laut.de-Kritik

Willkommen im metallischen Gemischtwarenladen.

Review von

Erst vergangenes Jahr lieferten Soilwork das von Fans und Kritikern gut aufgenommene Album "The Ride Majestic" ab. Offensichtlich haben sie noch mehr auf dem Herzen: "Death Resonance" beinhaltet eigenen Angaben zufolge eine Raritätensammlung inklusive sämtlicher jemals erschienener B-Seiten, Auslands-Bonustracks sowie zwei brandneue Songs.

Eine Kompilation also, die Kennern der Band nicht allzu viel Neues präsentiert. Unverändert verbinden sie Death Metal, Nu Metal, Aggression, Melodie und Melancholie auf einem hohen technischen und kompositorischen Niveau und variieren dabei sowohl Tempo als auch Stimmung. Vor allem die Gitarrenarbeit klingt bei Soilwork ganz vorzüglich. Die Sechssaiter erzählen zur mal clean gesungenen, dann wieder gegrowlten Stimme Björn 'Speed' Strids oft regelrecht eigene Geschichten.

Die neuen Stücke "Helsinki" und "Death Resonance" gibt es gleich zu Beginn. Stilistisch knüpfen beide nahtlos an "The Ride Majestic" an und geben sich gewohnt dynamisch, schnell, brutal und melodisch zugleich. "The End Begins Below The Surface" ist als Bonustrack auf der japanischen Ausgabe der Platte zu finden, es beginnt verhalten und verbreitet besonders im Chorus Düsternis. Dazu kommt noch die komplette Japan-EP "Beyond The Infinite", die vor allem härteren Stoff bietet.

Die musikalische Bandbreite der Schweden bleibt unterm Strich bewundernswert. Das kommt auf dem Sampler, der etliche Jahre und Stationen abdeckt, gut zur Geltung. Andererseits erweckt so eine nachgeschobene Werkschau auch den Eindruck einer Resterampe. Ob man als Fan unbedingt noch etliche neue Remixe von "Sworn To A Great Divide" von 2007 braucht, bleibt fraglich.

Dass es Band und Label vor allem darum geht, einfach noch ein paar Kröten mehr aus dem Soilwork-Fundus quetschen zu wollen, soll hier nicht unterstellt werden. Obwohl das Cover-Artwork schon etwas nach Schnellschuss aussieht.

Aber vielleicht findet der ein oder andere Fan ja doch etwas auf der Platte, das ihm neue Erkenntnisse verschafft. Grundsätzlich sind Soilwork eine Truppe mit eigenständiger Handschrift. Das kann auch nach dem Besuch dieses 'Gemischtwarenladens' festgestellt werden.

Trackliste

  1. 1. Helsinki
  2. 2. Death Resonance
  3. 3. The End Begins Below the Surface
  4. 4. My Nerves, Your Everyday Tool
  5. 5. These Absent Eyes
  6. 6. Resisting the Current
  7. 7. When Sound Collides
  8. 8. Forever Lost in Vain
  9. 9. Sweet Demise
  10. 10. Sadistic Lullabye (2010)
  11. 11. Overclocked (2016 Mix)
  12. 12. Martyr (2016 Mix)
  13. 13. Sovereign (2016 Mix)
  14. 14. Wherever Thorns May Grow (2016 Mix)
  15. 15. Killed by Ignition (2016 Mix)

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