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Sebastian, Gilbert, Graham, Mimi und Laure. Gestatten: Crystal Fighters. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. So mystisch ihr Name, so geheimnisvoll geben sich auch die fünf Mitglieder der Londoner Truppe. Über ihr Privatleben schweigen sie eisern, über ihre Musik hingegen haben sie doch etwas zu sagen: "Wir sind die Crystal Fighters. Wir machen schnelle Tanzmusik mit Instrumenten aus dem Baskenland, Synthesizern und Gesang."
Es ist ein Mix alter Traditionen und neuester Technik. Txalapartas, ein baskisches Percussioninstrument und Txistus (spanische Schnabelflöte) treffen auf harte Technosounds, Lo-Fi-Elemente sowie auf esoterisch angehauchte bis völlig verzerrte Stimmen.
Das klingt im ersten Moment sehr eigenartig, kommt live aber gut an. Die Crystal Fighters beweisen sich bei Auftritten mit Pianist Jools Holland, spielen auf einigen Festivals und gehen im Jahr 2010 mit Foals auf Tour. Das kommende Jahr verbringt die Truppe auf einer Konzertreise durch die Großstädte Europas mit Brüssel, Oslo, Paris, Stockholm und auch Berlin. "Die Leute lieben die Energie unserer Performances", erklärt Gilbert. Denn, so berichtet Graham: "Live sind wir viel punkiger und chaotischer als auf dem Album."
Als ruhig oder verträumt lässt sich die Platte der Crystal Fighters dann aber auch nicht bezeichnen. "Star Of Love", dessen Anfangsbuchstaben übrigens das spanische Wort "sol" für "Sonne" ergeben, beinhaltet elf Songs. Mal verpackt als Gitarrennummer wie "Plage", dann zu hämmernden Clubnummern mit Einheitstext à la "I Love London" oder "I Do This Everyday" gemixt.
Auch die Singleauskopplungen "Xtatic Truth", "In The Summer", "Follow/Swallow" finden darauf ihren Platz. Die Themen des Albums seien größer als "meine Freundin hat mir den Laufpass gegeben", findet zumindest Gilbert. "Es geht weniger um ein 'Ich liebe dich' als um die Bedeutung des Konzepts selbst." Auch Hass, Wahnsinn und Tod, Verwirrung und Hoffnung besäßen in ihrer Musik zentrale Bedeutung.
Als größten Einfluss nennen die Fighters jedoch Bakar, den Großvater von Bandmitglied Laure. Dieser nämlich arbeitet Zeit seines Lebens am Manuskript einer Oper namens "Crystal Fighters". In dieser geht es um die Natur der Existenz und die Bedeutung von Liebe. Bakar erleidet einen Nervenzusammenbruch, seine Nichte besucht ihn und findet beim Aufräumen des Hauses die Notizen.
Schnell wecken die kryptisch anmutende Schrift und die scheinbar prophetischen Inhalte ihr Interesse, das sich alsbald auf die Band überträgt. Die fünf übernehmen den Namen und hauchen den Texten ein ganz eigenes Leben ein - so jedenfalls erklärt es die offizielle Biografie der Crystal Fighters.
Zu dieser leicht wirren Geschichte, ihrem kostümiertem Auftreten und dem speziellen Artwork der Platten passt dann auch die an eine Hippiekommune erinnernde Bandphilosophie: "Von irgendwoher, hoch über den alten Hügeln unserer Heimat, wird Liebe kommen, um alles zu besiegen."
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