Porträt

laut.de-Biographie

The Killers

Las Vegas, die glitzernde Show- und Spielerstadt hat interessanterweise noch keine relevanten Pop-Bands hervorgebracht. Bis The Killers auf den Plan treten. Im Jahr 2002 verlässt Brandon Flowers (Gesang, Keyboards) seine alte Band Blush Response und meldet sich auf eine Zeitungsanzeige. Da sucht ein Typ namens Dave Keuning (Gitarre) jemanden, mit dem er zusammen Musik machen kann. Von Anfang an verbindet die beiden ihre Liebe zu Oasis. Nachdem sie sich einige Bassisten und Drummer angesehen haben, entscheiden sie sich für Mark Stoermer als Basszupfer und Ronnie Vannucci als Schlagzeuger.

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Der Bandname stammt kurioserweise aus einem New Order-Video, in dem eine fiktive Band namens The Killers auftritt. Die Songs der Killers entstehen meist in Zusammenarbeit von Flowers und Keuning - im Wohnzimmer des einen oder des anderen. Die Proben finden anfangs in Vannuccis Garage statt. Als er sein Haus verkauft, schleichen sie sich heimlich in einen Proberaum der University of Nevada, Las Vegas, wo er studierte.

Mit einem Haufen geschriebener Songs im Gepäck machen sich The Killers auf, die Welt zu erobern. Das britische Erstsemester-Käseblatt NME findet schnell Gefallen an den Newcomern und Island Records hält den Jungs bald einen Vertrag unter die Nase.

Der Rest ist reguläre Bandgeschichte, nach einer Tour mit British Sea Power folgen die Aufnahmen für ihr erstes Album. Weder Buschfeuer noch Erdbeben halten die vier auf, und so haben sie nach drei Monaten im Studio endlich "Hot Fuss" im Kasten.

Schnell entwickeln sie sich zu Everybody's Darling. Hohe Positionen in den britischen Charts folgen, mit dem Re-Release von "Somebody Told Me" landen sie einen Top-5-Hit. Die Band erspielt sich auch eine ansehnliche Fanbase in Deutschland. Und auch im Heimatland USA geraten die Dinge langsam ins Rollen. Ergebnis: Mehr- und Einfachplatinhagel in den USA, England, Australien und Kanada.

Ihr Idol Morrissey läd sie ein, einige Shows für ihn zu eröffnen und U2 nehmen die jungen Musiker mit auf den europäischen Teil ihrer Tour. Die Killers genießen den schlagartig über sie gekommenen Ruhm. Danach ziehen sie sich nach Las Vegas zurück, um ein neues Album aufzunehmen.

Erste Details zum neuen Album künden von einem Imagewechsel, mit der Hilfe von Fotolegende Anton Corbijn wechselt das Artwork von vormals schillernd bunt nach schwarz-weiß. Die Jungs lassen sich Bärte wachsen und betonen lässig das Erwachsensein.

Auch die Musik von "Sam's Town" (2006) unterscheidet sich deutlich vom Erstling: The Killers rocken mehr, haben die Gitarren mit Hilfe der Produzenten Flood und Alan Moulder nach vorne geholt und die Keyboards etwas leiser gedreht.

Vor dem nächsten regulären Album veröffentlichen die Killers Ende 2007 zunächst eine Scheibe mit B-Seiten, Raritäten und Remixen älterer Titel, darunter auch einen neu aufgenommenen Song namens "Tranquilize". Bei dem Duett teilt sich Frontmann Brandon Flowers das Mikro mit Lou Reed.

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Auf ihrem dritten Studioalbum, das ein Jahr später erscheint, gehen sie den eingeschlagenen Weg, weg von New Wave, hin zu Stadion-Rock und Pop weiter. "Day & Age" bekommt von Stuart Price (Madonna und Gwen Stefani) ein Dancefloor- und Chart-taugliches Soundgewand. Die Single "Human" zeigt, dass er (und die Killers) dabei alles richtig gemacht haben, es wird ihr weltweit größter Charterfolg bis dato.

Sie touren ausgiebig rund um den Globus und dürfen auch in der altehrwürdigen Royal Albert Hall in London spielen, was auf einer Live-DVD festgehalten wird. Die Welt-Tournee, der Ruhm und persönliche Schicksalsschläge (Flowers' Mutter stirbt an einem Hirntumor) verlangen der Band einiges ab. Anfang 2010 legen sie eine Pause ein, die eineinhalb Jahre andauert.

Faul sind sie während dieser Zeit aber nicht. Die einzelnen Bandmitglieder veröffentlichen nach und nach Solo-Alben. Den Anfang macht Flowers mit "Flamingo", Schlagzeuger Vannucci legt mit "Big Talk" nach und Ende 2011, als die Band schon wieder gemeinsam an Songs arbeitet, legt Bassist Stoermer sein Solo-Debut "Another Life" vor.

Einzig Keuning, der als Lead-Gitarrist zusammen mit Flowers praktisch alle Killer-Hits geschrieben hat, bleibt in dieser Zeit stumm. Mitte 2011 ist die Band wieder heiß auf ein neues Killers-Album und findet sich im Studio zusammen, um "Battle Born" einzuspielen. Bei der dazugehörigen Tour spielt die Band auch erstmals Konzerte in Russland und China.

