. Da kommen dann so 3.000 bis 4.000 Mails, und ich les sie ALLE. Nicht alle sofort, aber ich versuche über den Zeitraum hinweg zumindest die dringenden zu beantworten. Alle beantworten ginge nicht. Ich hab mal in einem Jahr 13.000 Mails beantwortet, das hab ich dann hinterher im Postausgang gesehen und gesagt: Nö. Mein Leben hat noch andere Seiten. Trotzdem ist das echt immer noch sehr viel!

Bekommst du immer noch Körbe voller liebevoll gestalteter Fanpost, wie früher gern in den Editorial-Fotos in der Popcorn oder so abgebildet?

Ach was. Das war früher so'n großer Wäschekorb im Monat und ist jetzt ein Schuhkarton im Jahr. Die Leute schreiben keine analogen Briefe mehr, das ist echt wenig geworden.

Hat sich der Inhalt der Briefe verändert?

Ja, definitiv. Die Hilferufe nehmen zu. Ich habe das Gefühl, dass die Leute immer isolierter werden. Facebook hat den Freundschaftsbegriff komplett entwertet: Ein Freund ist jemand, der dich mal geliked hat oder so. Aber die Leute haben trotzdem gar keinen mehr, der ihnen zuhört, offenbar. Ich verallgemeinere jetzt sträflich, aber du weißt schon, was ich meine. Und von denen gibts echt viele, die haben dann keine Freunde und schreiben mir. Oder uns.

Welche Rolle nimmst du in ihren Köpfen deiner Meinung nach ein?

Für die bin ich die allwissende Vater- und Kumpelfigur. Das war in den 80ern natürlich noch anders, da waren wir noch Sexobjekte. Und das sind wir jetzt halt nicht mehr. Mit 50 biste kein begehrter Typ mehr, eher so der greise Weise.

Meinst du, das liegt daran, dass sie sich in deinen Texten wiederfinden?

Die finden sich teilweise in Texten wieder, bei denen ich ganz überrascht bin, dass sich jemand damit identifizieren kann. Das Abseitigste überhaupt wird aufgegriffen, und dann bekomme ich Rückmeldungen der Sorte: 'Du hast mein ganzes Leben erzählt!'. Huch. Das kann ein schönes Kompliment sein, aber manchmal ist das auch ein bisschen scary. Da denk ich mir: Oha, das war dein Leben – in drei Minuten?!"

"Mich interessiert einfach weniger"

Die Vorbereitung hat echt Spaß gemacht, ein bisschen irritierend war nur dieses Gras, das von unten aus der Website wächst und den halben Inhalt versperrt. Ist das ein Grafikfehler?

Ich hab mich gefragt: Wie bizarr kann eine Website sein? (begeistert) Warst du gestern noch mal drauf? Jetzt kann man nämlich schon fast gar nichts mehr lesen, das Gras wächst immer höher. Ich mags gar nicht, wenns zu logisch ist. Das zeigt sich auch im Titel. Das Album heißt "Faszination Weltraum". Warum? Weiß ich selber nicht, fand, das klang gut!

Oder "Die Rückkehr der Skateboardlegende".

Genau - da ist er wieder, der Mann der kein Skateboard fahren kann!

Kannst dus ein bisschen?

Die Leute, die es können, würden sagen: nein. Ich würde sagen: ein bisschen, aber die Treppe würde ich nicht lebend runterkommen. Sagen wir, ich kann so gut Skateboard fahren, wie du Fahrrad fährst. Haha! Der hat gesessen!

Höhö. Mit Die Ärzte habt ihr ja ein Angebot abgeliefert, das unglaublich nachgefragt wurde. Denkst du, dass du dasselbe auch mit deinem Soloprojekt machst?

Nee, überhaupt nicht. Bei Die Ärzte gibt es drei Geschmäcker, drei Leute, eine größere Bandbreite. Ich bin der einzige Komponist beim FURT. Mich interessiert einfach weniger. Und die Songs hier sind alle noch mal enger geworden, weil ich einfach Bock hatte auf Stücke, die live krachen. Rock eben.

