laut.de-Kritik

Der At The Gates-Boss legt ein astreines Old School-Brett hin.

Review von

Vor kurzem brachte Mastermind Tomas Lindberg mit At The Gates das düster, epische Langeisen "The Nightmare Of Being" auf den Weg. Nun stellt der Sänger dem Album seiner Haupt- das zweite Opus seiner Nebenband The Lurking Fear zur Seite. Das Teil trägt den wunderbar plakativen Namen "Death, Madness, Horror, Decay". The Lurking Fear sind mehr als nur ein Nebenprojekt für Lindberg und seine beiden At The Gates-Kumpanen Jonas Stålhammar und Adrian Erlandsson. Zusammen mit Gitarrist Fredrik Wallenberg und Bassist Andreas Axelsson bildet das Trio eine kompakte Einheit, die ein Death Metal-Brett wie aus einem Guss eingespielt hat.

Der Bandleader nennt es das hässliche Stiefkind des neuen At The Gates-Albums, was keineswegs negativ gemeint ist. Lotet Lindberg mit seiner Stammkapelle die Grenzen des Death Metals progressiv aus, frönen The Lurking Fear dem straight in die Fresse schlagenden Oldschool-Todesblei schwedischer Schule. Auch deshalb gefällt mir persönlich "Death, Madness, Horror, Decay" weit besser als das komplexe und stark experimentelle "The Nightmare Of Beeing". Die Texte sind auf beiden Longplayern vom Horror-Literaten H.P. Lovecraft inspiriert.

Mit dem Einstiegs-Dreier "Abyssal Slime", "Death Reborn" und "Cosmic Macabre" gehen die Schweden gleich in die Vollen. Die rasanten Nackenbrecher lassen der Hörerschaft kaum Zeit zum Verschnaufen. Lindbergs hysterischer Schreigesang ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, geht mit der Zeit aber immer besser ins Ohr. Die anschließende düstere Midtempo-Walze "Funeral Abyss" fräst sich gefährlich durch den Gehörgang und findet im Titeltrack seine atmosphärisch beklemmende Fortsetzung. "In A Thousand Horror Crown" drosselt nach seinem Raketenstart geschickt das Tempo, um mit seinem Groove die Birne vom Hals zu schrauben. Die Scheibe wimmelt nur so von Hooks, sägenden Gitarren und dezent eingesetzten Blastbeat-Attacken ("Angeless Evil").

Die zwölf weitgehend in kurzer Spielzeit gehaltenen Songs strotzen vor Intensität und Atmosphäre. Der Abschluss-Track "Leech Of The Aeons" hält gar noch eine leichte Prognote parat. So ein bisschen Experimentierfreude darf eben auch bei The Lurking Fear nicht fehlen.

Trackliste

  1. 1. Abyssal Slime
  2. 2. Death Reborn
  3. 3. Cosmic Macabre
  4. 4. Funeral Abyss
  5. 5. Death, Madness, Horror, Decay
  6. 6. Architects of Madness
  7. 7. In a Thousand Horrors Crowned
  8. 8. Kaleidoscopic Mutations
  9. 9. Ageless Evil
  10. 10. One in Flesh
  11. 11. Restless Death
  12. 12. Leech of the Aeons

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