laut.de-Kritik

Späte Liebe? Eher Liebe auf den ersten Blick.

Review von

Wolves Like Us sind gleichzeitig alte Hasen und Newcomer. Erst 2010 gegründet, unterschrieben sie bereits ein dreiviertel Jahr später einen Plattenvertrag bei Prosthetic Records. Knapp vier Monate danach steht auch schon das Debüt in den Läden. Grün hinter den Ohren sind die vier Herren aber nicht wirklich.

Die Bandmitglieder kommen aus unterschiedlichen Bands und sind schon seit Jahren im Musikgeschäft unterwegs. Sie wissen also was sie tun. Vielleicht klingt "Late Love" deshalb so gereift und so wenig nach Debüt.

Will man es sich leicht machen, ordnet man die Norweger dem Postcore zu. Doch so einfach ist es dann doch nicht. Sänger Lars Kristensen verbindet den melodiösen Gesang der Afghan Whigs oder Alexisonfire mit dem heiseren Bellen von Chuck Ragan und Chris Wollard. Die Riffs krachen gewaltig in Postcore-Manier der alten Thrice Platten, fegen metal-lastig übers Griffbrett oder huldigen dem Hardrock. Und das alles auch noch gleichzeitig.

Vom ersten Snare-Schlag an wird man als Hörer mit exzellenten Rock-Brettern windelweich geprügelt. Zeit zum Ausruhen gibt es kaum. Wozu auch? Macht doch auch viel mehr Spaß, sich knüppeldicke Riffs um die Ohren schlagen zu lassen, die Fäuste in die Luft zu strecken, die Texte mitzugröhlen und im Mosh-Pit Ellenbogen in fremde Rippen zu stoßen.

"To Whore With Foreign Gods" erinnert mit seinem langen und düsteren Zwischenteil an Instrumental-Bands wie Long Distance Calling. Nach einem kurzen Break wird aber wieder der Hardcore-Hammer geschwungen, Kristensen schreit sich die Seele aus dem Leib. Eine der wenigen Ausnahmen, in denen er richtig herum keift.

Wenn in "Shiver In The Heat" die Drums nach einem kurzen Intro in aller bester Punkrock-Art nach vorne knüppeln, der Bass wie in "Deathless" ganz tief unten, leicht verzerrt vor sich hingrummelt und die Gitarren in "Sin After Sin" perfekt zusammen arbeiten, merkt man, dass Wolves Like Us aus erfahrenen Musikern besteht. Die vier Herren wissen, wie man gute Rock-Songs schreibt, die sich zwar an anderen Bands orientieren, dennoch aber einen eigenen Sound entwickeln.

Ein durch und durch gelungenes Debüt. Mehr braucht man auch gar nicht mehr sagen. "Late Love" ist Liebe auf den ersten Blick und Wolves Like Us die "Hardcore-Newcomer" des Jahres.

Trackliste

  1. 1. Burns Like A Paper Rose
  2. 2. Deathless
  3. 3. Sin After Sin
  4. 4. Old Dirty Paranoia
  5. 5. Secret Handshakes
  6. 6. Shiver In The Heat
  7. 7. We Speak In Tongues
  8. 8. Gone To Dust
  9. 9. My Enemy
  10. 10. To Whore With Foreign Gods

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LAUT.DE-PORTRÄT Wolves Like Us

Wer innerhalb eines Jahres eine Band gründet, ein Album herausbringt und gleich mit verwandten großen Bands auf Tour geht, muss entweder verdammt gut …

8 Kommentare

  • Vor 11 Jahren

    wow! ich denke, ich werde nach dem Helhorse debut hier wieder zugreifen. klingt verdammt gut.

  • Vor 11 Jahren

    Is ja gut, nachdem die Hypemaschine von so ziemlich jeder einschlägigen Medienquelle aus um sich haut, werde ich es am Wochenende doch mal antesten... Wehe, es rockt nicht! Allerspätestens jetzt habe ich eine Erwartungshaltung generiert! ;)

  • Vor 11 Jahren

    @soulburn (« Is ja gut, nachdem die Hypemaschine von so ziemlich jeder einschlägigen Medienquelle aus um sich haut, werde ich es am Wochenende doch mal antesten... Wehe, es rockt nicht! Allerspätestens jetzt habe ich eine Erwartungshaltung generiert! ;) »):

    click einfach mal die videos an. 5-6 songs vom album sind verlinkt und man kann sie auch ausnahmsweise anhören, was ja eine seltenheit heutzutage darstellt. ;)

  • Vor 11 Jahren

    Ich war total überrascht, dass die YT-Clips tatsächlich mal laufen... Mastodon hör ich jetzt auch nicht wirklich raus, Quicksand (oder sagen wir mal typische "Schreifels-Harmonien) schon eher.
    Abzüglich des Hype-Faktors könnte da doch noch was gehen... Auf mehr lass ich mich erst nach vollständigem Genuss der Platte ein.

  • Vor 11 Jahren

    ...der Hype wird aber nicht allzulange andauern, glaub ich mal....

  • Vor 11 Jahren

    heut morgen angekommen. schönes album. klang seltsam in der rezension, aber es sind definitiv wave-lastige einflüsse vorhanden. mal wieder schön seit langem etwas qualitatives aus dem post hardcore bereich zu hören und bisher mein bester metal kauf des jahres nach "helhorse".