Porträt

laut.de-Biographie

Yael

"Ich stehe für Gleichheit und Liebe. Ich möchte einen Ort schaffen, zu dem coole Girls kommen, einen guten Abend haben, sich sicher fühlen und alles vergessen können", schildert Yael gegenüber i-D die Intention hinter ihrer Musik.

Yael - L.U.V. Aktuelles Album
Yael L.U.V.
Cloud-Rap ohne Zukunftssorgen.

Doch auch wenn sich der hiesige Hip Hop zunehmend ausdifferenziert, werde sie "als Frau immer noch schief angeschaut". Da hilft es natürlich, der Konkurrenz gelegentlich die Zähne zu zeigen, wie sie im rap.de-Interview bekennt: "Ich suche Harmonie, Peace und Love. Aber in der Rapszene hast du halt extreme Spacken, und dann musst du auch mal Ansagen machen."

Yael wächst in einem Dorf in Rheinland-Pfalz auf. Als einzige Farbige im Ort nimmt sie das Leben als "monokulturell" und "sehr deutsch" wahr. Bereits früh erwachen in ihr musikalische Ambitionen. In jungen Jahren lernt sie, Gitarre zu spielen, später singt sie in einer Coverband für Blues und R'n'B.

Sie begeistert sich zwar für Al Green, den "King der Gefühle", oder Erykah Badu, doch um sich selbst nicht zu stark von einzelnen Künstlern beeinflussen zu lassen, weitet sie ihren musikalischen Horizont aus: "Manchmal wache ich auf und höre Bach und danach A$AP Rocky."

Ihr Werdegang nimmt eine entscheidende Wendung, als sie Leam, Loop und Peso kennenlernt. Die mit Hip Hop sozialisierten Musiker schließen sich mit der Sängerin zur Crew Fifty Fifty zusammen. Yael zeigt sich begeistert von der Konstellation: "Wir teilen dasselbe Weltbild, dieselben Ansichten, denselben Sinn für Menschlichkeit."

Als klassische Kellerband entspannen sie sich zunächst die meiste Zeit unter Einwirkung psychotroper Substanzen. Doch irgendwann setzen sie die grüne Brille ab und ziehen als Kollektiv nach Berlin.

"Die Inspiration und das Tempo in der Großstadt sind komplett anders", stellt Yael erfreut fest. Dagegen beäugt sie das Agieren der Major-Labels in der Hauptstadt mit Misstrauen: "Ich respektiere die Leute, ich respektiere ihre Arbeit, aber ich sehe das auch kritisch. Ich sage jetzt nicht 'Ja und Amen' zu jedem Universal-CEO."

Auf dem Splash! lernt sie jemanden kennen, der mit den Verantwortlichen von Urban Tree Music befreundet ist. Im Rahmen eines "Berliner Partyabends" vertiefen sie die Bekanntschaft. Anfang Mai 2018 unterschreibt Yael einen Künstlervertrag beim Sublabel Yeeruh Records.

Noch im selben Monat erscheint ihre erste EP "Real_Fantasy", auf der sie sich dem Cloud-Rap verschreibt. rap.de erkennt auf der Veröffentlichung ein "verträumtes Soundbild, das mit Soul- und R'n'B-Einflüssen einen ganz eigenen Charme" versprühe.

Bereits im November kündigt sie mit dem Video "KDDL" ihre zweite EP an. Die Single kombiniert ein schwebendes Instrumental von AsadJohn mit Autotune und Konsum-Kritik. Im Februar 2019 veröffentlicht sie "L.U.V.".

Yael charakterisiert sich gegenüber i-D gereift: "Ich bin als Künstlerin gewachsen und habe mehr Erfahrungen gesammelt. Heute kann ich viel besser Metaphern und lyrische Stilmittel anwenden und wirklich runde Songs entwickeln."

Auf lange Sicht schwebt ihr ein Projekt nach dem Vorbild eines Hamburger Rap-Kollegen vor: "Mein größter Traum ist es, es so wie Samy Deluxe zu machen – mit seiner 'KunstWerkStadt'. Einen Ort zu schaffen, an dem Menschen gemeinsam kreativ sein können."

Alben

Yael - L.U.V.: Album-Cover
  • Leserwertung: 2 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2019 L.U.V.

Kritik von Dominik Lippe

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