Wie verhält sich das Album denn zu deinen anderen Soloalben?

Ich hab beim ersten Soloalbum ganz viele Netze ausgeworfen und mal geguckt, was überhaupt hängenbleibt, und wie man das live umsetzen kann. Das zweite war dann ziemlich düster, aber schon ähnlich rockig. Das dritte ging meiner Meinung nach mehr in Breite, und das hier ist wieder sehr konzentrierter Rock. Was wird das live Spaß machen. Ich freu mich TOTAL. Aber so richtig. Vielleicht probier ich die neue Ballade mal aus. Da muss ich noch die Streicher gegen Bläser austauschen, aber da hab ich schon eine Idee ... Meine Schlagzeugerin Rachel schickt mir quasi einmal die Woche eine SMS und fragt, wann wir endlich loskönnen. Sie hat mehr Muskeln als ich zurzeit.

Was hat dir an dem Album am meisten Spaß gemacht?

Mein Lieblingslied ist wahrscheinlich "Keine Angst". Es gibt einen kurzen Break darin und keine Dynamik, außer, dass alles immer mehr wird. Und da hab ich so einen Bock drauf! Auf Albumlänge wär mir das zu anstrengend, aber hier hat von vorne bis hinten alles gepasst. Das Erfinden, das Aufnehmen, das Singen, das war alles so – ja, geil. Kann ichs nicht noch mal singen, weils so einen Spaß gemacht hat?

Ich bin generell schon gerne im Studio. Rachel ist das einzige Racing Team-Mitglied, das die ganze Zeit mit mir dabei war. Sie hat parallel Schlagzeug gespielt, während ich die Gitarren, Bässe, Gesänge aufgenommen hab. Nachmittags hatte ich dann immer Bescherung und konnte mir ihre Spuren anhören. Ein paar Stücke hat sie sich echt erkämpfen müssen, wir sind da wirklich an die physischen Grenzen eines Schlagzeugers gegangen. Vier Minuten und nur ein Break zum Ausschütteln - live hast du ja noch Adrenalin, aber als sie das im Kalten hingekriegt hat, da bin ich ihr echt um den Hals gefallen.

Im Idealfall fühlt sich Arbeit nicht wie Arbeit an, richtig?

Hast du dir schon mal ein Stück ausgedacht und zum ersten Mal selbst gehört? Es geht nicht um den Erfolg, sondern darum, dass da was in deinem Kopf entsteht, das irgendwann auch mal im Ohr ankommt. Ist das nicht ein großartiger Augenblick? Und jetzt stell dir vor, du machst das nicht nur mit einem Instrument, sondern gehst den Umweg über Finger, Aufnahmegerät, Instrumente, die sich langsam anhäufen. Und plötzlich merkst du, wie die Textur, die du in deinem Kopf hattest, also der brodelnde Bass, das Schlagzeug, dass das alles zusammenpasst, und dann kommt am Ende so ein Lied raus. Das ist mehr als die Summe der einzelnen Teile.

Ein Song ist ja aus der Sicht eines Fans geschrieben. Bekommst du auch detaillierte Rückmeldungen auf neue Songs?

Na klar. Und ich bin schon oft Empfänger von wahnsinnig vielen enttäuschten Mails: 'Bisher fand ich ja alles gut, aber jetzt ist alles schlecht'. Nicht: Ich finde es schlecht, sondern: Das ist schlecht. Du bist jetzt ein schlechter Mensch, du kannst es doch besser. Das Schlimme ist, dass ich mich als Fan auch genau bei diesem Gedankengang ertappe, und mich dann selbst hinterfragen muss, warum ich das so sehe. Es könnte ja auch nur sein, dass ich die alten Alben mit tollen Erlebnissen verknüpfe. So ging mir das bei Wire, die ich sehr liebe. Das neue Album hab ich mir sofort bestellt und hinterher gelesen: Sie haben ein paar Songs aus alten Demos zusammengesetzt. Der Rest war leider richtig schlecht. Für mich war das der Beweis: Sie haben sich als Menschen so sehr verändert, dass sie keine guten Songs mehr schreiben können. Warum auch immer. Das tut sogar weh, wenn man Wire nur periphär wahrgenommen hat.

