Porträt

laut.de-Biographie

Diesler

"In Burnley, wo ich herkomme, gibt es einen Pub, ein Postamt und einen Zeitungshändler. Etwas anderes, als daran zu arbeiten, sozial auffällig zu werden, bleibt für Jugendliche eigentlich nicht zu tun. Zum Glück ist die Musik so ein gutes Ventil und eine verdammt gute Möglichkeit, seine Zeit zu verbringen."

Und doch wohnt der Seele des bekennenden Fußballfans Jonathan Radford eine tiefe Traurigkeit inne. Auf die Frage, wen er gerne mit einer Axt über die Bühne treiben würde, diktiert er der Website basic-soul.co.uk schmallippig ins Notizbuch: "Chris Waddle. Italien 1990. Er weiß, wieso. Reihe Z."

Im Gegensatz zu besagtem Fußball-Profi hat Diesler ein gleichermaßen einfaches wie wirkungsvolles Rezept für Erfolg: "Als erstes kommt der Groove. Dann ein Klecks Drums und ein Spritzer Bass. Als nächstes eine Spalte Percussions und fünf Teelöffel Vocals. Unter ständigem Rühren und Mischen dann weitere Instrumente. Bevor es serviert wird, muss das Ganze etwa fünf Monate auf einem Rohling ruhen."

Schon kurz nachdem Dieslers erster Titel "Cotton Wool" das Licht der Plattenläden entdeckt, landet eine Remix-Bitte nach der anderen auf dem Schreibtisch Jonathan Radfords. TM Juke, Plantlife und Pest sind nur drei der Künstler, die nach seinem Beitrag zum Tru Thoughts-Labelsampler "Shapes One" von 2002 vorstellig werden.

Dabei kam der Erfolg beinahe über Nacht. Eine Demo-CD, die Radford auf Eigeninitiative einschickt, macht Rob Luis, den A&R des Brightoner Labels, auf "Cotton Wool" aufmerksam. Wenig später rotiert die Single schon auf Radio 1, dem Ableger der BBC, der hauptsächlich auf aktuelle und trendweisende Musik spezialisiert ist.

Trotzdem zieht es ihn nicht ins nahe gelegene Manchester oder gar nach London. Er schätzt das unkomplizierte Leben abseits der Metropole, dessen Ruhe ihn in seiner Kreativität eher bestärkt als ablenkt. Wenige Monate nach seiner ersten EP "Ladies and Gentlemen, Start Your Engines Please" folgt das Debüt-Album "Diggin It Somethin Rotten".

Es schließen sich fast im Halbjahresrhythmus EPs und LPs an. Im Vorlauf zu "Keepie Uppies" wird Diesler auf die Soul-Sängerin Laura Vane aufmerksam, die sich zu einem gern gesehenen Featuregast entwickelt, bevor er sich 2008 schließlich der Produktion ihres Debüts annimmt.

Während die Kritiken Dieslers Fusion aus Uptempo Jazz, funky Beats und tanzflächentauglichen Latin-Nummern durch die Bank preisen, bleibt eine Frage offen: Was geschieht eigentlich mit Garreth Southgate? Sechs Jahre nach der WM in Italien hat dieser es seinem Kollegen Waddle nämlich gleich gemacht und den entscheidenden Elfmeter im EM-Halbfinale gegen Deutschland verschossen. Damals sogar auf englischem Boden.

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