Porträt

laut.de-Biographie

Depth Affect

Wer möchte sich nicht gern als "eine der besten Bands, mit denen ich je auf der Bühne stehen durfte" bezeichnen lassen. Entstammt solches Urteil zudem dem Munde eines respektierten und verehrten Kollegen, umso besser. Alias aus den Reihen des Anticon-Kollektivs setzt auf die Lobrede, die er für den Warm Up-Act seiner Show in Paris übrig hatte, noch einen drauf und findet sich zu einem Gastauftritt auf Depth Affects Album-Debüt ein.

Remy Charrier und David Bideau leben und arbeiten in Lorient (an der französischen Atlantikküste) und in Nantes. Wie viele Twens ihrer Zeit, werden sie gleichermaßen mit dem Beachpop der 60er, mit dem "Protect Ya Neck" des Wu-Tang Clan und dem Output von Labels wie Warp musikalisch sozialisiert - ausgewogene Mischkost, die sich in den eigenen Produktionen niederschlägt. Minimalistische Electronica, Bleeps und Clicks treffen auf satte Hip Hop-Beats und (Obacht!) auf Folk-Gitarren.

Depth Affect treten 2003 zum ersten Mal in Erscheinung. Zu der EP "Parthenay" von Melodium, einem Signing des (Web-)Labels Autres Directions in Music mit Sitz in Nantes, steuern sie einen Remix von "Terminus" bei. Nach einem Beitrag zur Compilation "The Noise And The City 2LP" folgt die erste eigene Platte im Januar 2004: Mit der "Mesquin EP" geben Depth Affect bei Autres Directions ihren Einstand.

Live auf der Bühne erhält das Duo Unterstützung: DJ Kalmook sorgt für einen runden Sound, während sich VJ Xavier Brunet der optischen Ausgestaltung annimmt. Visuals stellen einen wesentlichen Teil einer jeden Depth Affect-Show dar. Alle vier Herren sind neben Job oder Studium auf den Feldern Musik, Video, Grafik, Visuals, Fotografie oder Film engagiert. David und Xavier sorgen darüber hinaus für das Erscheinungsbild der Webseite von Autres Directions. Multimedia gehört zum Konzept.

Im Sommer 2004 spielen Depth Affect auf verschiedenen Festivals für elektronische Musik, darunter das Astropolis, Les Siestes Electroniques und Les Trois Elephants. Der Auftritt im Vorprogramm von Alias fällt in den Mai des selben Jahres. Gleichzeitig arbeiten sie mit Hochdruck am ersten regulären Album. In kürzester Zeit schustern sie im September bei einem Treffen in Lorient "Honey Folky" zusammen. Der Eröffnungstrack, veredelt durch ein Eric B & Rakim-Sample, wird zum Kernstück von "Arche-Lymb".

Trotz kontinuierlicher Fortschritte dauert es bis Februar 2006, ehe "Arche-Lymb" in den Handel kommt. Alias ("Wyoming Highway") und Miamis Cyne ("One Day Or So") steuern Featureparts bei. Eine Melange aus Hip Hop-Beats, Keyboards, Vocal-Schnipseln, Elektronik und ein wenig Akustikgitarre liefert einen weiteren Beweis dafür, dass Frankreich beim Aufspüren neuer Trends im Hip Hop nach wie vor die Nase vorn dabei hat. Zumindest die französischen Campusradios teilen diese Ansicht: Bereits vor dem regulären Erscheinungstermin ist "Arche-Lymb" fester Bestandteil diverser Playlisten.

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