Das stimmt. Aber wie kann man so einen Reality-Check einbauen - woher kannst du wissen, wie deine Musik sich in den Augen anderer entwickelt?

Ach, letztlich ist das gar nicht wichtig, wichtig ist nur, gefällt es mir und/oder gefällt's jemandem da draußen. Könnte ja auch sein, dass ab morgen nur noch Mormonen meine Musik lieben. Wäre komisch, aber wäre irgendwie auch okay.

So einen Fanwechsel haben wir mal erlebt, als wir von den Punks zu den Studenten gekommen sind. Wir waren eine Punkband, die die Punks gehört haben, und irgendwann haben die dann gemerkt: Moment mal, die machen sich ja lustig über Punk, so nicht! Wir reden von Die Ärzte in den 80ern. Plötzlich hatten wir innerhalb von einem Vierteljahr ganz viele Studenten im Publikum, die uns nicht kannten und wenn, uns überhaupt nicht vorher wahrgenommen hatten. Das war schon ein anderes Gefühl.

Ich bin immer noch überrascht, wenn ich neue Gesichter sehe. Am großartigsten sind Leute vorne. Wenn du bei 20 Konzerten warst, hab ich dich sicher schon mal wahrgenommen, ich kenne und sehe die ersten zehn Reihen. Wenn da plötzlich lauter neue Gesichter stehen, frag ich mich, was haben die die letzten zwei Jahre gemacht, dass die jetzt alle die Lieder auswendig gelernt haben und so verzückt sind?

Das ist Liebe!

Nee, das ist was anderes. Ich glaube, die haben Vertrauen, dass ich sie nicht verarsche. Umso enttäuschter sind sie, wenn sie das Gefühl doch haben. Es gab da einen Fan, der mir eine 20 Meter lange Mail geschrieben hat. Darin stand: 'Wie kannst du mir das antun?', dass er immer an mich geglaubt hätte, aber jetzt habe er 60 Euro für ein Ticket gezahlt, und das könne ja nicht die Wahrheit sein. Bis ich ihm klar gemacht habe, dass er da einfach einem Schwarzhändler aufgesessen ist, und dass unsere Tickets nie so viel kosten, vielleicht 30 Euro, nicht 60. Aber die Enttäuschung war so groß, dass er sein Hirn ausgeschaltet hat. Ich glaube eben schon, dass sie sich sicher fühlen, deswegen können sie sich auch so fallen lassen. Von meiner Seite kommt ja auch nie was Böses, höchstens in den Texten.

Die angesetzten Konzerte in den '-furt-Orten' sind ja schon alle ausverkauft. Warum spielst du eigentlich nur aus Marketinggründen dort?

Ach, was heißt schon Marketing, das ist so ein Businesssprech. Es war einfach eine bescheuerte Idee, und dann machen wir das halt. Es kostet uns letztlich auch Geld. Die Clubs sind so klein und unser Equipment ist so groß, wir passen da kaum rein. Es rechnet sich nicht, es sei denn, wir nehmen 50 Euro Eintritt, und das kann ich nicht machen. Das war nur ne Teasertour. Wenn die gut läuft, dann werden wir sehen, ob die Leute auch in größere Hallen kommen.

Dann bist du bestimmt gespannt, welche neuen Gesichter du siehst.

