Porträt

laut.de-Biographie

Coppelius

In E. T. A. Hoffmanns Erzählung "Der Sandmann" ist Coppelius eine Person, die als eine Art Inkarnation des Sandmanns auftritt und ein Trauma aus der Kindheit des Protagonisten Nathaniel verkörpert. Guter Name für eine Band, die sich mit Historischem näher befasst und diese auch in die Band-Legende einfließen lässt. So geben sich die Musiker Namen wie Max Coppella, Nobusama, Graf Lindorf, Comte Caspar, Sissy Voss oder Bastille und dichten sich selber eine Geschichte zusammen, die bereits 1791 beginnt.

Warum macht man so etwas und was soll das? Wenn man Musik spielt, die gemeinhin als Metal bezeichnet wird, sich dabei aber auf Instrumente wie Drums (Nobusama), Kontrabass (Sissy Voss), Cello (Graf Lindorf) und Klarinette (Max Copella und Comte Caspar) beschränkt, ist ein etwas anderer Ansatz fast schon Pflicht. Den Gesang teilen sich Max, der Graf und Bastille unter sich auf.

Die erfundene Bandgeschichte liest sich ausgesprochen gut, hat mit der Realität aber nichts gemein. Um ihren Stil treu zu bleiben, tragen Coppelius bei ihren Auftritten auch immer Frack, Zylinder und Ähnliches und lassen sich von Butler Bastille gern den Absinth reichen. Schon nach kurzer Zeit gehen Teile ihres Publikums dazu über, es ihnen gleich zu tun und in entsprechender Gewandung zu den Gigs zu erscheinen.

Vor größerem Publikum treten die Berliner zum erstmals im September 2002 beim Abschiedskonzert der The Inchtabokatables auf. In den beiden folgenden Jahren erscheinen die EPs "Coppelius" (2003) und "1803" (2004). Auf der Bühne spielen sie mit Bands wie Fiddler's Green, Nik Page, Tanzwut und Subway To Sally. Letztgenannte zeigen sich von der Band dermaßen überzeugt, dass sie Coppelius im Herbst 2005 auf eine komplette Tour durch Deutschland mitnehmen.

Eine weitere EP namens "To My Creator" und die EP-Box "Frühe Werke" erscheint, ehe sie Anfang 2006 mit Letzte Instanz erneut durch Deutschland touren. Von der Band existieren diverse Coverversionen von Iron Maiden, doch auf "To My Creator" gibt es mit "1916" auch eine Nummer von Motörhead zu hören. F.A.M.E. Recordings lassen sich vom Coppelius-Virus infizieren und nehmen die Band, die ihre eigene Musik als 'Kammercore' oder 'Heavy Wood' (in Anlehnung an die Holzinstrumente) bezeichnet, unter Vertrag.

Nachdem sie über Pfingsten auf dem Wave Gotik Treffen begeistern, erscheint im September 2007 das offizielle Debüt "Time-Zeit". Gerade noch rechtzeitig, um mit Subway To Sally, mit denen sie inzwischen eine enge Freundschaft verbindet, wieder den Tourbus zu entern. Zwar gibt es 2008 keine ausgedehnten Touren, doch man sieht das Kammer-Orchester immer wieder vereinzelt in Deutschland auftreten. Nebenbei arbeiten sie auch an neuem Material, das Ende des Jahres fertig ist.

So landet Ende Januar 2009 schließlich "Tumult" in den Regalen und hat nicht nur eine weitere Coverversion von Maiden ("Charlotte The Harlot") zu bieten, sondern auch eine von The Inchtabokatables ("Rightful King"). Letzteres singt sogar ihr alter Freund Eric Fish von STS ein.

Auch auf den folgenden Alben covern Coppelius immer gern mal wieder Iron Maiden (etwa mit "Genghis Khan" auf "Zinnober", 2010) und Subway To Sally ("Maria" auf "Extrablatt", 2013).

Alben

Coppelius - Extrablatt: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2013 Extrablatt

Kritik von Michael Edele

Zwischen Radiopotential und Subway To Sally für Arme. (0 Kommentare)

Coppelius - Tumult: Album-Cover
  • Leserwertung: 5 Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2009 Tumult

Kritik von Thomas Graffe

Mit einem Bein im Mittelalter, mit dem andern in der Gegenwart. (0 Kommentare)

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