Die japanische Regierung hat angekündigt, verschärft gegen illegale Musik- und Videoangebote im Internet vorzugehen.

Tokio (vbu) - Eine Reihe von Maßnahmen habe sich das japanische Handelsministerium ausgedacht, um gegen Internetpiraterie vorzugehen, meldet der Musikmarkt unter Berufung auf die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Dem Bericht zu Folge will die Regierung unter anderem Ländern, die Piraterie dulden, die Entwicklungshilfe streichen.

Eine Maßnahme, die wohl vor allem die asiatischen Nachbarstaaten treffen soll. In diesen hat seit dem Erfolg der aus Japan stammenden Zeichentrickserie "Pokemon" die illegale Vervielfältigung deutlich zugenommen. Dort sollen nun Büros zur Erfassung von Informationen über illegale Angebote aufgebaut werden.

Während sich die japanische Regierung mit der illegalen Musikverbreitung über das Internet plagt, hört man aus den USA ganz andere Töne: Mit dem "Apple iTunes Music Store" scheint ein legaler Weg gefunden, Musikfiles über's Netz zu verbreiten, der auch von den Usern angenommen wird. In einer Pressemitteilung informiert Apple, dass der virtuelle Musikladen in den ersten acht Wochen bereits über fünf Millionen Songs verkauft habe. 46 Prozent der Songs wurden nach dieser Information sogar als komplettes Album runtergezogen. Der Erfolg sei größer als man erwartet habe.

In Deutschland, wo man "iTunes" noch nicht benutzen kann, sieht es dagegen schlecht aus für eine komfortable, legale Musik-Downloadplattform. Das gemeinschaftliche Portal der Plattenindustrie "Phonoline" droht schon vor dem Start an Details zu scheitern.

Die Plattenfirmen könnten sich nicht auf einen technischen Dienstleister einigen, über den die Tracks an den Mann gebracht werden sollen, berichtet Spiegel-Online. Die letzte Hoffnung für die deutsche Legal-Plattform scheint die Vorstandssitzung des Bundesverbands der Phonografischen Wirtschaft Anfang Juli, bei der alle Konzernbosse anwesend sein werden.

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