Tja, das weiß ich vorher nie. Ich bin manchmal ganz überrascht, wer das so offenbar hört. Meistens positiv überrascht, manchmal verwundert. Ich war neulich zum Beispiel in Kreuzberg in irgendeiner Markthalle, da stand die klassische Marktfrau und ruft: 'Möönsch der Farin - den Song da fand ick aber ooch super!'. Und ich denke mir dann manchmal: Ach, DU bist jetzt Fan?! Wär jetzt nicht mein erster Gedanke gewesen aber – nun gut. Wir dachten ja bei Die Ärzte immer, wir sind eine Teenieband. Aber das Licht reicht halt oft nur bis zu Reihe zwölf. Hinten stehen dann aber laut Crew auch die Großen, die kommen nur nicht mehr nach vorne - das wär mir auch mittlerweile zu anstrengend. Ich kann gar nicht weit genug hinten stehen bei einem Konzert. In den großen Hallen haben wir ja auch Saalbeleuchtung, und da guck ich dann manchmal und denke beruhigt: Ah, okay. Die Eltern sind auch mitgekommen.

Jünger ist dein Publikum in den vorderen Reihen also im Laufe der Zeit nicht geworden?

Nee, jetzt nicht mehr. Das wäre ja auch kaum möglich.

Tausend Dank, dass du dir so viel Zeit genommen hast!

Weiterlesen

LAUT.DE-PORTRÄT Farin Urlaub

Im Hollywood-Blockbuster "Edge Of Tommorow" steckt Tom Cruise in einer Zeitschleife fest. Immer wieder erlebt er den selben Tag. Er stirbt, wacht auf, …

6 Kommentare mit 32 Antworten

  • Vor 3 Jahren

    FU wird auch schon mal mit dem "Kempinski von den Toten Hosen" verwechselt: http://www.mytopic.at/home/stars-events/mu…

  • Vor 3 Jahren

    sympathisch ist er ja der farin. nur leider nicht mehr sehr punk :damn: aber "ich werde auf dem schwulweg immer verprügelt" ist schon sehr lustig :lol: :koks: da wird man fast (n)ostalgisch. nur leider sind pööhhse skinhead-kraken die arme unschuldige punks verkloppen so ziemlich anfang 90ies. sowas gibt es heute wohl nur noch im tiefsten dunkeldeutschland. und vermutlich nicht mal mehr da. Da stellen die ominösen und vielbeschworenen jugendlichen "intensivtäter" mit "migrationshintergrund" schon die größere gefahr für zecken dar... aber ob da die antifa helfen kann :uiui:

  • Vor 3 Jahren

    "Hast du die B-Seite von der Single gehört? Hör mal an. Bei dem Text habe ich tatsächlich mal versucht, literarisch anspruchsvoll eine richtig umfangreiche Geschichte zu erzählen. Es ist kein lustiger Song, aber ich bin echt stolz drauf. Wäre auch beinahe aufs Album gekommen, aber der ist fünf Minuten lang. Weil ich da echt was zu sagen hatte, und das ging nicht schneller. Da dachte ich, nee, das Album ist jetzt schon fast ne Stunde lang. Ich hab gerade das Master gekriegt, 52 Minuten und ein paar Sekunden. Die Aufmerksamkeit hat heutzutage eigentlich keiner mehr."

    Mit Verlaub - eine äußerst krasse Fehleinschätzung. Das Dingens ist gut und gefällt, wenn auch die musikalische Überraschung ausbleibt und es vielleicht aus stilistischen Gründen nicht so richtig auf das Album gepaßt hätte. Ich hätt's verstanden, wenn er das Dingens noch für einige Jahre in der Schublade aufbewahrt und dann auf dem nächsten Solo-Album eingebunden hätte, aber mal so eben als B-Seite raushauen ist nicht gerade ein geschickter Zug gewesen ... Auf dem Album gibt's (nach dem ersten Hören) andere Sachen, die sich in meinen Ohren viel besser als B-Seite ausgenommen hätten.
    Gruß
    Skywise

  • Vor 3 Jahren

    Hmm, find ich auch so. "Die perfekte Diktatur" ist mit Abstand das beste neue Lied, gewissse Geniestreiche wie früher fehlen...

