laut.de-Kritik

Euphorie zwischen Indierock und Discokugel.

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Crash Tokio bestehen seit 2000, kurz vor der Veröffentlichung der Debüt-EP "We Love You No More" auf Blickpunkt Pop hatte die Band sich in der jetzigen Besetzung gefunden. Schon zu Schulzeiten spielten Sänger Pese, Bassistin Nina Kränsel und Gitarrist Hase Höfer in Bands und Projekten zusammen und wohnten in einer gemeinsamen Wohnung. Aus dieser intensiven Freundschaft sind Crash Tokio hervorgegangen. Schließlich kam Schlagzeuger Sebastian Schumann dazu und komplettierte das Münchner Quartett.

Während das Debüt vor Anfangszwanziger-Melancholie nur so strotzte, wurde 2004 beim ersten Album "We Are Plastic" ordentlich gerockt. Wie bereits der Erstling erscheint nun auch "Heads We're Dancing" bei Tapete Records. Die Band hatte schon 2005 ihre Vorstellung davon, wie das Werk klingen sollte: ein Hybrid aus New Order, Duran Duran, der Steve Miller Band und viel Disco sollte es werden.

Und dieser Wunsch wurde konsequent verwirklicht, es rockt nach wie vor, aber diesmal dreht sich die Discokugel schneller und wirft ihr flirrendes Licht auf die zehn Songs. Große Harmonien treffen auf Peses klare, einnehmende Stimme, die ummantelt wird von Gitarren, Bass, Synthie-Flächen und auch mal Streichern. Das Schlagzeug oder ein elektronischer Beat geben den Rhythmus vor, der jederzeit in die Beine geht.

Der Opener "Good You Are" beginnt mit der Textzeile "Oh my god I Can't believe my eyes", ehe sich der Beat und der Bass dazu gesellen. Alles läuft zielstrebig auf den unglaublich melodischen und dramatischen Refrain zu, der von der Gitarre begleitet wird. Spannender und vielseitiger Song.

Im folgenden "Eureka" trifft Peses stakkatohafter Gesang auf Nina Kränsels Background-Stimme, und wieder gesellen sich treibende Gitarre und Synthesizer-Einschübe dazu. Ob "Girls Can Dance", "Monsters" oder "For You Always", alle Songs bestechen mit Spielfreude, Tempiwechsel und großartigen Melodien, die Crash Tokio unter den Popbands hierzulande eine Spitzenposition einnehmen lassen.

Nicht jedermans Sache ist sicher die Hinwendung zum Disco-Pop, der sich im Synthesizer-Spiel offenbart. Die Songs hätten auch auch ohne dessen teils prätenziösen Einsatz funktioniert. Man kann "Heads We're Dancing" entweder eine konsequente Entwicklung bescheinigen, die Indie-Rock harmonisch mit Discoeinflüssen in Einklang bringt, oder man bezeichnet es als überambitioniert, weil das großartige Songmaterial von den manchmal überladenen Arrangements an den Rand gedrängt wird.

Wie dem auch sei, die zehn Lieder auf "Heads We're Dancing" versprühen durchweg eine ungeheure Intensität. Es sind lustvolle Songs, die alles wollen, limitierende Kategorisierungen überwinden und im Discolicht nach Perfektion streben.

Trackliste

  1. 1. Good You Are
  2. 2. Eureka
  3. 3. I'm A Ship
  4. 4. Anatomy Of A Love
  5. 5. Girls Can Dance
  6. 6. Monsters & Machines
  7. 7. You're Home
  8. 8. For You Always
  9. 9. Not Made For Talking
  10. 10. Heavy End

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