laut.de-Kritik

Songs mit tollen Melodien und tanzbarer Rhythmik.

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Mit der Single "Spark" hat Assemblage 23-Mastermind Tom Shear bereits einen guten Vorgeschmack auf das nun erscheinende Album "Compass" geliefert. Wie auf dem Vorgänger "Meta" liefert der Kanadier eine durchwegs tanzbare Mischung aus zehn Songs, die irgendwo zwischen VNV Nation und Depeche Mode liegen.

Dass nicht nur Ronan Harris und Martin Gore ein feines Händchen für Melodien und tanzbare Nummern haben, versteht sich von selbst. Tom Shear rückt den Herren mit seinen Assemblage 23-Veröffentlichungen aber immer dichter auf den Pelz. So ganz nebenbei offenbart sich der Mann einmal mehr als ausgiebiger Soundtüftler, der in seinen Songs auch gerne mal herum experimentiert. Schön an der Sache ist allerdings, dass er es dabei nie übertreibt, sondern immer der Song im Vordergrund steht.

Ob der Anfang von "Smoke" dabei mal kurz an "Fade To Grey" erinnert, oder ob man in "Collapse" im Refrain beinahe das Gefühl hat, dass ein junger Dave Gahan die Zeilen eingesungen hat - die Stücke funktionieren toll. Dass der kleine Ire von VNV Nation das große Vorbild des Kanadiers ist, war noch nie ein Geheimnis, und so zitieren die Tracks auf "Compass" weitgehend die Arbeiten von Ronan Harris - vor allem "Alive" könnte direkt aus dessen Feder stammen.

Auch das sehr schöne, melancholische "How Can You Sleep" hat eine ähnliche Atmosphäre, wobei der gute Tom im tiefen Bereich hier doch an seine stimmlichen Grenzen stößt. Kleine Schönheitsfehler, über die man gern hinwegsieht, vor allem, wenn er mit dem abschließenden "The Cruelest Year" zeigt, dass er selbst bei einem negativen Titel wie diesem so etwas wie ein hoffnungsvolle Stimmung verbreiten kann.

Der Weg in die Eigenständigkeit wird auf "Compass" nun nicht gerade beschritten, aber darauf kommt es auch nicht immer an. Zehn schöne Songs mit tollen Melodien und tanzbarer Rhythmik sind oftmals schon genug, und so, wie VNV Nation in den USA gerade durch die Decke gehen, sollte es doch gelacht sein, wenn Assemblage 23 davon nicht auch ein wenig profitieren können.

Trackliste

  1. 1. Smoke
  2. 2. Collapse
  3. 3. Impermanence
  4. 4. How Can You Sleep?
  5. 5. Spark
  6. 6. Leave This All Behind
  7. 7. Alive
  8. 8. Greed
  9. 9. Angels & Demons
  10. 10. The Cruelest Year

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