laut.de-Kritik

So zahnlos, als wäre in Wales der Skorbut ausgebrochen.

Review von

Hm, hatte ich in der Review zu "Scream, Aim, Fire" nicht noch was von bissigem Metal geschrieben? So zahnlos wie sich Bullet For My Valentine auf ihrem dritten Album präsentieren, muss in Wales der Skorbut ausgebrochen sein. Und in Sachen Alzheimer sollte sich Frontmann Matt Tuck vielleicht auch mal untersuchen lassen.

Vor ein paar Jahren hat sich der Herr noch großartig darüber beschwert, wie man wie die Lostprophets die ganze Zeit nur über Schwachsinn singen könne. Berechtigte Frage, allerdings würde mich dann interessieren, wie einem im Titeltrack des aktuellen Albums "Fever" allen Ernstes geistiger Dünnpfiff wie "Come here you naughty girl, you're such a tease. You look so beautiful, down on you knees" aus dem Hals fallen kann ...

Na gut, ist ja schon ein paar Jahre her, dass man sich über schlechte Texte noch selber beschwert hat. Mittlerweile hat man sich da bestimmt die ein oder andere Gehirnzelle totgesoffen oder rausgekokst. Anders ist es nur schwer zu erklären, wie der Fronter im Sommer noch behaupten konnte, dass es auf "Fever" keine Balladen geben werde. "A Place Where You Belong" und "Bittersweet Memories" sind also beinharter Thrash, oder was?

Keine Ahnung, ob in erstgenanntem Song ein tatsächlicher Verlust im Familien- oder Freundeskreis besungen wird (in dem Fall: R.I.P.), aber dieses "Toooo late, toooo late"-Gesäusel schmalzt ohne Ende, und auch "Bittersweet Memories" ist ganz bitteres Emogejammer. Wobei wir auch schon beim eigentlichen Knackpunkt des Albums wären: dem Gesang!

Die Arbeiten mit Produzent Don Gilmore (Linkin Park, Good Charlotte) sollten laut Aussage der Band das Ziel haben, den Gesang zu verbessern. Ob das gelungen ist, darüber darf man geteilter Meinung sein.

Fakt ist jedenfalls, dass es auf "Fever" nicht einen einzigen Refrain ohne extrem hohen Lala-Faktor gibt. Das mag für Leute mit ausgeprägter Vorliebe für schnullige Melodien ein feuchter Traum sein. Wer seine Musik gern mit einem Satz Eier genießt, schaut in die Röhre.

Die derberen Shouts von Basser Jay werden im Opener "Your Betrayal" und in manch anderem Track nur sporadisch eingesetzt und gehen dabei meistens sogar noch ziemlich auf die Nerven. Songs wie "Pleasure And Pain" oder "Begging For Mercy" legen zwar mit ein paar satten Riffs los, verwandeln sich aber ebenfalls spätestens im Chorus eher zu nem vorgetäuschten Orgasmus oder so was wie einem Alibi-Härter.

Da täuscht auch eine ganz ordentliche Metalcore-Nummer wie "Pretty On The Outside" nicht mehr darüber hinweg, dass "Fever" auf den Mainstream nicht nur schielt, sondern beide Suchscheinwerfer darauf ausgerichtet hat. Schade drum.

Trackliste

  1. 1. Your Betrayal
  2. 2. Fever
  3. 3. The Last Fight
  4. 4. A Place Where You Belong
  5. 5. Pleasure And Pain
  6. 6. Alone
  7. 7. Breaking Out, Breaking Down
  8. 8. Bittersweet Memories
  9. 9. Dignity
  10. 10. Begging For Mercy
  11. 11. Pretty On The Outside

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70 Kommentare

  • Vor 4 Jahren

    Ich war schon bei Scream Aim Fire enttäuscht dass die Jungs ihrem Stil nicht treu geblieben sind. Als Thrash Metal Fan hätte es mich eigentlich freuen sollen dass sie nicht mehr auf Metal/Emocore zielten sondern auf eben diesen. Aber was da raus kam war sowas von weichgespült. Aber mit diesem Album haben sie echt den Vogel abgeschossen. Ich habs bisher einmal durch und kann noch nichts detailiertes schreiben aber was ich gehört hab hat ncihts mehr mit Metal zu tun tut mir Leid. Kaum zu glauben dass die mal als die neuen Metallica bezeichnet wurden. Und der Sänger gehört mit seiner Arroganz ganz klar in die selbe Liga wie das Arschloch von Razorlight.

  • Vor 4 Jahren

    Ich denke, das kann man getrost so unterschreiben. Das bis jetzt gehörte ist echt zum kotzen!

  • Vor 4 Jahren

    @Sancho (« Ich war schon bei Scream Aim Fire enttäuscht dass die Jungs ihrem Stil nicht treu geblieben sind. Als Thrash Metal Fan hätte es mich eigentlich freuen sollen dass sie nicht mehr auf Metal/Emocore zielten sondern auf eben diesen. Aber was da raus kam war sowas von weichgespült. Aber mit diesem Album haben sie echt den Vogel abgeschossen. Ich habs bisher einmal durch und kann noch nichts detailiertes schreiben aber was ich gehört hab hat ncihts mehr mit Metal zu tun tut mir Leid. Kaum zu glauben dass die mal als die neuen Metallica bezeichnet wurden. Und der Sänger gehört mit seiner Arroganz ganz klar in die selbe Liga wie das Arschloch von Razorlight. »):

    scream aim fire hat auch mich sehr enttäuscht. schade, die platte bräuchte nur die qualität des covers widerspiegeln und ich hätte sie gekauft. aber der name linkin park lässt bei mir immer alle boy(rock)group sirenen zum schrillen.

  • Vor 3 Jahren

    @Peter Griffin7 (« Nene Sancho ich hab ne ische was will ich mit deinem arschloch ? :O leute die homophobes von sich geben versuchen ihre eigene homosexualität zu verdecken/verdrängen »):

    Und dafür hast du fast einen Monat gebraucht?

  • Vor 3 Jahren

    @Peter Griffin7 (« Nene Sancho ich hab ne ische was will ich mit deinem arschloch ? :O leute die homophobes von sich geben versuchen ihre eigene homosexualität zu verdecken/verdrängen »):

    Und dafür hast du fast einen Monat gebraucht?

  • Vor 2 Jahren

    Eines vorweg, ich finde auch, dass Fever das schlechteste Album von BFMV ist, aber die Frage, die sich mir angesichts der ganzen Kommentare und der Rezension stellt ist: Seit wann gilt eine gewisse Eingängigkeit als Negativum? Und abgesehen von den reduzierten Shouts (was ich persönlich am meisten an der Platte bemängle) hat sich der Sound der Band an sich auch nicht groß verändert (bezogen auf die Rezi, die meisten Mitglieder sind ja schon recht voreingenommen an die Sache rangegangen^^).