Porträt

laut.de-Biographie

Carolina Chocolate Drops

Bei der Kombination Fiddle, Banjo, Gitarre und Gesang kommt einen typischerweise eine weiße Band in den Sinne, angefangen bei Bill Monroes Combos bis hin zu zeitgenössischen Interpreten wie den Punch Brothers. Doch genauso wie es afro-amerikanischen Country gibt, ist es auch beim Bluegrass weniger eine Frage der Haut als der persönlichen Vorlieben.

Eine der besten schwarzen Bands aus dieser Musikrichtung sind die Carolina Chocolate Drops. Passenderweise entstehen sie 2005 beim ersten Black Banjo Gathering, der in North Carolina stattfindet. Dort lernen sich die Multi-Instrumentalisten Dom Flemmons und Rhiannon Giddens sowie Gitarrist Justin Robinson kennen und tun sich als Sankofa Strings zusammen.

Der altehrwürdige Fiddler Joe Thompson bringt sie auf die Idee, als Seitenprojekt die Carolina Chocolate Drops zu gründen. Zunächst beschäftigen sie sich mit Traditionals aus ihrer Ursprungsregion Piedmont, doch bald weiten sie ihr Repertoire auch auf neueres oder exotischeres Material aus.

Aus Giddens hätte durchaus auch eine brauchbare R'n'B-Sängerin werden können, doch mit Flemmons bildet sie ein außergewöhnliches und vielfältiges musikalisches Paar, das nicht nur in den USA Aufmerksamkeit auf sich zieht. Nachdem ihr Debüt "Dona Got A Ramblin' Mind" 2006 noch in Eigenregie entsteht, erscheint ihr drittes Album "Genuine Negro Jig" (2010) bei Nonesuch Records und heimst auch gleich einen Grammy fürs beste traditionelle Folk-Album ein.

Anschließend nimmt sie Bob Dylan in sein Vorprogramm auf. 2011 verlässt Robinson die Band, während Adam Matta (Beatbox) und der Multi-Instrumentalist Hubby Jenkins hinzukommen. Das Potential des neuen Line-Ups zeugt sich auf dem mitreißenden vierten Album, "Leaving Eden" (2012).

"Tradition ist eine Orientierung, nicht ein Käfig. Wir gehören einer alten Tradition an, sind aber moderne Musiker", fasst Ex-Mitglied Robinson auf MySpace-Seite die Einstellung der Band zusammen.

Alben

Carolina Chocolate Drops - Leaving Eden: Album-Cover
  • Leserwertung: 5 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2012 Leaving Eden

Kritik von Giuliano Benassi

Traditionals mit Inbrunst, Freude und Überzeugung. (0 Kommentare)

Videos

Video Video wird geladen ...