Porträt

laut.de-Biographie

Alberto

Was ein einziger Track alles anrichten kann! Rahzel feuert mit "If Your Mother Only Know" den Startschuss für eine neue Beatboxer-Karriere ab. Der Godfather of Noyze, unter anderem in den Reihen der Roots und mit den Recken des Wu-Tang Clans aktiv, beeindruckt einen jungen Hamburger derart, dass für ihn fortan feststeht: "Das will ich auch."

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Der Boss jobbt als Postbote. Selfmade paktiert mit Universal. "JBG 2" auf dem Index. Der Superpenner knebelt Fitti, alle anderen schmähen Fler.

Zu diesem Zeitpunkt hat Alberto bereits einiges hinter sich. Er kommt am 15. Juni 1984 im texanischen Farmersville zur Welt. Im Alter von drei Jahren landet er jedoch in einem Kinderheim in Hamburg. Sein Name, Calvin Odonkor, erscheint in seiner neuen Heimat Deutschland wohl zu exotisch: Kurzerhand wird er in Albert Martin Odonkor umbenannt. Unter diesem Namen lebt er im Heim, bis er 1990 von der Hamburger Familie Bruhn adoptiert wird.

Bei Alberto, wie er sich selbst nennt, handelt es sich um einen Spätberufenen. "Ich war kein besonders musikbegeisterter Junge", erinnert er sich. Er beginnt zwar, mehrere Instrumente zu spielen, lässt alles jedoch schon bald wieder schleifen. Aus Spaß an der Freude wird ein wenig gerappt. Als Mitglied einer Hip Hop-Szene fühlt sich Alberto jedoch nie.

Rahzels "If Your Mother Only Know" stellt ohne Vorwarnung Albertos Welt auf den Kopf. Zum ersten Mal mit Beatboxing konfrontiert, beschließt er, die faszinierenden Klänge nachzuahmen. Seine Vorlage erweist sich nicht unbedingt als Material für Anfänger, Alberto lässt sich aber von frustrierenden ersten Ergebnissen nicht abschrecken. "Nach zwei Monaten hatte ich's dann drauf", berichtet er im Interview mit hamburghiphop.de.

Aus einem Track werden viele: Alberto imitiert, was immer ihm interessant erscheint. Dabei muss es nicht immer Hip Hop sein: Die Freiheit, die Beatboxing seiner Kreativität gewährt, begeistert ihn besonders. Er versucht sich an verschiedenen Musikrichtungen, gibt auch mal Melodien aus Computerspielen zum Besten und entzieht sich konsequent einer Kategorisierung. Sein Beiname "The Musicbox" macht deutlich: In seinem Repertoire ist für jeden etwas dabei.

Das einzige Kriterium: "Everything you're hearing is coming from my mouth." Alberto erarbeitet sich seine Fähigkeiten völlig autodidaktisch. Außer Rahzel kennt er keine Beatboxer, kann demzufolge also auch nirgends abkupfern. "Ich hab' Glück, mir liegt es im Blut", freut er sich, und setzt bescheiden hinzu: "Ehrlich gesagt, die größte Ahnung hab' ich eigentlich nicht."

Was nicht zu stören scheint. Mit Ausnahme von DJ Vlader, der ihn immer wieder zu seinen Sets mitschleppt, und dem Hamburger Aras, mit dem gemeinsam er zuweilen als A-Team auftritt, hat Alberto zwar immer noch nichts mit der blühenden Hip Hop-Community der Hansestadt zu tun ("Ich wohne ein wenig außerhalb."), verschafft sich am Mic aber dennoch beachtliche Reputation.

Neben seiner Schulzeit, nach der er eine Ausbildung als Polizist ins Auge fasst, feilt Alberto an seiner Technik. Aras bringt ihm einige andere Beatboxer zu Ohren. Anstatt sich am Kollegen zu orientieren, verlässt sich Alberto jedoch lieber auf sein eigenes Gehör. Er setzt auf Flexibilität, legt nebenbei Wert auf Gesang und arbeitet zudem daran, alltägliche Geräusche zu imitieren und in seine Performance einzubauen.

Seine Mischung gefällt. Alberto tritt im Rahmen von Freestyle-Shows an und absolviert etliche Live-Shows bei MTV. Eine Tour führt ihn durch die Clubs von Los Angeles. Alberto supportet Fatman Scoop, Redman, Method Man, Pharrell, 50 Cent und den Wu-Tang Clan. In Deutschland kooperiert er mit D-Flame, auch Samy Deluxe gibt sich nicht uninteressiert. Für den Sender ProSieben ist er an den Dreharbeiten zu einem Dokumentarfilm beteiligt. In Zusammenarbeit mit Radio Energy entstehen erste Aufnahmen. 2005 ist Alberto mit dem Beitrag "Dios Mio" auf dem Sampler "HamburgHiphop - Next Level" vertreten. Mit dem sechs Tracks starken "All From My Mouth" stellt er erstmals alleine sein Können unter Beweis.

Obwohl Beatboxing seine Ursprünge in den Anfangstagen von Hip Hop hat, gilt es immer noch als dessen oft übergangene fünfte Disziplin. Alberto vergleicht es mit dem Skaten: "Die in der Szene kennen sich gut aus, die anderen nicht. Jeder kennt halt Rahzel." Trotz zahlreicher prominenter Bühnenpartner bleibt Alberto bodenständig. "Ich bin immer noch vor jedem Auftritt nervös", gesteht er gegenüber worldofhiphop.de. Auch nachdem er 2007 mit "Beatboxinstrukta" sein erstes professionell produziertes Video an den Start bringt, bleibt er dabei: "Ich mache einfach meine Beatbox, und dann ist fertig und aus."

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