  • Vor 2 Jahren

    Ich habe leider auch einen ganz anderen Farin kennengelernt, habe in 10 Jahren keine Antwort(en) erhalten und bin sehr enttäuscht, wie er offenbar in diesem Interview wieder Mal versucht, sich als so tollen, sozialen, sympathischen weltreisenden Super-Rockstar darstellt. Dies entspricht leider nicht dem, was ich erlebt habe. In einer Notsituation in Bs. As., wo die Die Ärzte auf Südamerika-Tour waren, habe ich weder von ihm noch von der Fan-Betreuung eine Hilfestellung/Antwort erhalten.
    Nachdem ich es dann irgendwie schaffte, mir aus Deutschland Geld zu besorgen und die letzten Tage dort doch noch genießen und das Konzert sehen zu können, habe ich aber auch danach zuhause angekommen, keine Antworten erhalten. Weder eine Mail mit einem Bedauern, noch einem netten Rat. Ich hatte nach diesem Konzert weiterhin arge Schwierigkeiten aufgrund meiner geklauten und missbrauchten Kreditkarte, dadurch einen Schufa-Eintrag von 7 Jahren... daraus resultierend Probleme bei der Wohnungs- und Arbeitssuche.... Dies alles schrieb ich ihm, aber eine Antwort kam nie!
    Fan bin ich trotzdem geblieben und habe psycholog. Hilfe in Anspruch genommen. Auch das habe ich ihm geschrieben und blieb dabei... Ich habe über die Jahre regelmässig geschrieben, nur die Antworten fehlten und auch meine z. T. ironischen und kritischen Gästebucheinträge auf seiner Seite wurden regelmässig gelöscht und nicht nur von mir. Ich habe auch andere Frauen kennengelernt, die diese Erfahrung machten. Und nicht, weil sie oder ich ausfallend wurden, sondern offenbar weil Herrn Urlaub unsere Meinung nicht gefiel. Für mich ist das Zensur und ein Verstoss gegen das öffentliche Meinungsrecht.
    Mit der Aussage, er würde jede Mail persönlich beantworten, wird eine Illusion aufrechterhalten, die einfach nicht stimmt. Man kann seine Fans im Gästebuch auch bei der Stange halten und Märchen in der Öffentlichkeit erzählen, um damit auch weiterhin gut zu verdienen. Wie bekannt ist, verdienen die meisten über Merchandising. Ich war dann wohl zum Glück so schlau, nie Merchandising zu kaufen und trotz meines grössten Fan-Daseins meine Kosten für Ausgaben für Alben und Konzerte gering zu halten, auch weil ich nur ein sehr geringes Einkommen habe. In diesem Fall hat Armut wohl auch Vorteile, auch wenn Herr Urlaub als Superreicher Möchtegern-Held, offenbar seine weibliche gering betuchte und tatsächlich kranke völlig missachtet und mit so einer falschen Aussage auch demütigt!
    Ach Herr Urlaub, und vielen Dank noch für den grundlosen Rausschmiss auf ihrer Vernissage in Berlin. Ich wusste gar nicht, dass Sie mein Anlachen so verunsicherte, dass Sie mich vor Schreck oder Schüchternheit mit der Behauptung, ich sei eine gute Bekannte von Ihnen, die auf Ihrer Vernissage nicht erwünscht waren, vor die Tür setzen mussten, statt mir einfach eine Mail zu senden, dass es Ihnen lieber wäre, wenn ich fernbleibe.

    Aber dann frage ich mich, warum Sie mich in Hamburg auf dem Konz. erst lustig anflirteteten und anstrahlten und dann wieder nicht antworteten auf meine Mails!

    Wirklich erstaunlich, Sie feiger nicht antwortender "Superheld"!

    • Vor 2 Jahren

      Das ist doch nichts neues bei diesen selbsbtgerechten "Punk"rockstars.

