Porträt

laut.de-Biographie

Alarma Man

Skandinavien ist kalt. Und von dort kommt sowieso nur unterkühlt sphärischer Elektro à la The Knife bzw. Fever Ray. Solche Stereotype sind Quatsch, wie Alarma Man einmal mehr beweisen. Die Jungs aus Schweden schreiben sich schnellen, schwitzigen Postcore-Punkrock auf die Fahnen.

2006 fällt die Band in Szenekreisen das erste Mal auf. Das Berliner Label Sinnbus beweist einen guten Riecher und nimmt die Jungs unter ihre Fittiche. Ihr selbstbetiteltes Debüt steht schnell in der Mathrock-Ecke. Selbst bezeichnen sie ihren instrumentalen, drumlastigen Sound treffend als Labyrinth Mathpunk: Sie erschaffen verschachtelte Melodien und textlose Soundgebilde, die hart und ungestüm auf den Hörer einprasseln. Die Jungs schlagen mit einer Wucht und Spielfreude in die Gitarren und kloppen das Schlagzeug, dass es eine reine Freude ist.

Was die Vehemenz des Sounds angeht, mit dem Alarma Man uns befeuern, liegen Vergleiche zu ihren Landsmännern von Refused nicht ganz fern. Auch in der Nähe zu At The Drive-In oder den deutschen Angry-Pop-Musikern Muff Potter bewegt sich die Schwedencombo. Besonders mit ihrem Zweitling gehen sie einen weiteren Schritt in diese Richtung: Der bisher lyrikfreie Sound wird auf "Love Forever" um die gesangliche Dimension erweitert. Ähnlich wie ihre Musik sind auch die Texte düster und von einer unbestimmbaren Unruhe gekennzeichnet.

Ungehalten und energetisch, dafür etwas weniger chaotisch und strukturierter, setzen Alarma Man fort, was sie begonnen haben. Das zweite Schlagzeugset entlädt eine noch heftigere Druminvasion als auf dem Debüt. Die Göteburger zelebrieren gekonnt schwer verdaulichen, brüchig-schrubbeligen Gitarren-Mathrock-Core, zu dem man zwar spackig abrocken kann, der jedoch auf weite Strecken eher zum entknoten einlädt.

"It is the 21st century, apparently, cause you told me / So where should we be, in the 21st century", sprechsingen Alarma Man dunkel auf "Electric Flag". Obwohl sie wissen, wo sie sich selbst verorten, befinden sie sich stets auf der Suche. Rastlos und ruhelos. Genau wie ihr Sound.

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