Porträt

laut.de-Biographie

Absynthe Minded

Hymnisch, herzergreifend, nölig, scheppernd, katertröstend, rasselnd, lodernd wie ein Höllenfeuer: Die Rede ist ausnahmsweise nicht von den musikalischen Hinterlassenschaften des großen Tom Waits, sondern von Absynthe Minded. Die belgische Band tritt 2004 mit ihrem Debütalbum "Acquired Taste" in der Heimat eine wahre Lawine an positivem Pressefeedback los, das bald auch das Ausland aufhorchen lässt. Tatsächlich klingt die jazzige Variété-/Folk-/Rock-Melange mit Geigen, Klavier und Akkordeon ziemlich eigenständig und hat gehörig Groove.

Ein lobender Kommentar eines bekannten Musikers macht sich in dem Zusammenhang auch immer prächtig, und so dürfen sich Absynthe Minded darüber freuen, dass dEUS-Sänger Tom Barman, dessen Band den Newcomern soundtechnisch durchaus nahe steht, in ihnen "das Versprechen der Zukunft" sieht. Große Worte und Vergleiche, die der Kopf der Absinth-Gesinnten, Bert Ostyn, nun leider aushalten muss.

Bereits 1999 versucht sich Ostyn an ersten Songs und als er acht Stücke beisammen hat, nimmt er sie in seinem Schlafzimmer in Gent auf ein Achtspurgerät auf. Das Demo "More Than This" macht die Runde. Von einem Bandnamen, geschweige denn von einer Band kann zu diesem Moment noch keine Rede sein. Als sich Ostyn entscheidet, ein paar Musiker um sich zu scharen, entsteht 2000 das Demo "Mushroom Holiday", aufgenommen in einem richtigen Studio. Das Ergebnis, auf dem Gitarre, Violine, Klavier und Kontrabass zu hören sind, klingt noch sehr akustisch.

Mit dem dritten Demo "Krankenhaus Hotel" schleichen sich 2001 erste Erfolge an. Erneut in einem Schlafzimmer auf einem Vierspurgerät aufgenommen, ernten die Benelux-Rocker begeisterte Reaktionen, so dass sich der Songwriter erstmals Gedanken um ein festes Bandkollektiv macht. Der Musiker legt sich mit Renaud Ghilbert (Violine, Percussion), Jan Duthoy (Klavier, Akkordeon) und Sergej van Bouwel (Kontrabass) auf drei Kollegen fest, gründet mit ihnen das Absynthe Minded Quartet und spielt "Sweet Oblivion" ein, das 2002 nach Eigenaussage in so gut wie jeder belgischen Bar aufgeführt wird. Als Support von Zita Swoon darf man auch mal vor ein größeres Publikum treten.

Langsam stellen sich auch Plattenfirmen beim Absynthe Minded Quartet an, die das Quartet im Namen bald streichen. Keremos Records erhält schließlich den Zuschlag. Die EP "History Makes Science Fiction" erscheint 2003, verstärkt um Drummer Jakob Nachtergaele, gefolgt von dem erwähnten Longplay-Debüt "Acquired Taste" ein Jahr später. Durch erneute Tourneen in Belgien und den Niederlanden halten sich Absynthe Minded weiter im Gespräch. 2005 erscheint das insgesamt etwas ausgeglichenere "New Day", das das verrauchte Bar-Ambiente des Vorgängers weiter führt.

Neben den bekannten Waits-, dEUS- und Beatles-Anleihen, schimmern nun auch verstärkt Singer-/Songwriter-Momente auf, die in dem stillen Album-Highlight "My Heroics, Part One" kulminieren. Dass sich Absynthe Minded dennoch in erster Linie als Liveband verstehen, sollte bei ihrem explosiven Soundcocktail nicht verwundern. Im November 2005 schafft es das Quintett endlich auf ausgedehnte Deutschland-Tournee.

Mit "There Is Nothing" steht am 11. Mai 2007 der dritte Longplayer der Jungs aus Gent an. Und es gibt sie doch, die Gerechtigkeit: Das Majorlabel Universal entdeckte die Qualitäten des Fünfers und bot ihnen einen Vertrag an. Mit jenem im Rücken sollte es an der entsprechenden Werbung für das erneut tolle dritte Werk nicht mangeln.

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