      Hör lieber die Onkelz, da findest du noch Solidarität mit und unter den Fans.

    • Vor 2 Jahren

      Warum fährt man jemandem hinterher und rennt auf seine Vernissage, wenn er doch so schrecklich und schlimm sein sollte? Ist das normal? Auch frage ich mich was hier von Farin Urlaub erwartet wird. Die Band ist doch nicht von der Caritas oder leistet Sozialarbeit. Sollen sie sich jetzt auch noch um Privatangelegenheiten wie Liebeskummer, geklaute Sachen oder Beziehungsprobleme kümmern? Auch wenn das stimmt könnte jeder behaupten ihm wäre Geld geklaut wurden. Warum lässt du liebe Beitragsschreiberin den guten Mann nicht einfach in Ruhe, wenn er dir schon so direkt zu verstehen gibt, dass er das nicht möchte? Wenn er dich so sehr enttäuscht hat müsste da doch keinerlei Motivation bestehen ihn weiterhin zu favorisieren. Ich frage mich ernsthaft was hier manche Leute erwarten. Findet mal einen, der überhaupt Fanpost beantwortet. Dass er da nicht auf jedes Ding eingehen kann steht doch oben. Ich kenne außer ihm echt keinen derart angesagten Künstler, der solche Aktionen überhaupt startet. Viele Bands würden nicht im Traum daran denken normalen Leuten zu antworten und sich das durchzulesen.
      In seinen Möglichkeiten finde ich ihn schon sehr sozial. Da gibt es Künstler, die super arrogant und eingebildet sind.
      Bei manchen Fans scheinen aber die Grenzen zu verschwimmen. Objektiv betrachtet ist das für euch doch ein fremder Mensch, der durchs Musik machen Geld verdient. Trotzdem hat der Recht auf ein Privatleben und ist nicht euer bester Freund oder Kumpel, den man bei Geldproblemen anpumpen kann. Oder machst du fremde Passanten auf der Straße auch verantwortlich, wenn dir Geld gestohlen wird?
      Für sowas sind die Männer in blau zuständig. Genannt Polizei. Auch im Ausland.
      Wenn ich auf Konzerte oder in die Öffentlichkeit gehe sollte ich eben gut auf meine Sachen aufpassen. Wenn dann etwas wegkommt ist das nicht schön oder toll. Aber da kann ich nicht die verantwortlich machen, die damit gar nichts zu tun haben. Damit das Gästebucheinträge gelöscht werden wäre seine Seite auch nicht die erste oder einzige. Ich denke nicht einmal, dass sich Farin Urlaub da selbst hinsetzt und Gästebucheinträge löscht. Das wird eher die Redaktion machen. Das Problem der Zensur hast du aber in jeder Community und inwieweit man überhaupt von Zensur sprechen kann, kann man erst sagen, wenn man deinen Beitrag gesehen hat. Wenn du das wie oben geschrieben hast würde mich eine Löschung nicht wirklich wundern.

    • Vor 2 Jahren

      GritM und Anne345 sind dieselbe Person.

    • Vor 2 Jahren

      Vielleicht eine neue Selbsttherapie-Methode. Schizophrene Selbstgespräche auf einer Musikseite. Oder einfach wieder ein Troll der zuviel Zeit hat.

