Porträt

laut.de-Biographie

Cameo

Cameo, einer der erfolgreichsten Funkbands der 80er Jahre, entsteht 1974 aus der Band The New York City Players. Larrry Blackmoon (Gesang, Schlagzeug, Perkussion, Bass), der eine Ausbildung an der renommierten Julliard Musikhochschule in New York zunächst absolviert, stellt die 13-köpfige Band nach Beendigung seines Studiums zusammen. Zum Kern der Band, der über Jahre hinweg bestehen bleibt, gehören noch Tomi Jenkins (Gesang) und Nathan Leftenant (Trompete, Gesang).

1977 erscheint das Debütalbum "Cardic Arrest", das sich im Schatten des P-Funk-Imperiums befindet und auch auf dem Casablanca-Ableger Chocolate City erscheint. Blackmoon versucht, seinen Kompositionen einen eigenen fetten, dreckigen Stil mit Hilfe von verrückten Off-Beat-Sechzehnteln zu geben, und nennt seine Musik 'C-Funk'. Dieser Stil kommt an, denn drei von vier Single-Auskopplungen platzieren sich in den Billboard R'n'B-Charts. Die nächsten beiden Platten "Ugly Ego" und "We All Know Who We Are" gehen stilistisch in die gleiche Richtung, haben aber nicht die Qualität wie die erste Veröffentlichung.

Die vierte Scheibe "Secret Omen" erscheint 1979 und läutet langsam die Abkehr von vom 70er Jahre Funk ein. Der Sound ist geglättet und die Synkopen nicht mehr so kompliziert. Doch einzig die Single "I Just Wanta Be" überzeugt mit einem Monsterbeat (den ein paar Jahre später Afrika Bambaataa samplet) und vielen eingestreuten Sound-Schnipseln. Auch kann die Ballade "Sparkle" kann die Hörerschaft erweichen. Der Rest der Platte besteht aus 08/15-Disconummern. Dieser Spagat zwischen mitreißendem Funk und langweiligen Anbiederungen an das Popgenre ist in den weiteren Jahren das Problem oder neutraler ausgedrückt, ein wesentliches musikalisches Merkmal der Band.

1980 folgt mit der Sinlgle "Shake Your Pants" eine Dancefloor-Funk-Nummer, die die Vorlage für afroamerikanische Tanzmusik in den 80er Jahren bildet. Schneidende Synthesizersounds, eckige vom Computer gespielte Schlagzeugbeats und präzise Basslinien bilden die Grundlage des Stils. Mit der neu eingeschlagenen Richtung vollziehen sich weitere Veränderungen. Die Band zieht nach Atlanta um, damit sie in Ruhe arbeiten kann, sie verkleinern die Besetzung auf ein Quintett, und Blackmoon gründet sein eigenes Label Atlanta Artist. Zwar erscheinen zwischen 1980 und 1983 fünf komplette Alben. Außer dem oben bereits erwähnten Stück "Shake Your Pants" und ein paar weiteren guten Funk-Jams (z. B. "Keep It Hot, Freaky Dancin'", "I like It", "Just Be Yourself"), die Cameo in die Oberklasse der Groovallegiance befördert und gute R'n'B-Chartplatzierungen einbringen, befindet sich viel schlechtes Songmaterial auf den Alben.

1984 und 1985 verwenden sie Ennio Morricones gepfiffene Melodie aus dem Film "Tho Good, The Bad And The Ugly" in den Stücken "She's Strange" und "Single Life" und schaffen so eine interessante Spannung zwischen ihren sterilen, modernen Sounds und der geisterhaften, morbiden Stimmung der Filmmelodie. Diese Melodie taucht auch 1986 in ihrem größten Hit "Word Up" wieder auf. Durch die gekonnte Verbindung zwischen Funk- und Pop-Element schaffen sie dabei einen tanzbaren Ohrwurm, den in dieser Zeit weltweit die Radiostation und Club-DJs rauf und runter nudeln. Textaussagen mit Zeilen wie: "We Don't Have The Time For Psychological Romance" unterstützt die Band durch ihr Machogehabe, androgynes 80er-Jahre-Outfit und Haarspray gefestigte Frisuren.

"Word Up" stellt einen der letzten großen Hits des Funkgenres dar, bevor diese Stilrichtung ihre führende Rolle bei den afroamerikanischen Jugendlichen an den Hip Hop abgeben muss. So ebbt der Erfolg von Cameo sehr schnell wieder ab. Ende des Jahrzehnts können sie mit den Singles "Skin I'm" und "I Want It Now" kleine Erfolge verbuchen. Doch die Alben "Machismo", "Real Men Wear Black" und das 91er Album "Emotional Violence" enttäuschen weitestgehend. Die Band hindert es bis ins neue Jahrtausend nicht daran, weiter zu machen. Die letzten CDs zeichnen sich durch exzessiven Gebrauch der Sample-Technik aus, sind musikalisch aber unbedeutend. Auf die Konzerte kommen unerschütterliche Hardcore-Fans oder solche, für die die Band nur aus dem Hit "Cameo" besteht. So versucht 25 Jahre nach Erscheinen der ersten Platte die Musikindustrie mit Best-Of-Scheiben Geld zu verdienen. Eine gute Zusammenstellung ist "Anthology", da sie nicht nur die Popfunk-Stücke enthält.

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