laut.de-Kritik

Irgendwas fehlt. Nur was?

Review von

Auch auf ihrem neuen Studiowerk legen sich Tracer wieder mächtig ins Zeug. Es wird gerockt, gerollt und mächtig Staub aufgewirbelt. Und dennoch bin ich als glühender Verehrer des letzten Longplayers ("El Pistolero") am Ende etwas enttäuscht. Aber woran liegts? Ist es der Sound? Wohl kaum. Zwar kommt das diesmal in Eigenregie zusammengezimmerte Klangbild nicht ganz so präzise und wuchtig daher, wie das vor zwei Jahren von Top-Produzent Kevin Shirley (Led Zeppelin, Slayer, Silverchair) gelieferte Paket. Aber dünn klingt definitiv anders.

In punkto Spielfreude und Leidenschaft lassen die drei Stoner-Rocker aus Down Under ebenfalls nichts vermissen. Songs wie der eröffnende, zwischen laut und leise pendelnde Titeltrack, das markante QOTSA-Double "We're Only Animals" und die mit Airbourne-Chören aufgepeppte Hymne "Us Against The World" lassen bereits zu Beginn die Wände wackeln.

Auch im weiteren Verlauf des Albums machen Tracer keine Gefangenen. "Astronaut Juggernaut" fegt wie ein Orkan durch die Boxen. "The Machine" präsentiert die Band von ihrer experimentellen Seite. Sphärische Effekte und psychedelische Vibes bestimmen das Klangbild, ehe das Trio gegen Ende des Songs mit Wucht und Durchschlagskraft in altbewährte Spuren zurückfindet.

Mit "Homeward Bound" schielen Tracer gar in Richtung Mainstream. Und das, ohne peinlich rüberzukommen. Hier treffen angezerrte Cowboy-Chords auf schunkelnden Bluesrock; eine Symbiose, mit der man in vielen Rock-Radio-Redaktionen dieser Welt sicherlich offene Türen einrennt.

Die beiden Rausschmeißer "Owe You Nothing" und "Tremors" lassen sich auch nicht ans Bein pinkeln. Während der eine solide Basis-Kräfte freisetzt ("Owe You Nothing"), bewirbt sich der andere um einen Platz auf dem nächsten Chris Cornell-Soloalbum ("Tremors").

Nun haben wir also den Salat. Tracer machen nämlich eigentlich alles richtig. Der derzeit wohl authentischsten Soundgarden-meets-QOTSA-Combo kann man im Grunde gar nichts vorwerfen. Trotzdem hält sich meine Begeisterung in Grenzen. Wahrscheinlich steckt der Teufel im Detail. Ich werde mir also noch ein paar Durchläufe gönnen. Bis dahin mache ich es mir, zwischen den Stühlen sitzend, so gemütlich wie es nur irgendwie geht und vergebe drei Punkte unter Vorbehalt. Vielleicht schleiche ich mich in ein paar Tagen noch einmal ins System und hänge noch einen Punkt ran. Who knows?

Trackliste

  1. 1. Water For Thirsty Dogs
  2. 2. We're Only Animals
  3. 3. Us Against The World
  4. 4. Lazy
  5. 5. Astronaut Juggernaut
  6. 6. Halfway To Zero
  7. 7. The Machine
  8. 8. Homeward Bound
  9. 9. Owe You Nothing
  10. 10. Tremors

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2 Kommentare mit 11 Antworten

  • Vor 5 Jahren

    Was meint ihr? Bestehen die meisten Bands überwiegend aus Männern und wenn ja, warum gibt es so wenig Bands mit Frauen?

  • Vor 5 Jahren

    Das hört sich nicht mehr so dreckig an, viel zu glatt. Das fehlt sicher.....

    • Vor 5 Jahren

      Hat dir dieses Album nichts über das Leben und das Wohlfühlen beigebracht?

    • Vor 5 Jahren

      Nee Morpho.....der Vorgänger aber. Mal ernsthaft, es tut mir leid was ich letztens hier abgefeiert habe mit Santiago. Ist halt passiert u. ich kann auch nichts versprechen für die Zukunft. Danke das war es schon.

    • Vor 5 Jahren

      Das war doch kaum der Rede wert, jedenfalls nichts, was einem Leid tun müsste. Die Aussage über das "Wohlfühlen" hat ja sogar das Potential, zum nächsten "von Bett zu Bett springen" zu werden.

    • Vor 5 Jahren

      Meinte das natürlich auch etwas doppel deutig Santiago. Sprach ja im anderem Bett von "Zacken aus der Krone" brechen. Ich nicht, dachte ich beim entschuldigen. Tut doch keinem weh, richtig?

    • Vor 5 Jahren

      Das war mir schon klar. Ich bin immer bereit, um Verzeihung zu bitten, wenn ich überzeugt bin, einen Fehler gemacht oder mich geirrt zu haben - das sehe ich in diesem Fall aber nicht.

    • Vor 5 Jahren

      Das bestreite ich, dabei ist es auch egal ob du es anders siehst. Diverse Leute in fast allen (A)sozialen Medien belehren mich tagtäglich eines besseren. Nein und ich sprech mich damit auch nicht frei von ihrgend welcher Verantwortung. Mach da schließlich mit....

    • Vor 5 Jahren

      Back to Topic, du schriebst was im anderen Bett, das dieses Jahr ein eher schwaches Jahr wäre von der Mucke her für dich Santiago. Fand insgesammt 2014 sehr schwach. Da ist 2015 bisher ein Sprung nach oben, Beispiele: Steven Wilson, Of Monsters And Men, Faith No More, Tocotronic, Olli S, Blur, Wilco, usw.

    • Vor 5 Jahren

      Wilson ist für mich bisher konkurrenzlos. Zu den anderen Sachen: Of Monsters and Men finde ich furchtbar, Faith No More sind nur noch ein Schatten ihrer selbst, Tocotronic haben geliefert, aber der große Wurf war's auch nicht, Olli S habe ich nicht gehört, Blur war okay, aber nicht mehr, und Wilco ist stark, aber das Album wirkt für mich irgendwie unfertig. Meine wenigen anderen Highlights 2015 sind Sufjan Stevens, auch wenn der hier bei den anderen Usern ja nicht so gut wegkam, und Sun Kil Moon, was ich aber noch nicht einmal selbst nachvollziehen kann.

      Dagegen nur einmal ein paar Namen als Erinnerung an 2014: Behemoth, D'Angelo, Flying Lotus, La Dispute, Pallbearer, Run the Jewels, Swans, Triptykon, Wanda, The War on Drugs. Da habe ich respektable Bands wie Mastodon oder Opeth schon rausgelassen.

    • Vor 5 Jahren

      Was ist mit FKA Twigs?

    • Vor 5 Jahren

      Was soll mit ihr sein? Hat sie deinen Anus gepudert?