    • Vor 2 Jahren

      Ja, das liest sich wirklich schon ein wenig seltsam, was Grit... falls das dein echter Name ist... da schreibt. Aber ich finde, man darf auch nicht vorschnell urteilen! Es gibt nämlich wirklich einige äußerst eingebildete Pinsel in der Musikbranche, die sich für nichts zu schade sind, um sich über ihre Mitmenschen zu erheben. Und nach außen geben sie die feinen Herren, moralisch einfühlsam und verständnisvoll. Ich spreche da aus Erfahrung! Als PR-Beraterin sind mir aberdutzende psychisch labile, aggressive Klienten untergekommen. Im Beruf kann ich damit umgehen, das gebietet die Professionalität, aber wie die mit einem umgehen, wenn man für einen Fan gehalten wird oder einen Paparazzi, da sieht die Welt schon anders aus... gerade im Fall Farin Urlaub glaube ich das gerne. Ein Kollege von ihm, den ich hier namentlich nicht erwähnen möchte, hat mich auch schon aufs Übelste beleidigt, als er besoffen aus seinem Tourbus gestolpert ist. Das Management teilte mir später mit, ich solle es herunterschlucken. Eine Entschuldigung dafür gab es nie.
      Und ich selbst... wenn ihr einen Moment ehrlich seid, dann ihr bestimmt nicht weniger!... kenne das auch, wie es ist, Fan zu sein. Mein Geschmack ist ein wenig erlesener, doch im Endeffekt bleibt es dasselbe. Man hat da nicht immer einen klaren Blick, das verstehe ich, man jubelt und bewundert ja! Gegen so ein bisschen Nacheifern spricht m.E. auch nichts, so lange du gehst, wenn du aufgefordert wirst zu gehen, und kein Riesendrama daraus veranstaltest... ich wurde auch mal von einer Veranstaltung eskortiert, weil ich einem Pianisten einen selbstgeschriebenen Brief mit persönlichem Lob zukommen lassen wollte. Hach, am Ende haben wir doch darüber gelacht! In deinem Fall klingt es jedoch sehr, sehr vehement und ich bin mir nicht sicher, ob du noch zwischen deiner Sichtweise und seiner auseinanderhalten kannst. Du scheinst da wirklich schon oft aufgelaufen zu sein und manchmal ist es besser, Dinge loszulassen. Vielleicht hast du andere Probleme im Leben und suchst über ihn nur einen Ausgleich, den du anders nicht kriegst, denk doch mal drüber nach. Ansonsten finde ich daran aber nichts verwerflich! Übertreib es einfach nicht so, ja?
      Spätestens, wenn du nach Hause kommst und dich auf die Couch legst, solltest du nicht mehr Fan sein. Gönn dir eine Auszeit, werd auch mal selbst verwöhnt. Und beim nächsten Konzert hörst du dir ausnahmsweise nur die Musik an, das ist es doch, was dir eigentlich daran gefällt, oder? Vielleicht braucht es den ganzen Personenkult drumherum nicht.
      Falls es dir nur darum geht, ihn als den Lügner zu enttarnen, der er ist... gegen die große Maschinerie, die dahinter steckt, wirst du nicht ankommen. Irgendwann holt jeden sein Karma ein! Bis dahin solltest du dir das Leben nicht von solchen Typen vermiesen lassen.

    • Vor 2 Jahren

      Finde es ehrenhaft, dass ute mit der Anzahl ihrer Schwänze ehrlich ist.

    • Vor 2 Jahren

      Jetzt wird es doch sehr unglaubwürdig. Das eine Person so viel Zeit für so einen Troll-Account hat beweist schon sehr gut, dass die Person eindeutig zuviel Freizeit hat....

    • Vor 2 Jahren

      Könnte also auch der hartzende lautuser sein...

    • Vor 2 Jahren

      Der hartzende lautuser hat, genau wie der hartzende craze keine Fakes, grundsätzlich nicht.

    • Vor 2 Jahren

      Ganz ruhig lauti. Ich bin von Hartz soweit weg, wie du von einer drogenfreien Urinprobe. Also ist mal wieder OBACHT angesagt!

    • Vor 2 Jahren

      Die Grit ist leider kein Troll, sondern wirklich ein Stalker, siehe hier im Kommentarbereich: http://vonunterwegs.com/news/farin-urlaub-…

      Und auch wenn man in seinem Gästebuch ein wenig stöbert trifft man immer wieder auf Kommentare einer psychisch angeknacksten Person. Ich hoffe, sie sucht sich Hilfe, das klingt wirklich nicht mehr gesund.

