Porträt

laut.de-Biographie

Abe Rábade

Der Jazz kennt keine Grenzen. Lässt er sich doch auf das musikalische Œuvre der unterschiedlichsten Kulturen übertragen. Dazu braucht es allerdings Musiker, die neben weitreichenden Hintergrundkenntnissen und geistiger Offenheit, auch eine große Portion Talent inne haben.

Der galicische Pianist und Komponist Abe Rábade ist zweifellos mit solcherlei Rüstzeug gesegnet. Die vielschichtigen Werke des gefeierten Künstlers verweben die dereinst afroamerikanische Kunstmusik mit traditionellen Klängen seiner spanischen Heimat. Rábades beachtliche Kreativität kommt auch in allerlei ungewöhnlichen Projekten zum Ausdruck, mit denen er sein Publikum regelmäßig überrascht.

Dabei steigt der Tastenmann auf äußerst konventionelle Art in die Jazzwelt ein. Der 1977 in Santiago de Compostela geborene Musiker, beginnt seine künstlerische Ausbildung im Alter von vier Jahren. Um die musikalischen Fähigkeiten zu perfektionieren, begibt er sich 1995 ins ferne Amerika. Dort studiert er am renommierten Berklee College Of Music in Boston die Fächer Jazzkomposition und Klavier.

In dieser Zeit ruft der Pianist sein erstes Trio ins Leben. Gemeinsam mit dem galicischen Bassisten Paco Charlín und dem bulgarischen Drummer Val Tzenkov, sorgt er in College Kreisen für begeisterte Zuhörer. Als Rábade und Charlín 2000 nach Santiago de Compostela zurückkehren, übernimmt Ramón Ángel Rey den Job des Schlagzeugers. Noch im selben Jahr gewinnt die Formation den zweiten Preis des internationalen Jazzwettbewerbs der baskischen Stadt Getxo. Die Live-Performance des Contests erscheint 2001 als Abe Rábades Debüt-Album "Babel de Sons".

In wechselnden Besetzungen veröffentlicht das Trio weitere Platten. Darunter auch 2006 die CD "Playing On Light", auf der die Gruppe sieben Photos von Künstlern wie Ralph Gibson, Dona Ferrato oder Mitsuaki Iwago vertont. Das spanische Jazzmagazin Cuadernos de Jazz erklärt die Scheibe zum besten nationalen Jazz-Album des Jahres. Außerdem bestreitet die Formation umjubelte Auftritte auf den Jazzfestivals des Landes und gastiert in Cuba und Portugal.

Der Sound des Trios reicht Rábade jedoch als alleiniges Experimentierfeld bald nicht mehr aus. Deshalb gründet er 2001 das GHU! Project, das sich in Quintett, Sextett oder Septett Zusammensetzungen präsentiert. Mit von der Partie sind virtuose Solisten wie der Trompeter Chris Kase, der Saxophonist Jesús Santandreu und der Posaunist Alan Ferber. Das Album "GHU! Project Vol.1" erscheint 2004, gefolgt von "Open Doors", das ab Juni 2009 in Deutschland zu haben ist. Neben den herkömmlichen CD-Veröffentlichungen, konzipiert das Projekt 2004 ein Konzert, das traditionell galicisches Liedgut in einen modernen Kontext holen soll. Daran beteiligt sich auch die Fado-Erneuerin Mísia.

Mit der galicischen Musiktradition beschäftigt sich Abe Rábade auch innerhalb der Band Nordestin@s. Der Tasten-Experte sowie die Sängerinnen Guadi Galego und Ugia Pedreira gründen das Kollektiv 2004. Lediglich mit Klavier und Gesang huldigen die Musiker den alten Liedformen Galiciens. Das selbstbetitelte Album-Debüt erscheint 2006 und gelangt in die spanischen Top 100.

Der Poesie seiner Heimat erweist Rábade mit der CD "Rosalía 21" seine Referenz. Das 2008 veröffentlichte Werk enthält Kompositionen, die sich auf das Schaffen der Poetin Rosalía de Castro beziehen. Die Verbindung aus Jazz und Magie kreiert der Pianist gemeinsam mit dem Zauberkünstler Kiko Pastur. Seit 2007 vereinen sie im Projekt Jazzia ihr Können.

Bei all der Umtriebigkeit, ist ein großer Erfahrungsschatz selbstverständlich. Den gibt er am Seminario Permanente de Jazz de Pontevedra an seine Studenten weiter. Rábade gründet die Lehreinrichtung 2000 mit seinen Kollegen Luís Caballo und Paco Charlín. Die Akademie soll für eine größere Verbreitung des Jazz sorgen und ihren Studenten eine fundiert praktische Ausbildung ermöglichen.

Auf Rábades eigenem musikalischen Weg begleiteten ihn bereits Musiker wie Miguel Zenón, Claudia Acuña, Jeff Williams, Bruno Pedroso, Skip Hadden, Chris Kase, Perico Sambeat, Víctor de Diego, Jorge Pardo, Antonio Serrano, Horacio Fumero, Jeff Harrington, Raynald Colom, John O'Gallagher, Nelson Cascais, Deborah Carter, Marc Miralta, Tom Warburton, Marc Ayza, Miquel Casany, Carlos Barreto, Mário Barreiros, Nuno Ferreira oder Guim García Balasch.

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