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Gut zehn Jahre nach "Hot Fuss" veröffentlichen die Killers ihr erstes Best Of-Album. Die Arbeit am fünften Studioalbum zieht sich in die Länge, 2016 erscheint zur Überbrückung ein Weihnachtsalbum. Im selben Jahr gibt Mark Stoermer bekannt, dass bei den Killers kürzer treten will. Er wolle private Ziele verfolgen und ein weiteres Solo-Album veröffentlichen, bleibe aber auch weiterhin ein Teil der Band. Er ist demnach weiterhin an den Album-Aufnahmen beteiligt und war auch dabei, als die Band einen Song für Robbie Williams' "Heavy Entertainment Show" aufnahmen.

Auch Dave Keuning lässt nach den Aufnahmen zu "Wonderful Wonderful" verlautbaren, dass er die anschließende Welttournee nicht mehr bestreitet, weil er mehr Zeit mit seiner Familie verbringen möchte. Während seines Rückzugs kommen ihm dann aber doch Inspirationen für ein Solo-Album mit dem witzigen Namen "Prismism". Das Wort leitet sich möglicherweise vom Stil des Malers Lyonel Feininger ab, der seine Kunst 'Prismaismus' nannte. Die eingängige Platte lässt sich fast als Americana bezeichnen und zeigt Keuning mit straightem Classic Songwriter-Rock, stellenweise im Genre von Jackson Browne. Da passt es auch, dass sich auf der nächsten Killers-Single Lindsey Buckingham die Lead Guitar krallt.

Für Frühjahr 2020 steht mit "Imploding The Mirage" ein neuer Longplayer von The Killers an. Als Gäste neben Buckingham treten der Frontmann von War On Drugs, die Singer/Songwriterin K.D. Lang, die Indie-Rocker Lucius und Folk-Lady Weyes Blood auf. Hinter den Reglern stehen zwei Bandmitglieder der Power-Folk-Popper Foxygen. Trotz einer umfangreichen Tour steht für den deutschsprachigen Raum außer Southside/Hurricane nur ein Konzert in der Wiener Stadthalle auf dem Plan.

Nachholtermine folgen 2021, die Europa-Tour soll vor allem nach England und Irland führen. Auch wenn die zwölf Monate Wartezeit vielleicht Wunden geheilt hätten, nämlich solche zwischen Dave Keuning und dem Rest der Band, folgt die CD ohne Promo-Tour - und ohne Keuning. An seine Stelle sind somit die einzelnen Gäste getreten. Brandon Flowers sagt zu diesem Thema nichts, wohl aber zu Corona und den zeitweiligen Reise-Sperren und tut im Berliner Tagesspiegel seinen Frust kund: "Nun fühlt es sich an, als ob man ein fantastisches Fest vorbereitet hätte, zu dem Millionen gekommen wären – und dann muss man absagen."

Zu diesem Fest gehört ein Bild des Malers Thomas Blackshear. Es zeigt einen traditionell geschmückten Mann der Bevölkerungsgruppe der Absarokee, von den Amerikanern 'Crow' oder einfach 'Indianer' genannt, von denen noch etwa 12.000 in Naturreservaten der US-Staaten Montana und North Dakota leben. Nicht nur 'Black Lives Matter', sagen The Killers mit diesem Artwork zu ihrer Single "My Own Soul's Warning" unterschwellig. Musikalisch stehen die Killers an einem Wendepunkt: Keuning gehört nur noch formal zur Gruppe, auf dem Papier quasi. Er wollte solo anderen Sound ausprobieren, mehr Americana. Und genau das macht seine Band jetzt ohne ihn.

Zwischenfazit dessen, was bisher geschah: Die Amerikaner haben vielleicht die steilste Musik-Karriere ihrer Zeit hingelegt, und das in den vom vermeintlichen Niedergang der Musik geplagten 2000ern. Dennoch sei Ruhm nicht das Erstrebenswerteste. Flowers bringt es in einem Interview mit dem Spin-Magazin auf den Punkt: "Vielleicht ist das Konzept vom Mega-Rockstar-Dasein wirklich überholt. Ich hoffe jedoch, dass es das nicht ist. Die Leute denken, wir wollen nur um der Berühmtheit willen berühmt sein, aber das stimmt nicht. Am Ende lieben wir einfach die Musik und sind dankbar, dass wir da sind, wo wir sind."

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The Killers live im X-Tra / Zürich Im November 2006 rockt die in der Schweiz sehr erfolgreiche Band aus Las Vegas das Limmathaus.

Im November 2006 rockt  die in der Schweiz sehr erfolgreiche Band aus Las Vegas das Limmathaus., The Killers live im X-Tra / Zürich | © LAUT AG (Fotograf: Florian Schade) Im November 2006 rockt  die in der Schweiz sehr erfolgreiche Band aus Las Vegas das Limmathaus., The Killers live im X-Tra / Zürich | © LAUT AG (Fotograf: Florian Schade) Im November 2006 rockt  die in der Schweiz sehr erfolgreiche Band aus Las Vegas das Limmathaus., The Killers live im X-Tra / Zürich | © LAUT AG (Fotograf: Florian Schade) Im November 2006 rockt  die in der Schweiz sehr erfolgreiche Band aus Las Vegas das Limmathaus., The Killers live im X-Tra / Zürich | © LAUT AG (Fotograf: Florian Schade)

Termine

Fr 18.06.2021 Scheeßel (Eichenring)
Sa 19.06.2021 Neuhausen ob Eck (Take-Off Park)
Di 13.07.2021 Wien (Stadthalle)
Alle Termine ohne Gewähr

Surftipps

  • Offizielle Seite

    Die Homepage der Band.

    http://www.thekillersmusic.com
  • Universal

    Deutsche Band-Page des Labels.

    http://www.thekillers.de/
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