    • Vor 2 Jahren

      Craze, dann lass halt den Spruch, wa. Ich bin gleichermaßen soweit von Hartz entfernt wie Du von einer drogenfreien Urinprobe. Also OBACHT auch für Dich, Schnucki!

    • Vor 2 Jahren

      Dann ist ja alles gut. :)

    • Vor 2 Jahren

      Das passt schon gut, weil ich habe ja seit mehreren Jahren drogenfreien Urin, hartzuser. :)

    • Vor 2 Jahren

      Damn, ja, crazehartzer, habs auch gemerkt, habe mich vortrefflich verschrieben, sei es drum, Du weißt wie es gemeint war. :)

    • Vor 2 Jahren

      Ja, dass du halt auf Hartz bist und ich drogenfrei bin. :)

    • Vor 2 Jahren

      ne, dass ich genauso auf Hartz bin wie Du und meinetwegen auch der Wahnsinns-Fakt, dass Du seit Jahren drogenfrei bist.. ;)

    • Vor 2 Jahren

      Tja, dann musst du besser aufpassen, was Du postest. Ich habe es dir ja schon ein paar Mal erklärt, was für Regeln du beim Posten befolgen solltest.
      So bleibt hier einfach stehen:
      - Ich: Drogenfrei, kein Hartz
      - Du: Drogensüchtig, Hartz.

    • Vor 2 Jahren

      jetzt bleibt halt nur noch zu klären, wer es besser getroffen hat ;-)

    • Vor 2 Jahren

      Also ich habe ganz dolle nachgedacht und komme zum Schluß:
      - Du: Drogenfrei, kein Hartz
      - ich: Drogen-Genießer, kein Hartz
      - niemand stellt hier Regeln auf
      Komm, Craze, ist gut jetzt, oder?

    • Vor 2 Jahren

      OBACHT LAUTI!

    • Vor 2 Jahren

      Craze, Calm down jetzt, es ist nur noch peinlich wie Du hier Regeln aufstellen willst, Dich höherstellen willst und darauf bestehen willst, dass ich Hartzer wäre, verbunden mit einer ekligen Stalkerei - schlicht peinlich. Lass es einfach gut sein, bitte.

    • Vor 2 Jahren

      Das Hohe Gericht wird tagen müssen. Die Situation den lautuser betreffend nimmt unermessliche Zustände an. Das ist nicht hinnehmbar.

    • Vor 2 Jahren

      Muss dem lautuser diesmal zustimmen. Wir hatten eigentlich schon vor Ionen festgehalten, dass er kein ALG2 bezieht, sondern auf kosten der Krankenkasse in einem betreuten Wohnheim residiert.

    • Vor 2 Jahren

      Was ihr zwei Schnuppies so festhaltet ist irrelevant. Das hohe Gericht ist aufgelöst, Craze - noch nicht mitbekommen? :)

    • Vor 2 Jahren

      Hä? Warum werde ich jetzt verdächtigt ein und dieselbe Person wie Grit zu sein. Ich habe ihren Kommentar komplett wiederlegt? Liebe Moderation, ich bitte um Bestätigung, dass ich nicht Grit bin und von einer anderen IP gepostet habe. Danke!

    • Vor 2 Jahren

      Im übrigen weiß ich nicht wie Farin Urlaub wirklich ist und ob er das was er schildert ernst meint oder nicht. Was ich dagegen schon sehr merkwürdig finde ist, dass man wenn man als Fan so enttäuscht wurde trotzdem noch der Person hinterher fährt. Das kann ich nicht nachvollziehen und deshalb der lange Beitrag oben.

  • Vor 2 Jahren

    Ach, und wenn sich jetzt einige über meine Rechtschreibfehler aufregen oder monieren: Ich bitte vielmals um Entschuldigung, dass ich mich eben einige Male verschrieb, aber das ändert ja am Inhalt, der wichtiger ist, nichts. Leider gibt es hier keine "Bearbeiten"-Funktion, um das nochmal zu korrigieren! Danke!