Porträt

laut.de-Biographie

Playboi Carti

Es gibt Rapper, denen man das Potential von der Nasenspitze ablesen kann, ohne sie je rappen gehört zu haben. Charakterköpfe mit Charisma, die nur mit ihrer Präsenz schon Eindruck machen. Genau eine solche Attitüde wurde schon früh einem gewissen Sir Cartier unterstellt, der noch vor seinem achtzehnten Geburtstag die Aufmerksamkeit der lokalen Rap-Communty auf sich ziehen konnte.

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Die Geschichte beginnt wie so viele moderne Hip Hop-Märchen in Atlanta. Wie für zahlreiche andere ambitionierte Newcomer der Region (iLoveMakonnen, ABRA, Tommy Genesis) ist es Awful Records-Chef Father, der dieses Talent nach ein paar furiosen Auftritten in lokalen Clubs 2014 aus dem Soundcloud-Sumpf zieht.

Ohne offizielles Projekt unter dem Gürtel veröffentlicht der nun unter dem Namen Playboy Carti agierende Carter lose Titel, Singles und Videos über seine eigenen Social Media-Kanäle. Der Durchbruch kommt schnell: "Broke Boi" heißt der Song, der ihn auf den Radar der überregionalen Musikindustrie katapultiert. So steigt Carti vom Prototyp eines Soundcloud-Rappers zum Schützling von Harlems führendem Schönling A$AP Rocky auf.

Dennoch stagniert die Karriere von dort an mehr oder weniger: Das angekündigte Mixtape will partout nicht erscheinen, und abseits von dem ein oder anderen Loosie oder Feature-Auftritt übernehmen die Rapper das Game, für deren Sparte Carti selbst mitverantwortlich war. Am Ende sind es die Lil Uzi Verts und XXXTentacions der Welt, die ihn 2017 zurück ins Rampenlicht stoßen.

Drei Jahre nach seinem ersten Durchbruch folgt endlich das Debütalbum "Playboi Carti", das unter anderem seinen zweiten großen Hit "Magnolia" beinhaltet. Zu sagen, dass hier ein nachhaltiger Eindruck gemacht wurde, wäre untertrieben: Der Track schafft es als einzige Single aus dieser Dekade in Jay-Zs Playlist der Songs, die "4:44" inspiriert haben sollen. Carti wird zudem Teil der XXL Freshman Class des Jahres und tritt als Gast auf dem zeitgleich erschienenen Lana del Rey-Album auf.

Daraufhin kehrt um ihn wie um viele seiner direkten Peers ein kleiner Stillstand ein. Gemeinsam mit Trippie Redd und 6ix9ine übernimmt indes nämlich Hausproduzent Pi'erre Bourne endgültig das Mainstream-Bewusstsein. Doch das bedeutet nicht, dass er die ursprüngliche Kombination dafür verwaisen würde.

Im Mai 2018 erscheint spontan das zweite Album "Die Lit", auf dem Carti endlich den großen Streich landet, der ihm sowieso nachgesagt wurde. Zwar im marodierenden Hype zwischen Childish Gambino und Drake ein wenig am öffentlichen Fokus vorbeigeschrammt, preisen Kritiker innerhalb und außerhalb der Szene das Tape hoch an. Mit seinen fragmentierten, fast vignettenhaften Vocals auf den zerstörten, sphärischen Beats ist er ein Extrem in Atlantas Stilrichtung, gleichermaßen Gegenpol und verbundene Seele mit Zeitgeistgenossen wie Lil Uzi Vert und deren hypermelodischen Ansätzen.

Denen nähert er sich aber auf "Whole Lotta Red" zum Jahresende 2020 gewaltig an und verpflichtet folgerichtig zahlreiche Produzenten aus deren Umfeld. Der Hype um das mehrfach verschobene Album ist riesig. Carti erfüllt die Erwartungen zu einem großen Teil, er entwickelt seinen Sound weiter, ohne seine Markenzeichen zu verlieren. Heraus kommt ein Album, das Trap weiter denkt und Cartis Position an der Spitze des Trap für eine ganze Weile sichern wird.

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Alben

Playboi Carti - Die Lit: Album-Cover
  • Leserwertung: 3 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2018 Die Lit

Kritik von Yannik Gölz

Dauer-Adlib-Sendung auf Beats zwischen Endzeit und Nintendo. (0 Kommentare)

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