Porträt

laut.de-Biographie

Bauchklang

Die musikalische Revolution des neuen Jahrtausends hat ihren Sitz in Niederösterreich. Die Straßen von St. Pölten dienen als Inspirationsquelle für sechs junge, sympathische Vokal-Künstler. Bei ihnen zählen keine Gesichter, die sich verkaufen können müssen. Sie setzen nicht auf hitparadeverdächtige Trends. Das Wort "Kommerz" kommt einem nicht mal ansatzweise in den Sinn. Eher schon Attribute wie sensationell, beispiellos oder unfassbar. Und immer wieder die Frage: Wie kann Mann solche Klänge ohne Instrumente erzeugen?

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Was trennt den Nerd vom Trendsetter? Viel kanns nicht sein. Außerdem: Aura, Bauchklang, Graffiti und Seilspringen.

1996 formiert sich das Vocal-Groove-Project um den Frontmann und Leadsänger Andreas Fränzl aus einer gemeinsamen Musical-Produktion (Jesus Christ Superstar). Die ausschließliche Interpretation von Black-Music-Titeln wird den Vokalisten aber schnell langweilig und sie beginnen hemmungslos zu laborieren. Da kein Label, kein Produzent, kein A&R und auch sonst niemand diese Experimentierfreude einschränkt, entwickeln Bauchklang innerhalb kurzer Zeit "ihren" Sound: Hip Hop, Reggae, Trance, Folklore, Ethno, Drum'n'Bass und Ambient ohne Instrumente - nur mit der Kraft ihrer Stimme, ihres Bauches und Zwerchfells.

Verantwortlich für diese "Kuriosität im Popbusiness" (Hans Kulisch) sind neben Fränzl Gerald Huber (Human Beatbox), Carl Schrumpf (Mouthpercussion), Alex Böck (Vocals), Flow Weinberger (Vocals) und Peter Groissboeck (Vocals and Grooves). Die sechs Musiker profitieren von ihren unterschiedlichsten musikalischen Biographien. Carl Schrumpf trommelte in einer Death-Metal-Band und spielte beim renommierten Vienna Art Orchestra. Flow Weinberger beansprucht eine Punk-Vergangenheit, während Andreas Fraenzls Leidenschaft bisher dem Funk und diverser Elektronica galt.

Aus diesen breiten Genre-Ressourcen schöpfen die Stimmakrobaten aus St. Pölten bis heute ausgiebig und skrupellos. Wie heißt es im Info ihres Wiener Labels Ecco Chamber, das bisher durch deepe Downbeat-Compilations aufgefallen ist, so schön: "Bauchklang erschaffen ein Klangbild, das nicht nur zeitgeistig und progressiv, sondern auch anspruchsvoll ist."

Diese Verbindung ist es, die Bauchklang um die Jahrtausendwende in Wien zum Geheimtipp werden lässt. Im Oktober 2001 veröffentlichen sie ihr Debütalbum "Jamzero", die Singleauskopplung "Don't Ask Me" rotiert auf FM 4. 2002 gewinnen sie den Amadeus Award in den Kategorien "FM 4 Alternative-Act des Jahres" und "Band Rock/Pop national". Den darauf folgenden Festivalsommer nutzen die Herren, um ihr Repertoire ausgiebig auf internationalen Bühnen vorzustellen. Dabei gastieren Bauchklang neben vielen kleineren Open Airs u.a. auch auf dem Roskilde Festival in Dänemark, dem kanadischen Montreal Jazzfestival, dem Drum Rhythm Festival in Amsterdam und dem legendären Berner Gurtenfestival.

Fünf Jahre und unzählige Gigs später erscheint im Frühjahr 2006 das zweite Album des Vocal Groove Projects. "Many People" überzeugt abermals auf allen Ebenen und präsentiert eine gereifte und stilistisch vielseitige Band, die ihre A-Cappella-Idee konsequent weiter entwickelt. Mittlerweile zum Quintett verkleinert, dringt die Kunde ihres schöpferischen Vermögens bis ins indische Mumbai (Bombay) vor.

Bauchklang - Signs Aktuelles Album
Bauchklang Signs
Wollt ihr einen neuen Messias?

Auf Einladung von Dhruv Ghanekar reisen die Österreicher in die Metropole und nehmen im "hippsten, größten und feinsten Club des ganzen Subkontinents", dem Blue Frog, ihr erstes Livedokument auf. Auch Bollywood ist schnell von Bauchklang überzeugt und bucht das Quintett, quasi von der Bühne weg, um den Soundtrack von "Drona" (2008) zu veredeln. Die CD "Live In Mumbai" erblickt 2009 das Licht der europäischen Welt.

Im Zuge des Longplayers "Signs" holt sich die alpenländische Beatbox gleich zwei heimische Amadeus Awards ab. Zwei EPs folgen: Le Mans (2011, mit Minimal Techno) und "Ray" (2012), bei der DJ Hell-Produzent Patrick Pulsinger zulangt.

"Ray" kommt über das neu gegründete, eigene Label Bauchklang Records und bildet die Vorhut zum Studioalbum "Akusmatik" (2013). Und auch über 600 Konzerte in mehr als 25 Ländern später fragt man sich noch: Das geht ohne Instrumente? Wahnsinn.

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Bauchklang - Signs: Album-Cover
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  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2010 Signs

Kritik von Anne Nußbaum

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