Porträt

laut.de-Biographie

Sleep

Fragt man nach den Eckpfeilern des Stoner-Sounds, fällt in der Regel erst einmal der Name Kyuss. Dann: Sleep.

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Während die Palm Desert-Bewohner als Aushängeschild die Musikrichtung prägten wie keine zweiten und auch darüber hinaus Bekanntheit erlangten, sind Sleep quasi der Inbegriff des Genres. Die Legende besagt, sie haben einst sämtliches Plattenfirmen-Geld in Weed investiert und dann kurzerhand das gebuchte Album als einen einstündigen Variationsmarathon desselben Riffs umgesetzt.

Wie viel Wahrheit tatsächlich drin steckt, hinterfragt man angesichts von Sleeps Mythos am besten gar nicht (eine nicht unerhebliche Rolle bei den Komplikationen spielte etwa ein Labelwechsel). Fest steht, dass Bassist Al Cisneros das Credo "Drop out of life with bong in hand" durchaus ernst nahm und in den kreativen Prozess einfließen ließ. Fest steht auch, dass das Ergebnis "Dopesmoker" einen Meilenstein der Stoner/Doom-Bewegung darstellt.

Auch wenn die Plattenfirma sich zunächst weigert, das Druffi-Gewaber zu veröffentlichen: Erst drei Jahre nach den Recording-Sessions erscheint die Platte als unautorisierte Ausgabe unter dem Titel "Jerusalem" – gekürzt und geteilt in Tracks. 2003 folgt tatsächlich "Dopesmoker". Auch diese Version unterscheidet sich laut Cisneros aber noch geringfügig von der ursprünglich eingereichten.

Die Geschichte Sleeps startet freilich schon vorher. Gegründet im Jahr 1990 von Cisneros (Bass, Gesang), Matt Pike (Gitarre) und Chris Haikus (Drums), ersteht die Band aus der Asche des Vorgängerprojekts Asbestosdeath. Zu Zeiten des Debütalbums "Volume One" spielen die Herren noch rohen Doom Metal – langsamer als Black Sabbath und mit wesentlich brutaleren Vocals. Als Vergleichsgröße dienen der Presse etwa Saint Vitus.

Earche Records wird auf die Gruppe aufmerksam und nimmt sie 1992 für das Folgealbum "Holy Mountain" unter Vertrag. Dieses mausert sich zum Wegweiser des Stoner-Doom. Teilweise gehen Sleep dabei rockiger zu Werke als noch auf dem Debüt. Trotzdem bleiben sie insgesamt wesentlich deutlicher im Metal verhaftet als zum Beispiel Kyuss.

Sleep - The Sciences Aktuelles Album
Sleep The Sciences
Durch Haschteroiden-Felder und noch viel weiter.

Die kommemden drei, vier Jahre sind geprägt von den Songwriting-Arbeiten am Folgealbum und münden schließlich in oben skizziertes "Dopesmoker"-Szenario. Im Zuge dieses Desasters beschließen die Bandmitglieder, Sleep stillzulegen. Matt Pike gründet 1999 High On Fire und manifestiert damit später seinen Status als Stoner-Rifflord. Von Cisneros und Haikus hört man jahrelang kaum etwas, bis sie 2004 gemeinsam mit Om um die Ecke kommen.

In Sleep kommt erst 2009 wieder Leben. Im Rahmen des All Tomorrow's Parties-Festivals spielen Cisneros, Pike und Haikus zwei exklusive Reuniongigs inklusive eines neuen Songs. Kurz darauf verlässt Chris Haikus jedoch die Band und macht den Platz am Kit für Neurosis-Trommler Jason Roeder frei. Zwar bezeichnen sich Sleep fortan wieder als 'aktive Band', treten aber nur sporadisch auf, was den mittlerweile erreichten Kultfaktor nicht unbedingt schmälert.

2014 lassen die Musiker verlauten, an einem neuen Album zu arbeiten. Der Track "The Clarity" bestätigt die vorgegangenen Kreativarbeiten. Textzeilen à la "Life complete / The dealer is my refuge / Heavy dry weight / Hasheeshian smoked relief / Backpatch / Iommic life complete" lassen keinen Zweifel daran, dass die Stoner-Macht noch immer stark ist. Trotzdem dauert es drei weitere Jahre, bis die Band ein Studioupdate veröffentlicht.

2018 dann die Erlösung: Nachdem das Trio zunächst eine Frühlingstour durch Europa ankündigt, erscheint am 20. April – dem Festtag all jener, für die 420 mehr als nur eine dreistellige Zahl ist – ohne explizite Vorwarnung das vierte Studioalbum "The Sciences" über Jack Whites Third Man Records. Unter dem Ansturm der Stoner-Heads bricht kurzzeitig die Label-Homepage zusammen. Geduld zahlt sich aber aus, denn das Album beinhaltet alles, das Sleep-Fans brauchen, um sich aus dem Leben zu dröhnen.

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Surftipps

  • Offizielle Homepage

    Home of the Weedians.

    http://weedian.com
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