Porträt

laut.de-Biographie

Chiodos

"Wir möchten nicht das Gefühl haben, in eine einzelne Genreschublade hineingepresst zu werden." Chiodos-Leadsänger Craig Owens wehrt sich gegen die mediale Klischeemaschinerie, die neue Bands begleitet - nur weil man harte Gitarrenmusik spielt und Scheitel trägt.

Trotzdem: So ganz unwohl fühlt sich das Sextett aus Flint, Michigan in genannter Schublade auch wieder nicht. Beispiel gefällig? Zum einen unterschreiben Owens, Bradley Bell (Keyboards, Vocals), Pat McManaman, Jason Hale (beide Gitarre), Matt Goddard (Bass) und Derrick Frost (Drums) 2004 beim einschlägig bekannten Emocore-Label Equal Vision (Coheed And Cambria, Boysetsfire, The Fall Of Troy). Zum anderen passt auch der Stilmix, den man auf der zweiten, im Jahr darauf erscheinenden Platte "All's Well That Ends Well" zelebriert, durchaus in den Genre-Sound.

Da fallen vertrackte Gitarrenlinien übereinander her, Keyboards liefern das dramaturgische Fundament und zwei Frontmänner singen bzw. schreien was die Lungen hergeben. Schnell wird klar, dass die geistigen Vorlagengeber im Post-Hardcore, Screamo und Emocore heimisch sind. Wer nun aber denkt, Chiodos seien einfach im richtigen Moment auf den Gefühls-Zug aufgesprungen, tut ihnen unrecht. Schließlich existiert die Band in etwas anderer Besetzung schon seit Highschool-Zeiten, damals noch unter dem Synonym Chiodos Bros. Großes Soundvorbild zu der Zeit: die Avant-Exzentriker Blood Brothers.

2002 nimmt die Gruppe ein erstes Demo auf. "The Best Way To Ruin Your Life" verschafft eine solide lokale Anhängerschaft und motiviert gleich den nächsten Kreativitätsschub namens "The Heartless Control Everything". Im Schlafzimmer des Gitarristen McManaman aufgenommen und auf Search And Rescue veröffentlicht, verschafft die Platte die Möglichkeit, außerhalb Michigans auf Tournee zu gehen.

Mehr als ein halbes Dutzend ausgedehnte Odysseen quer durch die Staaten folgen, darunter Auftritte mit Coheed And Cambria und Yellowcard. Die CDs am Promostand gehen weg wie Schokoladeneis an heißen Sommertagen, vor allem dank des Chiodosschen Bühnentalents. Owens: "Wir sind stolz darauf, live besser zu klingen als auf den Alben." Wenig später hat man bei Equal Vision unterschrieben, und im Winter 2005 geht es für einen Monat ins Studio, um den Nachfolger zu "The Heartless..." aufzunehmen.

Bliebe noch die Frage nach der Bedeutung von "Chiodos" zu klären. Der Bandname enstand in Anlehnung an die Regisseure Charles and Stephen Chiodo, ein Geschwisterpaar, das in den 80er Jahren einen Horrorstreifen nach dem anderen abdrehte. Filmtipps und mehr gibt es im offiziellen Chiodos-Forum auf der Bandhomepage.

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